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10 Millionen € für den Kampf gegen Sauftourismus an der Playa de Palma

Im Kampf gegen Sauftourismus

Mallorca-Regierung will jetzt Billighotels kaufen – und sie dann dichtmachen

Playa de Palma Mallorca
An der Playa de Palma auf Mallorca sagt die Regierung dem Billig-Tourismus weiter den Kampf anFoto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Augst / Eibner-Pressefoto

Obwohl Mallorcas Inselregierung und zahlreiche Verbände seit Jahren einen Imagewechsel anstreben, ziehen die Sauftouristen an der Playa de Palma weiter grölend durch die Straßen. Zahlreiche Gesetze und Benimmregeln zeigen nur marginale Wirkung im Kampf gegen den Sauftourismus. Nun will die Regierung die Spielstätten der Partyurlauber aufkaufen.

Die Playa de Palma: Der sechs Kilometer lange Strand ist seit Jahrzehnten „berühmt“ für Sauftourismus. Unzählige Bars, Hotels und Diskotheken reihen sich hier aneinander und mittendrin „thront“ der berühmte Balneario 6, besser bekannt als Ballermann. Dort, entlang der Strandpromenade, Schinken- oder Bierstraße, und vor allem in den bekannten Lokalen wie Oberbayern, Megapark und Bierkönig, tobt der Exzess. Doch während die Partytouristen nach der Corona-Zwangspause in den Sommermonaten feierten, als gäbe es kein Morgen mehr, treibt die Regierung den angestrebten Imagewandel weiter voran. Um die Insel für zahlungskräftige und zivilisiert auftretende Urlauber interessanter zu machen, will man nun Billighotels und einigen Lokalen den Riegel vorschieben.

Regierung investiert 10 Millionen in Imagewandel

Bierkönig Sauftourismus Playa de Palma
Der Sauftourismus an der Playa de Palma ist nach der Corona-Zwangspause zurück: Hier vergnügt sich das Partyvolk im bekannten Bierkönig (Aufnahme von Mai 2022).Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Augst / Eibner-Pressefoto

„Der Sauftourismus ist zurück, die Saison ist gelaufen“. Das beklagten der Präsident von Palma Beach, Juan Miguel Ferrer, und sein Geschäftsführer Pedro Marín laut „Mallorca Magazin“ bereits im Juni dieses Jahres. Die Sauftouristen haben nach der Corona-Pause wieder übernommen und geben oft nur 30 Euro am Tag aus – vorrangig für Alkohol. „Sie steigen schon besoffen aus den Fliegern, grölen herum und kotzen auf die Straße“, so beide weiter.

Obwohl bereits eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt und zahlreiche Benimmregeln eingeführt wurden (TRAVELBOOK berichtete), schaffte es Mallorca bis dato nicht, den Exzesstourismus von der Insel zu verdrängen. Nun setzt die Regierung auf eine drastische Maßnahme. So sollen 10 Millionen Euro investiert werden, um Billighotels und Lokale aufzukaufen, damit man sie anschließend dichtmachen kann. Das teilte die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol laut „Mallorca Magazin“ am Dienstag, dem 4. Oktober, mit. Es mache keinen Sinn, immer nur oberflächlich über Massifizierung zu diskutieren, sagte die Regierungschefin. Es müsse jetzt konkret etwas passieren, um das Party-Image erfolgreich abzustreifen.

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Warum greifen die bisherigen Maßnahmen bisher nicht?

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Im Megapark feiern die Partytouristen im Sommer wie vor Corona-Zeiten – laut der Unternehmer von Palma Beach ist der Sauftourismus sogar noch schlimmer als vor der Pandemie


Doch was läuft eigentlich schief, dass trotz der bisherigen Maßnahmen und Benimmregeln der Sauftourismus boomt? Die Polizei müsse die strengeren Regeln auf den Straßen schlicht verstärkt durchsetzen. „Wer gegen die Benimmregeln verstößt, sollte direkt vor Ort zur Kasse gebeten werden. Im Zweifel sollen ihn die Beamten bis an den Geldautomaten begleiten“, forderte Ferrer bereits im Juni.


Nachdem immer mehr Kritik aufgekommen war, dass die erlassenen Gesetze und Benimmregeln nicht genug kontrolliert würden, griff die Regierung in Palma jedoch härter durch. So wurden etwa bereits im Juli mehrere Lokale in Magaluf und am Ballermann vorübergehend geschlossen, da sie gegen das „Anti-Sauftourismus-Gesetz“ verstoßen haben.

Nun bleibt abzuwarten, ob die jeweiligen Eigentümer die von der Regierung ins Auge gefassten Hotels und Lokale überhaupt verkaufen wollen. Fraglich ist zudem, ob es überhaupt eine Gesetzesgrundlage geben kann, mittels derer auch ein Aufkaufen der Immobilien bei Nichteinwilligung der Eigentümer erfolgen kann.

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