Bei Google Maps zu sehen

Das Geheimnis von Japans perfekt geformten Baumkreisen

Cedar trees forming two groups of concentric circles are seen in Nichinan City, Miyazaki Prefecture on January 28, 2019. The obisugi cedar trees were planted in a local forest to examine the growth and strength of the variety, which can be found throughout the city. The trees in the outer ring are approximately 20 meters tall, about five meters taller than those in the center. ( The Yomiuri Shimbun via AP Images )
Diese beiden riesigen Kreise, geformt aus Hunderten Zedern, befinden sich in der Nähe der Stadt Nichinan im Süden von Japan
Foto: Yomiuri Shimbun/dpa/AP

Sicher haben Sie schon Bilder von Kornkreisen gesehen, jenen Mustern, die in den Sommermonaten immer wieder in Getreidefeldern auftauchen und deren Entstehung Wissenschaftler zum Teil noch immer vor Rätsel stellt. Aber wussten Sie, dass es in Japan sogar Bäume gibt, die in perfekten Kreisen gewachsen sind? TRAVELBOOK erklärt das Phänomen.

Wer bei Google Maps „Japan Cycle Tree“ eingibt und auf Satellitenansicht umstellt, kann sie sehen: Aus einer Waldfläche ragen zwei riesige konzentrische Kreise hervor, die von Hunderten Bäumen geformt werden. Was hat es damit auf sich? Wie konnten die Bäume so wachsen, dass sie ein derart perfektes Muster bilden?

Anzeige: 3 Tage im 4*-Hotel auf Usedom inkl. Frühstück, Spa-Zugang, WLAN & Extras ab 89€ p.P.

Bäume wachsen seit 46 Jahren

Während es um die Entstehung von Kornkreisen nach wie vor wilde Spekulationen gibt, ist die Erklärung für Japans Baumkreise seit Langem bekannt – und nicht mal ansatzweise so spektakulär, wie manch einer vielleicht hoffen mag. Tatsächlich nämlich sind sie das Ergebnis eines forstwirtschaftlichen Experiments, das laut einem Bericht des „Business Insider“ bereits im Jahr 1973 begann.

Die Japanischen Zedern wurden demnach damals in einem Wald nahe der Stadt Nichinan in der Provinz Miyazaki gepflanzt, weil man das Wachstum und die Stärke der Art untersuchen wollte. Unter anderem ging es darum herauszufinden, wie viel Platz die Bäume benötigten und wie sich eine bestimmte Art von Anordnung auf das Wachstum auswirkte. Dazu pflanzte man zunächst einen kleineren Ring von Zedern, der sich schrittweise in größere Radien ausdehnte, um am Ende zehn perfekte Ringe zu erzeugen.

Die 18 krassesten Bäume der Welt

Konvexe Form

Die Bäume im äußeren Ring sind etwa 20 Meter hoch und damit etwa fünf Meter höher als die im Zentrum. Dadurch ist die Form der Kreise nicht nur rund, sondern auch konvex, erscheint also von oben betrachtet quasi nach innen gewölbt. Wie das Design- und Architekturportal „My Modern Met“ berichtet, konnten durch das Experiment wichtige Erkenntnisse zum Wachstum der Bäume in Relation zum gepflanzten Abstand gewonnen werden.

Cedar trees forming two groups of concentric circles are seen in Nichinan City, Miyazaki Prefecture on January 28, 2019. The obisugi cedar trees were planted in a local forest to examine the growth and strength of the variety, which can be found throughout the city. The trees in the outer ring are approximately 20 meters tall, about five meters taller than those in the center. ( The Yomiuri Shimbun via AP Images )

Blick nach oben aus der Mitte des Baumkreises heraus
Foto: Yomiuri Shimbun/dpa/AP

Am besten lassen sich die Baumkreise natürlich aus der Luft betrachten, etwa aus einem Hubschrauber oder mithilfe einer Drohne. Aber auch ein Spaziergang durch die Baumreihen und der Blick nach oben in die sich öffnenden Baumkronen, wenn man genau in der Mitte des Kreises steht, sind beeindruckend.