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Infos zur Reklamation

Welche Entschädigung steht Bahnreisenden bei Verspätungen zu?

Deutsche Bahn App Verspätungen Erstattungen
Bei der Bahn kann die Erstattung wegen Verspätungen analog oder in der App beantragt werdenFoto: dpa Picture Alliance

Ob nun ein Streik oder ein Unwetter: Was bleibt, sind im Anschluss oft viel Frust ob Verspätungen und verfallener Tickets. Wer Entschädigungsansprüche erheben möchte, sollte nicht zögern. TRAVELBOOK weiß, wie viel Sie wann bekommen und wie Sie die Entschädigungen online oder analog beantragen können.

Wer bei der Deutschen Bahn von Zugausfällen oder Verspätungen betroffen ist, sollte möglichst rasch Entschädigungen geltend machen. Stellt sich das Unternehmen bei dem Anspruch quer, kann eine Schlichtungsstelle helfen. „Auch wenn nach den gesetzlichen Bestimmungen Fahrgäste ein Jahr Zeit haben, ihr Ticket zurückzugeben, empfiehlt sich sofortiges Handeln“, sagt Heinz Klewe, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) in Berlin. Laut dem Experten muss die Beantwortung der Beschwerde dann innerhalb eines Monats erfolgen.

Doch was steht Reisenden überhaupt zu? Und wie kommen sie an die Entschädigung? TRAVELBOOK hat die Antworten.

Wie hoch ist die Entschädigung bei einer Verspätung?

Ihre Ticketkosten zurückfordern können laut Bahn Kunden, die auf Hinweis der DB eine gebuchte Fahrt nicht angetreten haben. Das kann zum Beispiel in einem angegebenen Streikzeitraum der Fall sein oder bei einer Unwetter-Lage. Wenn Reisende eine Fahrt angetreten haben, bei der es aber zu Verspätungen und Zugausfällen gekommen ist, haben sie Anspruch auf Entschädigung.

Die Höhe der Erstattung hängt bei der Bahn immer von der Höhe der Verspätung ab. Ab einer Stunde Verspätung überweist die Bahn ein Viertel des ursprünglichen Fahrpreises zurück, ab zwei Stunden die Hälfte. Das ist der Höchstsatz einer Erstattung bei der Deutschen Bahn – auch wenn mal die Verspätung zehn Stunden beträgt, bekommen Reisende maximal 50 Prozent des Fahrpreises zurück.

Auch für Inhaber einer Zeitkarte (z. B. eine Bahncard50) kann sich eine Reklamation lohnen. Hierfür bietet die Bahn pauschale Entschädigungen bei Verspätungen von mehr als einer Stunde an. Erstattungen geben kann es unter Umständen auch für reservierte Sitzplätze, die nicht eingenommen werden konnten, für Ausgaben für Verpflegung sowie für Übernachtungskosten oder die Weiterfahrt mit anderen Verkehrsmitteln.

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So beantragen Sie bei der Bahn eine Entschädigung bei Verspätungen

Seit 1. Juni können Bahnkunden und -Kundinnen die Entschädigung sowohl digital als auch analog beantragen.

Digitale Erstattung

Bei einem mobil gekauften Ticket gibt es die Möglichkeit, die Entschädigung wegen einer Verspätung über die App der Bahn einzufordern. Dafür müssen Kunden sich in der App mit dem Kundenkonto anmelden, mit dem auch das Ticket gekauft wurde. Unter „Meine Tickets“ muss die entsprechende Reise ausgewählt weden, für die Sie Entschädigung beantragen wollen. Dann muss bei „Fahrgastrechte“ der Button „Entschädigung beantragen“ ausgewählt werden.

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Analoge Erstattung

Alternativ können Reisende nach einer Verspätung ihre Entschädigung mit einem Papierformular einfordern. Im besten Fall sollte auf dem Formular direkt von der Bahn bestätigt werden, dass eine Verspätung vorliegt. Dafür kann man sich das Formular im Zug bereits aushändigen lassen oder einem der Reisezentren der Deutschen Bahn. Alternativ kann es auch ausgedruckt werden, hier finden Sie das Formular.

Das Formular muss nun händisch ausgefüllt werden bevor es zusammen mit dem zu erstattenden Ticket verschickt wird. Entweder wird der Antrag per Post an den Konzern geschickt oder er wird bei einem der Reisezentren in den Bahnhöfen abgeben.

mit Material der dpa

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