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Große Umfrage

Die Urlaubspläne der Deutschen für 2021 und 2022

Urlaub Deutschland
Die Deutschen träumen vom Urlaub – eine Umfrage zeigt die Urlaubspläne für 2021 und 2022Foto: Getty Images

Reisen hat sich in der Corona-Pandemie stark verändert. Doch bleiben die Veränderungen dauerhaft oder machen wir bald wieder wie gewohnt Urlaub? Und wie gehen die Deutschen mit ihrer Urlaubsplanung um, jetzt wo Urlaub eben noch nicht gut planbar ist? Damit hat sich das Marktforschungsunternehmen b4p (kurz für: „best for planning“) in einer Umfrage beschäftigt. TRAVELBOOK hat die Ergebnisse.

„Corona hat das Urlaubsverhalten im vergangenen Jahr deutlich verändert, doch die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen“, zieht b4p als Fazit aus seiner Umfrage, bei der sich 1.018 Deutsche zu ihren Urlaubsplänen für 2021 und 2022 geäußert haben. Diese mehr als 1000 Menschen stehen repräsentativ für die „deutsche Online-Gesamtbevölkerung“ und wurden zwischen dem 25.2 und 3.3.2021 befragt.

Rückblick: So reisten die Deutschen im Coronajahr 2020

74 Prozent der befragten Deutschen halten Urlaub für einen sehr wichtigen Faktor für das eigene Wohlbefinden. Dennoch verreisten mehr als 55 Prozent im letzten Jahr überhaupt nicht, 68 Prozent von ihnen wegen der Corona-Pandemie. Zum Vergleich: Normalerweise bleiben nur rund 28 Prozent das ganze Jahr über zu Hause. Wer überhaupt Urlaub gemacht hat, veränderte sein Reiseverhalten: Laut b4p hat fast die Hälfte der Urlauber darauf verzichtet zu fliegen, 37 Prozent blieben in Deutschland, anstatt ins Ausland zu fahren und 16 Prozent wählten andere Reiseziele, als sie es normalerweise tun würden.

Gut ging es mit diesen Reiseeinschränkungen offenbar den wenigsten. Laut den Umfrage-Ergebnissen fühlten sich 62 Prozent eingeschränkt, 59 Prozent waren sogar richtig traurig und 43 Prozent ärgerten sich über die Einschränkungen. Knapp über die Hälfte der Befragten hatte mit Fernweh zu kämpfen. Immerhin 30 Prozent empfanden die Einschränkungen auch als Chance, da sie dadurch ganz neue Urlaubsmöglichkeiten entdecken konnten.

Deutsche 2021 ambivalent

Auch 2021 ist die Corona-Pandemie nicht vorüber, Reisen ist bislang weiter eingeschränkt. Wie sich der Sommer und damit der Sommerurlaub gestalten lassen wird, lässt sich jetzt noch nicht klar sagen. Kein Wunder, dass sich die Deutschen entsprechend dieser Unplanbarkeit ihres Urlaubs im Zwiespalt befinden. Verschiedene Themen spielen eine Rolle: Sehnsucht, Vernunft, Umwelt, Ansteckungsangst, Heimatgefühle. 61 Prozent der Befragten freuen sich etwa, dass vermehrt Urlaub in Deutschland gemacht wird und fast genauso viele finden, dass man auch zu Hause wunderbar Urlaub machen kann. Und die Hälfte ist aus Umweltschutzgründen zufrieden mit den Restriktionen. Gleichzeitig fehlen fast der Hälfte Anregungen, wenn sie nicht in den Urlaub fahren können. Kein Wunder, sind ganze 83 Prozent überzeugt, dass Urlaub bildet, lernt man viel über andere Kulturen und erweitert seinen Horizont. 45 Prozent haben richtig Probleme, die Reise-Einschränkungen zu ertragen.

Die Urlaubspläne der Deutschen für 2021

Und was macht diese Ambivalenz mit den Urlaubsplänen der Deutschen für 2021? Sie bleiben zwar vorerst zurückhaltend, wollen aber zum großen Teil weg: Fast die Hälfte plant und bucht teilweise schon, über ein Drittel wartet bisher noch ab und macht keine konkreten Pläne. Nur zwölf Prozent wollen gar nicht wegfahren – da hat sich im Vergleich zu den 55 Prozent im letzten Jahr auf jeden Fall viel getan.

