25. September 2026, 18:26 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wind in den Dünen, Segelboote auf dem Wasser, ein Leuchtturm am Horizont: Wer „Dr. Nice“ schaut, bekommt nebenbei eine ziemlich überzeugende Idee davon, warum so viele Menschen ihren Urlaub in Schleswig-Holstein verbringen. Passend zum Start der neuen Staffel hat sich TRAVELBOOK auf die Spuren der ZDF-Serie begeben und geschaut, wo die schönsten Szenen entstanden sind. Welche Orte sich auch abseits des Bildschirms für einen Besuch lohnen, lesen Sie hier.
Natürlich geht es in der Herzkino-Serie eigentlich um Arzt Moritz Neiss und die Turbulenzen seines Lebens. Doch die raue Küstenlandschaft der Flensburger Förde stiehlt ihm immer wieder die Show.
Die Flensburger Förde – zwischen Deutschland und Dänemark
Die Meeresbucht im äußersten Norden Schleswig-Holsteins bildet die natürliche Grenze zu Dänemark. Sie prägt mit ihren Stränden, kleinen Küstenorten und Segelrevieren die Kulisse der Serie. Genau so, wie man sich den Norden wünschen würde: maritim, entspannt und mit viel Wasserblick.
Rund um die Förde liegen historische Städte wie Flensburg auf deutscher und Sønderborg auf dänischer Seite, dazwischen wechseln sich Badebuchten, Yachthäfen und kleine Dörfer ab. Gleichzeitig spürt man vielerorts den Einfluss beider Länder. Skandinavisches Flair gehört hier ebenso zur Region wie norddeutsche Gelassenheit.
Leuchtturm Falshöft – das Postkartenmotiv der Förde
Was in einer Serie an der Ostsee natürlich nicht fehlen darf, ist ein Leuchtturm. Mit dem Leuchtturm Falshöft bei Pommerby taucht in „Dr. Nice“ eines der bekanntesten Wahrzeichen der Flensburger Förde immer wieder als Kulisse auf. Der markante rot-weiße Turm (großes Foto oben) verkörpert genau das maritime Schleswig-Holstein-Bild, das viele Zuschauer mit dem Norden verbinden.
Besucher können den Turm besichtigen und den Blick über die Flensburger Förde bis Richtung Dänemark schweifen lassen. Wer mag, kann hier sogar heiraten. Der Leuchtturm gehört zu den fotogensten Orten der Förde und war bereits in anderen ZDF-Produktionen wie „Der Landarzt“ oder „Da kommt Kalle“ zu sehen.
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Das „Hotel Ostseeschlösschen“ gibt es wirklich
Hinter dem fiktiven „Hotel Ostseeschlösschen“ verbirgt sich das Boutique-Hotel Wassersleben direkt an der Flensburger Förde. Hier bezieht Dr. Moritz Neiss sein Deluxe-Zimmer mit Balkon und Blick aufs Wasser. Das Schöne daran: Anders als viele Filmkulissen lässt sich das „Ostseeschlösschen“ nicht nur von außen bestaunen. Gäste können hier tatsächlich einchecken und dieselbe Aussicht genießen, die in der Serie immer wieder zu sehen ist.
Dass das Interesse an den Drehorten wächst, spüren die Betreiber längst. Hotelinhaber Eicke Steinort sagte 2026 in einem Interview mit der IHK Schleswig-Holstein, dass immer mehr Besucher gezielt wegen „Dr. Nice“ in die Region kommen. Auch Schauspieler und Location-Scout Mathias Harrebye-Brandt sieht in der Serie Potenzial für den Tourismus und hat bereits eine eigene Drehort-Tour rund um Glücksburg angeregt.
„Dr. Nice“ auch in Berlin und Brandenburg
Eine kleine Illusion müssen wir zum Schluss allerdings zerstören: Nicht alles, was in „Dr. Nice“ nach Schleswig-Holstein aussieht, liegt tatsächlich im äußersten Norden von Deutschland. So befindet sich das Förde-Klinikum Flensburg, in dem sich Moritz Neiss regelmäßig Schlagabtausche mit seinem Rivalen Dr. Florian Schmidtke liefert, in Wirklichkeit in Berlin. Als Krankenhauskulisse dient das Unfallkrankenhaus Berlin im Stadtteil Biesdorf.
Auch Neiss‘ Landarztpraxis steht nicht an der Flensburger Förde, sondern in Brandenburg. Die Szenen entstanden in einer historischen Kulturscheune im Ort Kähnsdorf am Großen Seddiner See. Viele Zuschauer dürften den Unterschied kaum bemerken. Das spricht letztlich für die Macher der Serie, die es schaffen, aus verschiedenen Drehorten eine glaubwürdige norddeutsche Serienwelt zu erschaffen.