18. Januar 2026, 7:48 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Die Science-Fiction-Filme „Avatar“ gehören zu den weltweit erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten. Atemberaubende Naturwelten aus schwebenden Bergen, dschungelartigen Wäldern und kristallklaren Riffen lassen die Zuschauer in ein fernes Paradies eintauchen. Der einzigartige Einklang aus Natur, Tieren und dem Volk der Na’vi scheint nicht von dieser Welt – und doch liegen die Wurzeln des fernen Pandora direkt auf unserer Erde. Welche realen Orte Regisseur James Cameron für „Avatar“ inspiriert haben, lesen Sie im Folgenden.
Schon im Jahr 2009 löste der erste „Avatar“-Teil „Aufbruch nach Pandora“ eine besondere Faszination für die magische Fantasiewelt aus, die im Jahr 2154 spielt. Nach der Veröffentlichung von „The Way of Water“ (2022) kam nun auch der dritte Teil „Fire and Ash“ am 17. Dezember 2025 auf die Kinoleinwände. Die Filme führen bei vielen Zuschauern zu einer Art Sehnsucht nach der paradiesischen Welt – bei einigen Fans tritt sogar ein Gefühl von Leere ein, was als das „Post-Avatar-Depressions-Syndrom“ bezeichnet wird (FITBOOK berichtete). Der Planet Pandora existiert auf einem Lichtjahre entfernten Mond und ist fiktiv – doch die „Avatar“-Geschichte ist tief in den spektakulärsten Landschaften unserer Erde verwurzelt. Tatsächlich ist Pandora also viel näher an uns dran, als wir dachten!
Laut „National Geographic“ spiegelt Pandora bewusst unsere Erde – eine Welt, in der Natur und Kultur zusammengehören und ein respektvollerer Umgang mit der Umwelt möglich wirkt. James Cameron versteht die „Avatar“-Reihe auch als stillen Appell: Wer sich in Pandoras Welt verliebt, sollte im Idealfall sensibler werden für das, was wir auf der Erde schützen müssen.
„Avatar: Fire and Ash“ – im Element des Feuers
„Fire and Ash“ ist der dritte Teil der erfolgreichen Science-Fiction- und Abenteuerreihe „Avatar“. Das Element Feuer spielt in dieser Verfilmung eine zentrale Rolle, da die Geschichte
in einer vom Feuer gezeichneten Region fortsetzt. Jake Sully (Sam Worthington), ehemaliger Marinesoldat, steht als Anführer der Na’vis mit seiner Partnerin Neytiri (Zoe Saldaña) vor der Aufgabe, seinen Clan vor Bedrohungen ihrer Welt zu beschützen. Colonel Miles Quaritch (Stephen Lang) stellt gemeinsam mit den Menschen und dem Aschevolk (Mangkwan-Clan) und ihrer furchtlosen Anführerin Varang (Oona Chaplin) eine große Gefahr für ihre Existenz dar.
Die Handlung spielt in diesem Teil an mehreren Orten des Mondes Pandora. Gekämpft wird an Land, im Wasser und in der Luft. Der Film wurde parallel zum zweiten Teil „The Way of Water“ gedreht – zum einen, um Produktionskosten zu sparen, und zum anderen, um das Erscheinungsbild der Darsteller zu bewahren. Ein visuell überwältigendes Spektakel aus 3D-Effekten und immersiven Bildern beeindruckt die Zuschauer. Und doch bleibt die Frage: Ist das alles nur Greenscreen? Die Antwort ist eine Mischung aus Hightech-Zauberei und inspirierender Locationsuche.
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Diese Orte inspirierten „Avatar: Fire and Ash“
Wellington, Neuseeland
Einer der Hauptdrehorte befindet sich in der Hauptstadt Neuseelands, Wellington. Genutzt wurden sowohl natürliche Landschaften als auch moderne Filmstudios wie die Stone Street Studios. Die Bay of Islands und die Coromandel-Halbinsel bieten kristallklares, türkisfarbenes Wasser mit versteckten Buchten, die die Heimat des Metkayina-Clans, eines ozeanischen Volkes, prägen. Die Waitomo-Glühwürmchenhöhlen in Neuseeland dienten außerdem als Inspiration für die leuchtende Unterwasser- und Höhlenwelt, insbesondere das Phänomen des „unterirdischen Sternenhimmels“. Neuseelands atemberaubende Natur liefert demnach Inspiration und Kulissen, aber die „echten“ Welten von Pandora werden durch Technologie in den Studios zum Leben erweckt. Regisseur Cameron wurde sogar neuseeländischer Staatsbürger – die Natur wurde zu seiner „Heimat“.