Und wo wollen die Deutschen hin, wenn sie in diesem Jahr wegfahren? Gar nicht so weit weg. Über die Hälfte bleibt 2021 im eigenen Land, 34 Prozent wollen innerhalb Europas verreisen, nur ein Zehntel der Urlaubspläne umfasst eine Reise außerhalb von Europa. Hatten noch 58 Prozent im letzten Jahr einen Strandurlaub geplant, ist es mit 31 Prozent jetzt gerade mal knapp über die Hälfte. Ein Prozent mehr will in diesem Jahr sogar lieber eine Städtereise unternehmen. 30 Prozent möchten mit Freunden verreisen.

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Neben dem Reiseziel passen die Deutschen 2021 auch andere Bereiche ihrer Urlaubspläne an die Coronapandemie ein. So wollen 60 Prozent selbst fahren, nur jeweils ein Fünftel will fliegen oder mit der Bahn fahren. Und auch die Unterkunft richtet sich nach der Ansteckungsgefahr. Für 2021 sind Ferienhäuser klar vorne bei den Urlaubsplänen der Deutschen. 68 Prozent fühlen sich hier sicher vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, 39 Prozent möchten hier ihren Urlaub verbringen. Beim Camping und im Hotel fühlen sich jeweils rund ein Drittel sicher, 26 Prozent möchten jedoch nur ins Hotel und noch weniger (14 Prozent) auf den Campingplatz. Kreuzfahrtschiffe kommen für die meisten gar nicht in Frage. Hier fühlen sich gerade mal neun Prozent sicher, nur vier Prozent planen eine Kreuzfahrt.

Die Urlaubspläne der Deutschen für 2022

Für 2022 sind viele Deutsche offenbar schon viel optimistischer. Die Mehrheit will in den Urlaub fahren, viele auch wieder außerhalb Deutschlands. So plant über die Hälfte ihren 2022er-Urlaub in Europa, 27 Prozent wollen den Kontinent verlassen. Ganz konkret sind die Pläne bereits für 23 Prozent. Nur ein Viertel der Deutschen bleibt weiterhin vorsichtig und macht für 2022 noch keine Urlaubspläne. Aber nur fünf Prozent sind sicher, dass sie nicht verreisen wollen.

Die Art des Urlaubmachens scheint sich nach dem ersehnten Ende der Pandemie wieder zurückzuentwickeln. Knapp die Hälfte der Befragten will im nächsten Jahr Strandurlaub machen, fast genauso viele planen, das Flugzeug zu nehmen und im Hotel zu übernachten. Auch das Interesse an Kreuzfahrten wächst für das kommende Jahr wieder: Zwölf Prozent der Befragten wollen mit dem Schiff fahren.

Darauf achten die Deutschen aktuell bei ihren Urlaubsbuchungen

Keine Frage, in der Coronapandemie sind viele Menschen vorsichtiger geworden, auch was das Reisen angeht. Besonders kostenfreie Stornierungsmöglichkeiten sind vielen Deutschen wichtig, 67 Prozent achten bei der Buchung darauf. Knapp über die Hälfte berücksichtigt die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts, fast genauso vielen ist es wichtig, dass sie bei der Rückkehr nicht in Quarantäne müssen.

Auch die Ansteckungsgefahr vor Ort spielt für einen Teil der Befragten eine Rolle. So ist es jeweils rund 40 Prozent von ihnen wichtig, dass die Inzidenzwerte vor Ort niedrig und eine gute medizinische Versorgung sowie gute Hygienekonzepte vorhanden sind. Nur ein Viertel findet hingegen wichtig, ob auch man ohne eine negativen Coronatest einreisen darf.

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Neben all den Vorsichtsmaßnahmen ist den Deutschen aber besonders der Urlaub selbst wichtig. 74 Prozent der Befragten gaben laut b4p an, „Urlaub als Ausgleich für ihren Alltag zu benötigen“. Mehr als der Hälfte sind für ihren Urlaub Erholung und eine schöne Umgebung wichtig.

Von diesen Reisezielen träumen die Deutschen

In der b4p-Umfrage wurden die Teilnehemer auch nach ihren Top-Reisezielen 2021/2022 gefragt, unabhängig vom Zeitpunkt der Reise. Hier hat sich im Vergleich zum Vorjahr viel getan. Italien bleibt absoluter Vorreiter, zwei der beliebtesten Reiseziele der Deutschen haben es aber nicht einmal in die Top Ten geschafft: die Türkei (2020 zweiter Platz) und die Balearen (2020 dritter Platz). Stattdessen sind Österreich und Griechenland nach oben gerutscht, gefolgt von der Karibik, USA/ Kanada und Fernost. Die Deutschen träumen sich in der Pandemie eindeutig raus in die Welt.

Hinweis: Die Umfrage wurde herausgegeben von der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung, kurz GIK, die zu einem Fünftel zum Medienhaus Axel Springer SE gehört. Auch TRAVELBOOK gehört zur Axel Springer SE.

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