In welchem Land wird am meisten gespendet? Welche Nation hat die hilfsbereitesten Bürger? Seit 2010 gibt die britische Charities Aid Foundation darüber im World Giving Index (WGI) Aufschluss. Darin werden mehr als 100 Länder weltweit danach ausgewertet, wie großzügig und hilfsbereit sie sind. Der aktuelle Report von 2021 bildet das uneigennützige Engagement der Länder im Jahr 2020 ab. Spitzenreiter: der größte Inselstaat der Welt.
Der World Giving Index zeigt die Gemeinnützigkeit unterschiedlicher Nationen. Für die Platzierungen sind drei Kategorien entscheidend: die Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden, die Bereitschaft zur Geldspende und der Zeiteinsatz freiwilliger Arbeit in gemeinnützigen Organisationen. Die Auswertung basiert auf den Daten der World Poll (zu Deutsch: Weltumfrage) – ein Forschungsprojekt des US-amerikanischen Markt- und Meinungsforschungsinstituts Gallup. Ganz oben auf der Rangliste der großzügigsten Länder steht – wie auch schon im letzten Report aus dem Jahr 2018 – der asiatische Inselstaat Indonesien.
Zum zweiten Mal in Folge das großzügigste Land der Welt: Indonesien. Der asiatische Inselstaat steigerte sich von 59 Prozent im letzten WGI-Report von 2018 auf aktuell 69 Prozent. Foto: Getty Images
Indonesien ist laut WGI das großzügigste Land der Welt
Indonesien landet auf Platz 1 des WGI-Rankings. Mehr als acht von zehn Indonesiern und Indonesierinnen haben im Jahr 2020 Geld gespendet. Der Zeiteinsatz gemeinnütziger Arbeit ist in dem Inselstaat mehr als dreimal so hoch wie im globalen Durchschnitt.
Afrika holt Silber und Bronze: Der zweite Platz geht an Kenia, gefolgt von Nigeria auf dem dritten Platz.
Die Top Ten der großzügigsten Länder hat sich im Jahr 2020 substanziell verändert
Viele Länder, die in früheren WGI-Berichten konstant in den Top Ten gewesen sind, mussten im Jahr 2020 einen starken Rückgang ihrer Indexwerte verzeichnen. Immens abgefallen sind die USA, Kanada, Irland und die Niederlande. An ihrer Stelle neu in die Top Ten aufgestiegen sind Nigeria, Ghana, Uganda und der Kosovo. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind eine mögliche Erklärung für die veränderten Rankings: Durch die Lockdowns wurden die Möglichkeiten des uneigennützigen Engagements eingeschränkt oder zumindest gewandelt.
Insgesamt landen vier afrikanische Länder in den Top Ten der großzügigsten Länder der Welt: Kenia (zweiter Platz), Nigeria (dritter Platz), Ghana (sechster Platz) und Uganda (achter Platz). Foto: Getty Images
Deutschland gehört zu den größten Verlierern
Deutschland war seit Bestehen des Index‘ schon immer weit von den Top Ten entfernt. In der aktuellen Auswertung hat Deutschland jedoch so schlecht wie noch nie abgeschnitten und landet auf dem vierten Platz der größten Verlierer: Nach Rang 22 (2013), 28 (2014), 20 (2015), 21 (2016), 19 (2017) und 22 (2018) schafft es Deutschland im Jahr 2020 gerade mal auf den 85. Platz.
Hilfsbereitschaft ist vor allem in wirtschaftlich schwachen Ländern groß
Interessant ist auch, sich die Ergebnisse der einzelnen Kategorien anzusehen: In Sachen Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden findet sich nämlich kein einziges europäisches Land in den Top Ten. Die laut World Giving Index hilfsbereitesten Menschen leben in Nigeria. Auf dem zweiten Platz landet Kamerun, gefolgt vom Irak. Deutschland taucht erst auf Platz 100 auf.
In puncto Geldspenden führen folgende Länder die Tabelle an: Indonesien, Myanmar und Australien. Deutschland landet auf dem 42. Platz. Im Durchschnitt haben drei von zehn Erwachsenen im Jahr 2020 Geld gespendet.
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Spannende Einblicke gibt auch die Tabelle über die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit. Die Spitzenreiter: Indonesien, Tadschikistan und Kenia. Die Deutschen liegen auf Rang 70.
Die Schlusslichter
Die drei im World Giving Index am schlechtesten bewerteten Länder der Welt sind Belgien (Platz 112), Portugal (Platz 113) und Japan (Platz 114).
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