Papua-Neuguinea
Eine Expedition führte James Cameron im Jahr 2012 nach Papua-Neuguinea. Hier ließ er sich zum Filmthema „Feuer und Asche“ inspirieren: Der maskierte Feuertanz des indigenen Volkes „Baining“ und die Vulkanlandschaften um Rabaul prägen das Aschevolk (Mangkwan-Clan). In Verbindung dazu steht eine düstere, traumatisierte Kultur, die von vulkanischer Zerstörung und generationenübergreifendem Leid geprägt ist. Diese Eindrücke inspirierten die feurigen, konfliktgeladenen Themen des Films. Wie James Cameron gegenüber „Condé Nast Traveller“ verrät, inspirierte der Tanz sogar eine Szene aus dem dritten Teil von „Avatar“.
Manhattan Beach Studios, Kalifornien
Der Film wurde natürlich nicht nur im Freien gedreht, sondern etwa auch in den Manhattan Beach Studios, die als bedeutendes Produktionszentrum in der Küstenstadt Manhattan Beach, Kalifornien, gelten. Die Anlage umfasst 15 Tonstudios mit modernster Technik und erstklassiger Ausstattung. Sie gehört zu den größten und bestausgestatteten Studiokomplexen in Los Angeles. Hier befinden sich auch die riesigen Wassertanks für Unterwasseraufnahmen.
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Orte aus den weiteren „Avatar“-Teilen
Zhangjiajie National Forest Park, China
Der Zhangjiajie National Forest Park in China ist die zentrale Inspiration der schwebenden Berge in Pandora und dient als Vorbild der „Avatar“-Welt. Seit dem ersten Teil sind die ikonischen, nebelverhangenen Säulenberge eine Grundlage für Pandoras schwebende Hallelujah-Berge und beeinflussen die gesamte Ästhetik. Zhangjiajie gehört zum UNESCO-Welterbe Wulingyuan – berühmt für tausende, teils über 200 Meter hohe Sandsteinpfeiler, Schluchten und Nebelkulissen. Eine der Steinsäulen des Zhangjiajie National Forest Parks in China wurde sogar offiziell in „Avatar Hallelujah Mountain“ umbenannt.
Kauai, Hawaii
Die üppigen tropischen Regenwälder von Kauai auf Hawaii trugen ebenfalls zu der reichen Artenvielfalt und dichten Pflanzenwelt bei, die auf Pandora dargestellt sind. James Cameron brachte das gesamte Team für ein mehrtägiges Eintauchen in den Regenwald, um Gerüche, Geräusche und Bewegungen live zu erleben. Wer Kauai bereist, versteht sofort, warum: Wasserfälle stürzen in tief eingeschnittene Täler, während die Klippen direkt aus dem Pazifik wachsen. Hier entsteht ein echtes Naturkino – wie gemacht für eine Science-Fiction-Welt.
Angel Falls, Venezuela
Ein weiteres geografisches Wunder, das die Welt von „Avatar“ inspirierte, ist der majestätische Wasserfall „Angel Falls“ in Venezuela. Er trug zur beeindruckenden Größe und einzigartigen Landschaft von Pandora bei. Weltweit gilt er sogar als höchster Wasserfall – mit insgesamt 979 Metern. Er befindet sich im Canaima-Nationalpark und stürzt vom Auyán-Tepui herab. Diese Tepui (Tafelberge) bieten eine der zentralen Vorlagen für Pandora. Canaima ist zudem UNESCO-Weltnaturerbe und spiegelt sich mit seinen Steilwänden und Wasserfällen perfekt in der „Pandora“-Ästhetik.
Phra Nang Beach (Krabi) & Khao Sok National Park, Thailand
Die Unterwasserwelten Pandoras spielten schon in „Avatar: The Way of Water“ eine große Rolle. Die Landschaft der Heimat des Metkayina-Clans, des ozeanischen Volkes, erinnert mit dem türkisfarbenen Meer und den grün bewachsenen Felsen an die Region Krabi in Thailand, insbesondere den Phra Nang Beach. Auch der Khao Sok Nationalpark mit seinem üppigen Dschungel und Felsen erinnert an das Gefühl einer fremden, magischen Welt. Laut „National Geographic“ orientieren sich die Wasserwelten besonders an tropischen Korallenriffen im zentralen und westlichen Pazifik.