13. November 2025, 6:11 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Viele nutzen ihren Urlaub, um dem Alltag zu entkommen. Während die meisten dafür in beliebte Urlaubsregionen, in die Berge oder ans Meer reisen, gibt es auch Unterkünfte, die wirklich mitten im sprichwörtlichen „Nirgendwo“ liegen. Eine davon steht in Grönland – und sie dürfte zu den wohl abgelegensten Ferienhäusern der Welt gehören.
Sie steht – oder besser gesagt, sie schwimmt – mitten in einer Gletscherbucht im Osten Grönlands, umgeben von Eisbergen, mächtigen Gletschern und Berggipfeln: eine grüne, sechseckige Hütte, die mit Seilen und einem Anker am Land befestigt ist, aber ansonsten frei in einer Bucht schwimmt. Die sogenannte „Floating Glacier Hut“ gehört wohl zu den außergewöhnlichsten Ferienunterkünften der Welt und ist in ihrer Form einzigartig.
Aurora-Hütte mitten in Grönland
In einem Interview mit der britischen „BBC“ erzählte der Gründer Nicolo Segreto, ein lokaler Gletscherführer, von der Idee hinter der schwimmenden Unterkunft. Vor rund zehn Jahren entdeckte Segreto zufällig eine Gletscherhöhle an der Ostküste Grönlands. Um die Region touristisch zu beleben, gründete er ein Abenteuerunternehmen, aus dem schließlich auch die Floating Glacier Hut entstand.
Bereits die Anreise zur schwimmenden Unterkunft ist ein Abenteuer für sich. Zunächst fliegt man nach Island, meist nach Reykjavík, anschließend weiter mit einem Regionalflug nach Kulusuk im Osten Grönlands. Von dort geht es per Boot in rund 45 Minuten zu einer unbewohnten Gletscherbucht, in der die Unterkunft liegt. Die nächste größere Stadt, Ittoqqortoormiit, ist Hunderte Kilometer entfernt, Internet gibt es keines. Wer telefonieren möchte, kann das ausschließlich über ein Satellitentelefon tun. Bei schlechtem Wetter kann die Hütte außerdem nicht erreicht werden, heißt es auf der Buchungsplattform „Airbnb“.
Wirft man einen Blick ins Innere der Hütte, zeigt sich eine schlicht eingerichtete Unterkunft mit rund 20 Quadratmetern Fläche, einem Doppelbett, einer kleinen Küche und Stauraum für das Nötigste. Laut Grönlands offizieller Tourismusorganisation können Gäste dort nicht nur übernachten, sondern durch die Glaskuppel den Sternenhimmel und die Nordlichter beobachten. Zusätzlich werden Barbecue-Abende auf dem Deck sowie geführte Eishöhlen-, Gletscher- und Angelausflüge angeboten. Auch wenn die rechteckige Aurora-Hütte vorwiegend verglast ist, soll sie laut dem Betreiber durchaus sicher sein. „Wenn ein Eisbär kommt“, sagt Segreto, „bist du hier am sichersten. Geh einfach rein und schließ die Tür ab“, erklärte er im BBC-Interview. Der Reiseleiter selbst soll außerdem zur Sicherheit in einer nahegelegenen Unterkunft wohnen.
Laut aktuellen Angaben (Stand: November) ist die Floating Glacier Hut bis Juli 2026 ausgebucht. Anschließend ist sie ab etwa 990 Euro pro Nacht verfügbar.
Weitere außergewöhnliche Unterkünfte
Auch in Deutschland gibt es außergewöhnliche Ferienunterkünfte. Dazu zählt das rund 75 Quadratmeter große „Floating House“ (TRAVELBOOK berichtete) vor der Insel Usedom im Yachthafen von Kröslin. Gäste übernachten hier in einem schwimmenden Haus auf Stelzen, ausgestattet mit drei Schlafzimmern und sogar einer eigenen Sauna. Wer es wärmer mag, findet auf Mallorca eine Finca der besonderen Art: eine ehemalige Mühle in der Gemeinde Llubí im Inselinneren, in der Gäste auf 150 Quadratmetern im historischen Mühlenturm übernachten können.

