15. Dezember 2025, 16:32 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Die Region rund um Paris hat ein neues, spektakuläres Infrastrukturprojekt: Mit der Câble C1 hat am 13. Dezember Europas längste städtische Seilbahn ihren Betrieb aufgenommen, berichtet BILD. Sie soll das tägliche Verkehrschaos im Pariser Umland entschärfen.
Mehr Tempo, weniger Stau
Nach zwei Jahren Bauzeit wird mit der Câble C1 eine direkte Verbindung zwischen den Städten Créteil und Villeneuve-Saint-Georges geschaffen – komplett unabhängig vom Straßenverkehr. Die 4,5 Kilometer lange Strecke führt über fünf Stationen hinweg und wurde speziell für den öffentlichen Nahverkehr geplant. Dafür hat man unter anderem 30 massive Stahlmasten installiert.
Laut dem Betreiber Île-de-France mobilités bietet die neue Verbindung einen enormen Zeitvorteil: „Während der Bus 40 Minuten benötigt, schafft C1 dieselbe Fahrt in 18 Minuten und umgeht dabei den Straßenverkehr.“ Die Bahn ist für den täglichen Betrieb konzipiert und soll Pendler in der Region entlasten.
Passend dazu: In der Schweiz fährt jetzt die steilste Seilbahn der Welt
Was sich bei der Deutschen Bahn 2023 alles ändert
Dritte Seilbahn in Mexico City eröffnet
Auch für Touristen interessant
Der Seilbahnbetrieb ist an sieben Tagen pro Woche vorgesehen. In den Stoßzeiten verkehren die insgesamt 105 Kabinen – jeweils mit zehn Sitzplätzen – im 30-Sekunden-Takt. Damit kann man täglich bis zu 11000 Fahrgäste transportieren. Eine einfache Fahrt kostet zwei Euro. Die Kabinen schweben in Höhen von bis zu 55 Metern mit einer Geschwindigkeit von über 21 Kilometern pro Stunde über dem Boden. Bei starkem Wind wird die Geschwindigkeit reduziert. Ab einer Windgeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde wird der Betrieb ganz eingestellt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist in diesem Fall vorgesehen.
Obwohl die Seilbahn in erster Linie den Berufsverkehr verbessern soll, bietet sie auch für Paris-Besucher neue Möglichkeiten. Drei der fünf Stationen liegen in der Nähe von Metro- oder Buslinien. Darunter die Linie 8, die nur wenige Gehminuten vom Eiffelturm entfernt hält. So wird auch die Anreise aus Vorstadt-Hotels ins Zentrum deutlich erleichtert.
Pariser Seilbahn ist europäischer Spitzenreiter
Insgesamt beliefen sich die Baukosten auf rund 138 Millionen Euro. Im globalen Vergleich ist das neue französische Projekt zwar europäischer Spitzenreiter, doch weltweit hat Mi Teleférico in der Region La Paz (Bolivien) die Nase vorn: Dort erstreckt sich das Seilbahnnetz über eine Gesamtlänge von 33 Kilometern.

