Hier verschwanden 12 Menschen

Flinders – der Highway des Todes

Flinders Highway , Queensland, Australien
Inzwischen sind mindestens 12 Menschen auf dem Flinders Highway verschollen
Foto: Getty Images

In den 1970er- und 1980er-Jahren verschwanden elf Menschen auf dem Flinders Highway in Australien – Anfang des Jahres 2018 ein weiterer junger Mann. Was hat es mit dem Highway des Todes auf sich?

Der Flinders Highway verläuft von Townsville, einer Stadt im Norden der Ostküste Australiens, 774 Kilometer durch das Outback Queenlands bis in die Kleinstadt Cloncurry. Neben der Küstenstadt Townsville, die bei Touristen aufgrund der Lage am Great Barrier Reef als beliebtes Urlaubsziel gilt, führt die Straße zudem durch den beeindruckenden „White Mountains National Park“.

Flinders Highway, Karte

Am 1. Januar, die Sonne knallte bei mehr als 30 Grad, fuhr der 22-Jährige mit seinem Freund Lucas Tattersall den Flinders Highway entlang. Er soll wütend und aufgewühlt gewesen sein, als Penno-Tompsett den Wagen anhielt, um auszusteigen. Das berichtet die australische Zeitung „Brisbane Times“. Beide Männer kannten sich in der Umgebung um den Flinders Highway nicht aus, weshalb Tattersall die Gegend, in der Penno-Tompsett den Wagen verließ, nur grob beschreiben konnte. Die Polizei durchsuchte auf seine Angaben hin die Umgebung, auch mit Helikoptern, fand aber keine Spur des jungen Mannes. In der Nähe fließt der „Burdekin River“, wo Jayden sich mit Wasser hätte versorgen können. Eine Theorie der Beamte: Es könne sein, dass der Vermisste einfach bei einem der Anwohner geklopft haben könnte und noch nicht mal wisse, dass nach ihm gesucht werde.

Ein Verschwinden mit Geschichte

Kameraufnahmen einer Raststätte zeigen den Australier kurz vor seinem Verschwinden:

In den 1970er- und 1980er-Jahren machte sich der Flinders Highway in Australien als „Highway des Todes“ einen Namen, und die Vermissten-Geschichte ist lang: Seit 1970 verschwanden hier mindestens elf Personen. Penno-Tompsett ist der Zwölfte. Einige wurden gefunden, andere bleiben bis heute vermisst.

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Die Opfer des Flinders Highway

Die ersten Opfer eines Verbrechens wurden im August 1970 gefunden. Die Schwestern Judith und Susan Mackey wurden beide vergewaltigt und umgebracht, berichten unter anderem die deutsche Tageszeitung „Die Welt“ und das australische Nachrichtenportal news.com.au. Judith war sieben Jahre alt, Susan gerade mal fünf. Der Mörder erwürgte die jüngere Schwester und stach der älteren in die Brust.

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1972 verschwanden die zwei Teenager Robin Hoinville-Bartram und Anita Cunningham. Robins Körper wurde später nahe der Stadt Charters Towers gefunden: Zwei Schüsse in den Kopf hatten die junge Frau getötet, schreibt das australische Nachrichtenportal news.co.au. Anitas Körper wurde nie gefunden. Sie gilt bis heute als vermisst.

1975 fand man den Körper der nächsten Person: Catherine Grahams Leiche wurde nahe des Baches Antill Creek gefunden. Die 18-Jährige war vergewaltigt und mit einem Stein erschlagen worden.

Die Leichen von Karen Edwards, Gordon Twaddle und Timothy Thompson fand man im Oktober 1978 unweit der Stadt Mount Isa.

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Eine weitere Person verschwand im November 1982 von dem Highway in Queensland nahe des Baches Antill Plains Creek. Die Eltern des vermissten Tony Jones glauben, ihr Sohn sei ermordet worden. Sein Bruder sagte der australischen Tageszeitung „Courier Mail“: „Das da draußen ist eine ganz eigene Welt. Eigenartige Dinge passieren an diesen wilden, verlassenen Orten.“

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Einige Morde wurden aufgeklärt

28 Jahre nach dem Mord an den Mackey-Schwestern wurde der Australier Arthur Brown für das Verbrechen angeklagt. Aufgrund seiner Alzheimererkrankung wurde er aber bis zu seinem Tod im Jahr 2002 nicht verurteilt.

Der wegen eines anderen Falls verurteilte Mörder Andy Albury gestand elf weitere Verbrechen zwischen 1970 und 1982, die sich in der Umgebung des Flinders Highways abgespielt hatten. Das Geständnis erwies sich aber als falsch: „Laut des Berichts hat der Angeklagte 1985 gestanden, einen Mord in Mount Isa begangen zu haben. Die Untersuchungen ergaben, dass er diesen Mord möglicherweise begangen hat. Im Jahr 1990 gestand der Befragte, elf weitere Morde begangen zu haben. Die Untersuchung ergab, dass das Geständnis fiktiv ist“, heißt es in den Aufzeichnungen des Gerichtsverfahrens. Weiter sei der Angeklagte laut des medizinischen Direktors des Northern Territory Prison, Dr. Wake, überdurchschnittlich intelligent, leide an einer schweren psychopathischen Persönlichkeitsstörung und wolle als „Monster“ betrachtet werden. Die Morde am Flinders Highway scheint er aber nicht begangen zu haben.

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