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Bodenpersonal legt Arbeit nieder

Lufthansa-Streik! Welche Rechte Flugreisende haben

Das Lufthansalogo vor einer Anzeigetafel
Fallen Flüge durch einen Streik aus oder verspätet sich dadurch die Abreise, haben Urlauber Recht auf AusgleichFoto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Der Warnstreik des Bodenpersonals im Streit um höhere Löhne hat alleine am Mittwoch, dem 27. Juli, zur Streichung von rund 1000 Flügen der Lufthansa geführt. TRAVELBOOK klärt auf, welche Reche Passagiere haben, wenn ein Flug aufgrund eines Streiks annulliert wird.

Am Mittwoch, dem 27. Juli, mitten in der Ferienzeit, fallen wegen des Lufthansa-Warnstreiks voraussichtlich fast alle geplanten Flüge aus. Vor allem die Drehkreuze Frankfurt und München sind betroffen: Lufthansa hat hier nahezu das gesamte Flugprogramm gestrichen. Die Auswirkungen können noch bis Freitag andauern und die Gewerkschaft Verdi erwartet zudem eine Ausweitung auf andere Fluggesellschaften. Reisende werden deshalb gebeten – wenn möglich – auf Bus und Bahn auszuweichen. Oft wissen Flugreisende nicht, welche Rechte ihnen bei Flugausfällen durch Streiks zustehen: Unter welchen Voraussetzungen sie die Flugannullierung hinnehmen müssen und wozu Lufthansa verpflichtet ist – TRAVELBOOK gibt einen Überblick.

Lufthansa-Bodenpersonal legt die Arbeit nieder

„Lufthansa muss an den Drehkreuzen in Frankfurt und München für Mittwoch nahezu das gesamte Flugprogramm absagen“, hatte die Airline bereits am Dienstag, den 26. Juli mitgeteilt. Damit hat der bundesweite Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat und der noch bis zum frühen Donnerstagmorgen andauern soll, massive Auswirkungen. Nach Angaben der Lufthansa fallen alleine am Mittwoch in Frankfurt knapp 680 und in München rund 350 Flüge aus. Die etwa 134.000 betroffenen Passagiere sollten möglichst auf alternative Verbindungen umgebucht werden. Allerdings teilte Lufthansa bereits mit, dass es dafür nur sehr begrenzte Kapazitäten gebe.

Diese Rechte haben Urlauber, deren Lufthansa-Flug wegen des Streiks gestrichen wurde

Ersatz-Beförderung und Unterbringung

Grundsätzlich ist die Airline laut der Verbraucherzentrale bei streikbedingtem Flugausfall oder einer Verspätung von mehr als drei Stunden dazu verpflichtet, Reisenden eine alternative Beförderung zum Ziel anzubieten – etwa durch Umbuchung auf einen anderen Flug. Findet der Ersatzflug aber erst am nächsten Tag oder in den darauffolgenden Tagen statt, muss die Fluggesellschaft den Reisenden in einem Hotel unterbringen und für die Fahrt dorthin und zurück zum Flughafen sorgen, so die Verbraucherzentralen weiter. Ebenso haben Airlines die Möglichkeit, das Ticket für innerdeutsche Flüge in eine Bahnfahrkarte umzuwandeln.

Auch interessant: Flug annulliert oder Koffer verloren? Das sind Ihre Rechte

Frist für Alternative setzen

Bietet die Airline so etwas nicht von selbst an, sollten Betroffene ihr eine Frist zur Beschaffung der Alternative setzen. Als angemessenes Zeitfenster für diese Frist sieht Reiserechtler Paul Degott zwei bis drei Stunden nach der geplanten Abflugzeit. Kommt die Airline der Aufforderung nicht nach, raten die Verbraucherzentralen Reisenden, sich selbst Ersatz zu beschaffen und der Airline die Kosten hinterher in Rechnung zu stellen.

Ab fünf Stunden Verspätung Geld zurückverlangen

Hat ein Flug mehr als fünf Stunden Verspätung, können Reisende das Ticket zurückgeben und ihr Geld zurückverlangen – Gutscheine müssen sie nicht akzeptieren. Auch Bearbeitungsgebühren dürfen nicht von der Airline einbehalten werden.

Anspruch auf Entschädigung?

Und was ist mit einem Entschädigungsanspruch respektive den Ausgleichszahlungen nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung? Eigentlich gilt ein Streik des Flughafenpersonals als außerordentlicher Umstand. Reisenden steht bei dieser Bewertung kein Ausgleichsanspruch zu.

Aber: „Es ist die Frage, ob man das doch der Fluggesellschaft zurechnen kann“, sagt Degott. Da in diesem Fall das Bodenpersonal bei der Lufthansa angestellt ist, haben Reisende trotz des Streiks das Recht auf einen Ausgleichsanspruch.

Mehr zu dem Entschädigungsanspruch finden Sie hier.

Das gilt für Pauschalreisen

Bei Pauschalreisen ist der Reiseveranstalter der Ansprechpartner und in der Pflicht, sich um eine alternative Beförderung zu kümmern. Laut der Verbraucherzentrale können Reisende bei einer Verspätung von mehr als fünf Stunden den Reisepreis mindern. Dazu sollte man dem Reiseveranstalter die Verspätung umgehend melden.

Mit Material von dpa und reuters

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