18. Mai 2026, 14:03 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer glaubt, Ortsnamen gebe es nur einmal auf der Welt, irrt sich. Viele deutsche Städtenamen finden sich auch im Ausland. Wer durch die USA reist, kann so plötzlich in Berlin landen oder in Hamburg, Frankfurt und sogar Stuttgart. Und nicht nur das: Hunderte Orte weltweit heißen wie deutsche Städte. TRAVELBOOK stellt eine Auswahl vor.
Der Grund für die doppelten Ortsnamen liegt vor allem in der Auswanderung: Im 18. und 19. Jahrhundert verließen Millionen Deutsche ihre Heimat und gründeten in Nordamerika, Australien oder Südamerika neue Siedlungen. Dabei brachten sie nicht nur ihre Kultur, sondern auch bekannte Ortsnamen mit. Bis heute finden sich diese Spuren auf Landkarten weltweit.
Übersicht
Diese 5 deutschen Ortsnamen gibt es auch im Ausland
Blumenau, Brasilien
Blumenau gibt es nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in Brasilien. Die Stadt im Bundesstaat Santa Catarina gilt als einer der bekanntesten Orte deutscher Kultur in Südamerika. Gegründet wurde sie 1850 von dem deutschen Apotheker Hermann Blumenau. Viele der ersten Siedler kamen ebenfalls aus Deutschland und prägten die Region nachhaltig.
Bis heute sind die Einflüsse sichtbar: Fachwerkhäuser, deutsche Küche und sogar ein eigenes Oktoberfest gehören zum Stadtbild. Blumenau gilt so als eine der Städte mit dem stärksten deutschen Erbe außerhalb Europas.
New Braunfels, Texas
Die Stadt New Braunfels im US-Bundesstaat Texas wurde 1845 von deutschen Auswanderern unter der Leitung von Prinz Carl zu Solms-Braunfels gegründet. Ihren Namen verdankt sie der hessischen Stadt Braunfels. Besonders sichtbar wird das deutsche Erbe bei Festen, in der Gastronomie und in lokalen Traditionen. Bekanntestes Beispiel ist das zehntägige „Wurstfest“, das als texanische Hommage an das deutsche Oktoberfest gilt.
Wuppertal, Südafrika
Wuppertal liegt nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Südafrika. Die kleine Ortschaft, die oft auch Wupperthal geschrieben wird, gründete die Rheinische Missionsgesellschaft 1830 unter der Leitung von Theobald von Wurmb und Johann Gottlieb Leipoldt als Missionsstation.
Besonders kurios: Die südafrikanische Siedlung trug den Namen bereits, bevor die deutsche Stadt Wuppertal überhaupt entstand. Ihren Namen erhielt sie nach dem Tal der Wupper in Deutschland und ist damit streng genommen der ursprüngliche Namensträger. Heute ist die Region unter anderem für ihren Rooibos-Anbau bekannt, wie der Reiseführer „Kapstadt.de“ schreibt.
Dresden, Kanada
Auch in Kanada gibt es ein Dresden. Die Kleinstadt in der Provinz Ontario wurde im 19. Jahrhundert von europäischen Siedlern gegründet. Bekannt ist der Ort heute vor allem durch Josiah Henson, einen ehemaligen Sklaven und Abolitionisten, der sich in der Nähe niederließ.
Seine Lebensgeschichte soll Harriet Beecher Stowe zu ihrem weltberühmten Roman „Onkel Toms Hütte“ inspiriert haben. An diese Geschichte erinnert heute die „Uncle Tom’s Cabin Historic Site“, ein Freilichtmuseum zur Flucht aus der Sklaverei. Durch die Lage am Sydenham River zieht Dresden außerdem regelmäßig Bootsfahrer und Angler an.
Hanover, New Hampshire
Der wohl bekannteste Ort der Auswahl ist Hanover im US-Bundesstaat New Hampshire. Die kleine Neuengland-Stadt mit ihren nur wenigen tausend Einwohnern wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar. International berühmt ist Hanover jedoch durch das Dartmouth College. Die Eliteuniversität gehört zur berühmten Ivy League und zieht jedes Jahr Studenten aus aller Welt an. Im Vergleich zu renommierten Hochschulen wie Harvard oder Yale gilt Dartmouth allerdings als vergleichsweise klein.
Siedler aus Connecticut gründeten Hanover im Jahr 1761. Den Namen erhielt die Stadt zu Ehren des damaligen britischen Königshauses House of Hanover, dessen Wurzeln wiederum in der deutschen Stadt Hannover liegen.