Kjeragbolten in Norwegen

Würden Sie sich trauen, auf diesem Felsen ein Urlaubsfoto zu schießen?

Wanderer auf dem Kjeragbolten
Für dieses Foto braucht es vor allem eins: Mut. Der sogenannte Kjeragbolten, ein Monolith aus der Eiszeit, klemmt zwischen zwei Felswänden, 1000 Meter über einem Abgrund
Foto: Getty Images

Spektakulär über einem Fjord gelegen, zieht die steile Felswand Kjerag in Norwegen jährlich Tausende Abenteurer an. Besonders Mutige lassen sich an einem Ort fotografieren, dessen bloßer Anblick schon ganz schwindelig macht: ein Gesteinsbrocken, eingeklemmt zwischen zwei steilen Felswänden. Darunter geht's 1000 Meter in die Tiefe.

Die meisten wagen es trotzdem, weil sie auf das besonders spektakuläre Erinnerungsfoto nicht verzichten wollen. Der Kjeragbolten, ein fünf Kubikmeter großer Monolith aus der Eiszeit, hängt eingeklemmt zwischen zwei senkrechten Felswänden und ist der Höhepunkt einer Wanderung im südlichen Norwegen, die von Oygardstolen rauf zum Kjerag-Plateau führt.

Der Ausblick vom 1000 Meter hohen Kjerag-Plateau auf den Fjord

Der Ausblick vom 1000 Meter hohen Kjerag-Plateau auf den Fjord ist spektakulär
Foto: Getty Images

Etwa 2,5 Stunden braucht man für die anspruchsvolle Strecke, die über unwegsames, oftmals ungesichertes Gelände führt. Nur stellenweise ist der Weg mit Eisenketten gesichert. Am besten eignen sich die Sommermonate zum Wandern, wenn kein Schnee mehr liegt. Bei Nebel oder Regen sollte man besonders vorsichtig sein, weil die Steine dann sehr rutschig sein können. Belohnt wird die Mühe mit einer grandiosen Aussicht von der Hochebene auf den Lysefjord.

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Der Kjeragbolten ist „nix für Weicheier“

Und dann, im Westen des Plateaus, taucht sie auf: die Gesteinskugel, die über einer 984 Meter tiefen Schlucht klemmt. Wenn viele Wanderer unterwegs sind, bildet sich davor schon mal eine kleine Schlange – denn jeder will ein Foto von sich auf dem Kjeragbolten. Doch längst nicht jeder traut sich am Ende wirklich und wagt den Schritt auf die kleine Fläche.

„Nix für Weicheier“ sei das, schreibt ein Norwegen-Urlauber, der den Kjeragbolten besucht hat, bei Tripadvisor. „Ich versichere euch, der härteste Teil eures Trips ist der letzte Schritt, bevor ihr auf den Felsbrocken springt“, schreibt ein anderer.

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Frau auf dem Kjeragbolten in Norwegen

Hoffentlich hält der Brocken! Zwischen den Felswänden eingeklemmt wurde der 5 Kubikmeter große Monolith vermutlich während der letzten Eiszeit, etwa 50.000 Jahre v. Chr.
Foto: Getty Images

Bislang gab es keine Berichte über Abstürze vom Kjerag

Eine weitere Urlauberin erinnert sich an diesen Moment des Nervenkitzels so: „Die vielen Leute und der Typ vor mir, der den kleinen Sprung auf den Felsbrocken nicht über sich brachte, haben mich extrem nervös gemacht. (…) Die Schlange hinter mir hat mir letztlich geholfen, es zu tun – aber ich kann mir vorstellen, dass am Kjerag schon schreckliche Dinge passiert sind.“

Überlebt hat hier bisher aber noch jeder, jedenfalls gibt es keine Berichte von Abstürzen vom Kjeragsbolten. Gefährlicher ist da schon das Basejumping, für das die Kjerag-Felswand ein beliebter Absprungplatz ist. Schon mehrere Basejumper sollen hier ums Leben gekommen sein. Im Jahr 2000 etwa starb der bekannte britische Stuntman und Schauspieler Terry Forrestal an den Folgen eines Basejumping-Unfalls am Kjerag-Hochplateau.

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Auf dem Bauch an den Abgrund

Für wen der Schritt auf den Kjeragbolten dann doch ein bisschen zu viel Nervenkitzel ist, der findet weiter westlich über dem Lysefjord einen weiteren spektakulären Aussichtspunkt: den Preikestolen (dt. „Predigtstuhl“), eine Felsplattform, die weit über der eigentlichen Kante hervorsteht. Für Höhenängstliche ist der Preikestolen allerdings auch nichts, geht es doch hinter der ungesicherten Kante mehr als 600 Meter in die Tiefe. Viele Besucher tun die ersten Schritte auf dem 25 mal 25 Meter großen Plateau noch recht entschlossen, doch ganz nach vorne wagen sich die meisten dann doch nur auf dem Bauch robbend.

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Der Preikestolen liegt hoch über dem Lysefjord

Der Preikestolen liegt hoch über dem Lysefjord
Foto: Getty Images

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