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Kinderreisepass wird abgeschafft – was Familien jetzt wissen müssen

Entschluss des Bundestages

Ab 2024 soll es keinen Kinderreisepass mehr geben! Das müssen Familien jetzt wissen

Der Kinderreisepass ist bald Geschichte - schon im nächsten Jahr soll er abgeschafft werdenFoto: picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke

Der Kinderreisepass wird abgeschafft. Das hat der Bundestag entschieden. Was das für Familien bedeutet und worauf sie sich nun einstellen müssen – alle Infos.

Eltern, die mit ihren (kleinen) Kindern häufig und weit verreisen, beantragen mitunter jedes Jahr aufs Neue einen Kinderreisepass. Der kostet 13 Euro und ist jeweils für ein Jahr gültig. Das ist bürokratisch aufwändig, hat aber den Vorteil, dass das Kind einwandfrei zu erkennen ist. Und für alle, die nicht so oft verreisen auch den, dass die Kosten geringer sind, als beim Standard-Reisepass. So war es bisher. Denn: Der Kinderreisepass soll im kommenden Jahr abgeschafft werden. Das hat der Bundestag entschieden. Die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.

Reisen ohne Kinderreisepass: Was ist die Alternative?

Statt des Kinderreisepasses sollen Eltern für ihre Kinder künftig ein neues elektronisches Dokument beantragen können, das länger gültig sein und mehr Nutzungsmöglichkeiten für weltweite Reisen haben soll. Der Hintergrund: Der Kinderreisepass für Kinder unter zwölf Jahren ist zum einen nur für ein Jahr nutzbar, zum anderen gibt es wegen des fehlenden Speicherchips, unter anderem für Fingerabdrücke, mitunter Probleme bei der Einreise in manche Länder. Teilweise ist deshalb ein zusätzliches Visum für Kinder nötig. Das soll sich jetzt ändern und die Passdokumente für Erwachsene wie Kinder vereinheitlicht werden. Mit einer Ausnahme: Der neue elektronische Reisepass für Kinder ist sechs Jahr lang gültig. Der Reisepass für alle Erwachsenen über 24 Jahre ist zehn Jahre gültig.

Nach dem Entschluss des Bundestags soll der Kinderreisepass bereits zum Jahreswechsel abgeschafft werden. Das bedeutet, dass Familien bereits ab dem 1. Januar 2024 keine Kinderreisepässe mehr beantragen können. Den elektronischen Reisepass können sie jedoch bereits jetzt beantragen.

Elektronischer Reisepass für Kinder: Nachteile bei der Gültigkeit

Die Vorteile des neuen beziehungsweise vereinheitlichten Reisepasses liegen auf der Hand: weniger bürokratischer Aufwand und mitunter einfachere Einreise. Ob das alte oder das neue Modell günstiger ist, liegt daran, wie oft das Kind verreist und auch, ob die Eltern dazu eine Verlängerung oder einen neuen Kinderreisepass beantragt haben (die Verlängerung kostet nur 6 Euro, ist aber nicht immer möglich).

Es gibt jedoch einen Nachteil der neuen Regelung, die schon jetzt ersichtlich ist und dabei geht es um die Gültigkeit und damit indirekt auch um die Kosten. Denn die Kinder müssen einwandfrei zu erkennen sein, damit ein Reisepass gültig ist. Und das ist bei Kindern, die sich gerade in ihren ersten Lebensjahren teilweise extrem verändern, nicht unbedingt gegeben. Dieser Punkt wird auch in einem Entwurf, des nun verabschiedeten Gesetzes angemerkt. Dort heißt es: „Für die Ausstellung von regulären Personalausweisen und Reisepässen für Kinder von 0 bis 6 Jahren werden aufgrund der raschen äußerlichen Veränderung der Kinder die Eltern höhere Kosten aufbringen müssen.“ Weiter wird erklärt: „Denn die Dokumente werden aus diesem Grund bereits vor Ablauf der Gültigkeitsdauer ungültig und somit die Ausstellung eines neuen gebührenpflichtigen Dokuments erforderlich.“ In Kurzform bedeutet das, dass Eltern schon vor Ablauf der sechs Jahre einen neuen Reisepass für ihr Kind beantragen müssen, wenn dieses nicht mehr einwandfrei erkennbar ist. Das allerdings ist Ermessenssache. Wer, wann, wie genau die Ungültigkeit des Reisepasses entscheidet, wird nicht weiter erklärt.

Noch ist die Abschaffung des Kinderreisepasses jedoch auch nicht komplett. Denn: Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen.

Weitere Änderungen des Passgesetzes

Neben der Abschaffung des Kinderreisepasses sind weitere Änderungen des Pass- und Ausweisgesetzes geplant. So sollen die Behörden deutschen Sexualstraftätern und Extremisten dank der Gesetzesreform künftig einfacher die Ausreise verweigern können, wenn sie befürchten, dass im Ausland eine Straftat begangen werden soll. Dann kann der Reisepass entweder nicht ausgestellt oder entzogen oder die Ausreise verboten werden. Eine weitere Änderung betrifft die Abholung von Reisepässen oder Personalausweisen. Aktuell müssen Bürger noch zwei Mal zum Amt: für den Antrag und zur Abholung. Demnächst könnte es ermöglicht werden, den neuen Pass auf dem Postweg zu erhalten.

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