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Hollywood setzt die Akropolis in Szene

Mit Kirsten Dunst durch Athen

Die Akropolis von Athen
Die Akropolis von AthenFoto: Getty Images

Sie wollen nach Griechenland, am besten sofort? Kein Problem, denn jetzt kommen Athen & Co. ins Kino. Allerdings müssen Sie sich nicht nur auf eine Reise in den Süden gefasst machen, sondern auch auf eine zurück in die Zeit. Der Film „Die zwei Gesichter des Januars” mit Kirsten Dunst in einer der Hauptrollen spielt in den 60er-Jahren – und ist bei aller Spannung eine Hommage an das Reisen und: an Griechenland.

Seit mehr als 20 Jahren hat kein Filmemacher auf der Akropolis drehen dürfen. Der Ort ist eine Art Heiligtum, Symbol für die einstige Stärke Griechenlands, das Wahrzeichen Athens. Doch als Hossein Amini fragte, ob er für seine Verfilmung des Thrillers „Die zwei Gesichter des Januars“ von Patricia Highsmith seine Kameras direkt zwischen den antiken Säulen aufbauen dürfte, musste man offenbar nicht lange überlegen.

Aber warum auch? Das von der Finanzkrise arg gebeutelte Griechenland dürfte von dem Film letztlich nur profitieren. Denn dass es dem Tourismus eines Ortes immer dann wieder gut geht, wenn Hollywood ihn auf die Leinwand bannte, ist kein Geheimnis, sondern vielerorts zu beobachten. Zuletzt zum Beispiel auf Island, das ja auch große finanzielle Schwierigkeiten hatte – und wo nach dem Dreh verschiedener Blockbuster (etwa Noah, Prometheus, Game of Thrones, Das erstaunliche Leben des Walter Mitty) zumindest der Tourismus boomt.

Dass in dem Film von Amini das Reisen eine große Rolle spielt und die Destinationen dabei ins rechte, sonnenweiche Licht gerückt werden, machen den Film unter dem Strich sogar zu dem wohl besten Image-Video, das man sich für die Region nur wünschen kann. Dabei stört noch nicht einmal, dass die Handlung vor einem halben Jahrhundert spielt – haben viele Orte hier doch noch immer den Charme jener Tage. Manchmal so viel, dass die Bühnenbildner kaum Arbeit hatten.

Ihre Flucht führt die Protagonisten nach Kreta und hier zum Beispiel in die Nähe von Knossos
Ihre Flucht führt die Protagonisten nach Kreta und hier zum Beispiel in die Nähe von Knossos. Foto: StudioncanalFoto: Studioncanal

Chania auf Kreta zum Beispiel. Die entlegene und verschlafene Kleinstadt mit ihren architektonischen Meisterwerken unterschiedlichen kulturellen und historischen Ursprungs war für Regisseur Amini sogar „eine Offenbarung“. Chania wurde zum Lieblingsort des Regisseurs. Und nicht nur von ihm. Einen Monat lebte die Filmcrew in dem Ort und nach den Dreharbeiten fuhr so mancher aus dem Team gleich wieder hin – mit der Familie, für die Ferien.

Dass sich die MacFarlands (gespielt von Kirsten Dunst und Viggo Mortensen) in dem Film nach Kreta flüchten, ist übrigens passend: Denn die größte und zugleich am südlichsten gelegene griechische Insel soll selbst im Kontext einer Flucht zu ihrem Namen gekommen sein. Angeblich ist der Gottkönig Amun mit seiner Geliebten Idaia hierhin geflohen. Die Nymphe und ihr Zufluchtsort wurden demnach anschließend in Krete, zu Deutsch Kreta umbenannt.

Es wird viel gereist in dem Film „Die zwei Gesichter des Januars”, hier: Viggo Mortensen im Bus
Es wird viel gereist in dem Film „Die zwei Gesichter des Januars”, hier: Viggo Mortensen im Bus. Foto: StudiocanalFoto: Studiocanal

Passend auch, dass die kulturfreudigen MacFarlands in Heraklion Station machen – denn die größte Stadt Kretas ist ein geschichtsträchtiger Ort, berühmt für die zahlreichen Bauten, die in der venezianischen Zeit entstanden. Wie etwa die Stadtmauer oder auch die beeindruckende, im Renaissancestil erbaute Loggia. In Heraklion müssen die Protagonisten übrigens unfreiwillig im Freien übernachten.

Schicksalhaftes Knossos

Die Flucht führt sie auch nach Knossos, wo sich die Schlinge um die drei Helden immer weiter zuzieht – auch dies passend zur historischen Stadt, denn hier soll einst der Minotaurus zum Leben erweckt worden sein. Diese ungeheure Gestalt, halb Mann, halb Stier, verschlang gerne Menschen, weshalb man ein magisches Labyrinth bauen ließ, aus dem der Minotaurus nie entkommen sollte. Letztlich wird Knossos für das gesamte Reisetrio zum schicksalhaften Ort. Doch ihre Reise ist hier noch lange nicht zu Ende.

Endstation Istanbul

Zum großen Showdown kommt es übrigens in Istanbul. Diese Stadt hat bekanntlich schon vielen Filmen ihre Kulisse gegeben. Allen voran natürlich James Bond, der hier erst kürzlich in Skyfall mit dem Motorrad über den Großen Basar heizte. Dabei ging zwar einiges zu Bruch, doch am Ende der Dreharbeiten hatte 007 diesmal nicht nur die Welt gerettet, sondern auch den Großen Basar. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Und was werden „Die zwei Gesichter des Januars” mit den Drehorten machen? Sicher wird der Film so manchen Reisenden in die Regionen locken, die in der letzten Zeit auf der touristischen Landkarte so schnell verblassten wie sie in die Schlagzeilen gerieten. Der Film, davon ist auszugehen, wird ihre Strahlkraft stärken – denn wer kann das besser als Hollywood?

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