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„Marble Arch“

Londoner „Sehenswürdigkeit“ wird nach zwei Tagen wieder geschlossen – weil alle sie hassen

Der Hügel am Marble Arch Torboge
Der Hügel am Marble Arch Torbogen, rechts im Bild, der schon nach zwei Tagen wieder geschlossen wurdeFoto: Getty Images

Eine „Monstrosität“, „unglaublich“ und die „schlimmste Attraktion der Stadt“ – so waren die Reaktionen auf Londons neuste Sehenswürdigkeit, einen Hügel am Marbel Arch. Er sollte einen Ausblick auf den Hyde Park bieten, kam aber so schlecht an, dass er nach nur zwei Tagen wieder geschlossen wurde. TRAVELBOOK kennt die Details.

Es war ein katastrophaler Start. Am Montag eröffnete Londons neueste Attraktion, der künstliche Hügel am Torbogen Marble Arch. Der Hügel war schon lange geplant. Gebaut am oberen Ende der Park Lane mit Blick auf den Hyde Park sollte er nach der Corona-Pandemie wieder mehr Touristen in das Stadtviertel West End locken. Die Londoner fieberten dem Start der zwei Millionen Pfund teuren Sehenswürdigkeit entgegen – doch die Erwartungen wurden durch die Bank enttäuscht.

Der Hügel sei nichts weiter als ein 25 Meter hohes Baugerüst, das nur spärlich begrünt und hauptsächlich mit Abdeckplane überzogen sei. An mehreren Stellen erinnere der Hügel noch an eine Baustelle. So lägen etwa an mehreren Stellen noch offene Kabel, viele Bereiche seien noch abgesperrt.

Das ist aber noch nicht das größte Problem der „Attraktion“. Denn der als „spektakulär“ angekündigte Ausblick auf den Hyde Parks ist schlicht nicht gegeben, weil besagter Ausblick von den Bäumen des besagten Parks versperrt wird. Es gebe lediglich eine kleine Lücke zwischen den Baumwipfeln. Der Twitter-Nutzer Dan Baker stellte die Vermutung auf, die Attraktion sei vielleicht im Winter geplant worden und man habe die Bäume schlicht vergessen. Wenn man Richtung Osten auf den Park schaue, würde man zudem ein Gebiet voller „Schutt“ ähnlich einer Müllhalde überblicken. Alles in allem hätte die Attraktion kaum etwas mit den Entwürfen zu tun.

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Marble Arch Hügel nach Kritik wieder geschlossen

Der Hügel sei nach Besucherberichten „mittelmäßig“, „ein schlechter Scherz“ und für einige sogar „das Schlimmste, was ich je in London erlebt habe“. Der Frust ging mutmaßlich auch auf die recht happigen Eintrittspreise von 4,50 bis 8 Britische Pfund zurück, umgerechnet zwischen 5 und 9 Euro. Als Reaktion auf die Kritik beschloss die Stadtverwaltung am Mittwoch dann, nur zwei Tage nach der Eröffnung, den Hügel wieder komplett zu schließen. Es sei nun klar, dass „er nicht fertig sei“, habe ein Beamter der Stadtverwaltung eingeräumt. Man entschuldige sich für die „Kinderkrankheiten“.

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Wer bereits ein Ticket gekauft habe, könne eine Rückerstattung anfordern. Außerdem bekomme man einen kostenlosen zweiten Besuch zu einem späteren Zeitpunkt. Allerdings ist dieser Zeitraum auch beschränkt. Die „Attraktion“ ist nämlich nur temporär – spätestens im Januar 2022 soll alles wieder abgebaut werden.

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