Gepanschte Drinks?

Mysteriöse Touristen-Todesfälle häufen sich in der Dominikanischen Republik

Poolanlage in einem All Inclusive Hotel mit Sonnenliegen, Punta Cana, Dominikanische Republik, Karibik, Mittelamerika
Die Region Punta Cana der Dominikanischen Republik ist auch bei Deutschen sehr beliebt
Foto: DPA Picture Alliance

Vier Menschen sterben innerhalb von zwei Monaten in Hotels in der Dominikanischen Republik. Zwei davon im selben Ressort. Sind die Fälle mit einander verbunden?

Ende Mai wurden die Leichen vom Ehepaar Edward Holmes (63) und Cynthia Day (49) auf ihrem Zimmer in einem Luxushotel im Urlaubsort La Romana entdeckt. In ihrem Zimmer fand man Medikamente, welche gegen Bluthochdruck verschrieben werden.

Im selben Ort, aber in einem anderen Hotel, dem Bahia Principe La Romana, starb die Amerikanerin Miranda Schaup-Werner im Alter von 41 Jahren, kurz nachdem sie einen Drink aus der Minibar genommen hatte. Wie die „New York Times“ berichtet, checkten alle drei Touristen am selben Tag in ihren Hotels ein.

Zwei Monate zuvor starb ein weiterer US-Amerikanischer Tourist: Robert Bell Wallace hatte im Hard Rock Hotel in der Punta Cana eingecheckt und sich ebenfalls an der Minibar bedient. Seine Nichte sagte dem US-Sender „Fox News“, dass der 67-jährige Wallace einen Scotch aus der Minibar getrunken hatte und sich sofort schlecht gefühlt hätte. „Er hatte Blut im Urin und Stuhl.“ Einen Tag später starb Wallace in einem Krankenhaus.

Ähnliche Todesursachen

Das Unheimliche: Bei drei der Touristen wurden als Todesursache Atemversagen und Flüssigkeit in der Lunge angegeben, was auch ursprünglich die Diagnose von Schaup-Werner war, die jedoch später in „Herzversagen“ korrigiert wurde.

Spannende Videos rund ums Thema Reisen gibt’s übrigens auf unserem YouTube-Kanal – hier abonnieren!

Durch mehrere Medien wurde eine US-Amerikanische Witwe auf die Fälle aufmerksam. Sie gab an, dass ihr Mann 2018 ebenfalls im Hard Rock Hotel gestorben sei. Offizielle Todesursache: Atemstillstand und Herzinfarkt. Dem „NBC“ erzählte eine weitere Frau, dass ihre Schwester im Juni 2018 ebenfalls im Bahia Principe Hotel gestorben sei, nachdem sie einen Drink aus der Minibar zu sich genommen hatte. Am nächsten Morgen fand ihr Verlobter sie tot vor. Auch bei ihr wurde Herzversagen als Todesursache angegeben.

Das FBI ermittelt

Francisco Javier García, der Tourismusminister von der Dominikanischen Republik, äußerte sich zu den vielen Fällen. Wie die spanische Ausgabe des „CNN“ berichtete, gehen die Autoritäten des Landes derzeit nicht davon aus, dass die Fälle miteinander verbunden sind. Dennoch würden alle Vorfälle derzeit von der Polizei gründlich untersucht und überprüft. Das US-amerikanische Außenministerium ließ verlauten, die Ermittlungen streng zu überwachen.

Mittlerweile hat sich auch das FBI eingeschaltet. Wie die amerikanische Botschaft in Santo Domingo in einem Statement mitteilte, gäbe es toxikologische Ermittlungen zu drei Todesfällen. Bis zu einem Ergebnis könnte es jedoch bis zu 30 Tage dauern. Auch die deutsche Botschaft der Dominikanischen Republik in Berlin verwies gegenüber TRAVELBOOK darauf, dass die Ermittlungen noch laufen und man zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht über die Todesursachen spekulieren wolle.

Das Hard Rock Hotel sagte in einer Stellungnahme, alle Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten.

Ungewöhnlich viele Lebensmittelvergiftungen

Laut der „New York Post“ haben allein im bisherigen Juni 52 Touristen auf der Website Igotpoisoned.com angegeben, während ihres Aufenthaltes in der Dominikanischen Republik Beschwerden einer Lebensmittelvergiftung aufzuweisen. Allein 45 davon sollen sich im Hard Rock Hotel befunden haben. Der Gründer der Website sagte der Zeitung, dass diese Anzahl von Meldungen ungewöhnlich hoch sei. Ruft man die Website neu auf, sind es mittlerweile 620 Personen, die diesen Monat eine Vergiftung auf der Dominikanischen Republik gemeldet hätten. Die meisten davon in der Punta Cana Region.

Auf einen Blick: Die besten Reise-Storys und -Angebote der Woche gibt’s im kostenlosen TRAVELBOOK-Newsletter!

Fußballprofi Marcos Rojo von Manchester United hat Konsequenzen ergriffen: Der argentinische Verteidiger hatte laut dem „Daily Mirror“ das Hard Rock Hotel auf der Dominikanischen Republik verlassen, nachdem er wenige Tage zuvor eingecheckt hatte. Nach Angaben der Zeitung habe der Spieler dem Hotel wegen der ungeklärten Todesfälle den Rücken gekehrt.