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Bunkermuseum Frauenwald

In diesem ehemaligen DDR-Bunker kann man übernachten

Bunkermuseum Frauenwald
Im Bunkermuseum Frauenwald kann man einen Teil DDR-Geschichte erleben. Wer es noch intensiver möchte, kann in der Anlage sogar übernachten Foto: picture alliance / ZB
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

2. April 2026, 10:09 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Das zum Waldhotel Rennsteighöhe gehörende Bunkermuseum Frauenwald im gleichnamigen Ort in Thüringen bietet Besuchern ein ganz besonderes Erlebnis. Denn man kann die alte Anlage, die in Teilen sogar noch funktionstüchtig ist, nicht nur besuchen, sondern bei einer 16-stündigen Sonderführung sogar dort übernachten. TRAVELBOOK verrät, was Gäste dabei erwartet.

Ein absolut nicht alltägliches Erlebnis erwartet Gäste in dem thüringischen Ort Frauenwald. Denn dort liegt, mitten in einem Fichtenwald, das Waldhotel Rennsteighöhe. Doch es sind nicht (nur) die gemütlichen Bungalows, die hier Gäste in Scharen anziehen, sondern vielmehr das zum Haus gehörende Bunkermuseum Frauenwald. Denn dieser ist ein echter alter DDR-Bunker, der zu Zeiten des Kalten Krieges als hochmoderne Kommandozentrale diente. Bei Führungen kann man die Anlage, die auch heute noch in Teilen funktionsfähig ist, besichtigen. Ein echtes Erlebnis dürfte aber eine Übernachtung hier sein, und genau das ist tatsächlich möglich.

Laut der offiziellen Seite des Bunkermuseums Frauenwald ist es das Jahr 1972, als vor Ort mit dem Bau einer unterirdischen Verteidigungsanlage begonnen wird. Erst 1985 ist diese dann fertig. Unter Tage sind 3600 Quadratmeter Fläche zu einer Festung ausgebaut worden, die sogar gegen atomare Verstrahlung geschützt gewesen wäre. Das Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen DDR verwaltet und betreibt den Bunker, in dem im Ernstfall die Bezirkseinsatzleitung Suhl ihren Führungsaufgaben weiter nachkommen soll. Daher verfügt der Bunker auch über modernste Funk- und Nachrichtentechnik, eine Telefonzentrale, Fernschreiber und eine autarke Stromversorgung.

Gesichert gegen Verstrahlung

Bunkermuseum Frauenwald
Das Bunkermuseum Frauenwald zeigt die alte Anlage in weiten Teilen noch im Originalzustand und teils sogar funktionsfähig Foto: picture-alliance / ZB

Neben Ventilatoren und Filtern sichert eine eigene Anlage zur Sauerstofferzeugung das Überleben der Bunker-Besatzung im Falle eines Angriffs auch mit chemischen Waffen. Ein ausgeklügeltes System aus Türen und Schleusen sorgt für zusätzlichen Schutz. Lediglich einem direkten Atomangriff hätte die Anlage nicht standhalten können, ansonsten waren sowohl die hier stationierten Soldaten als auch deren hochsensible Technik bestens gesichert. Eine Mannschaft hätte hier unter Tage problemlos ein ganzes Jahr lang überleben können, im Falle eines Atomkrieges immer noch bis zu acht Tage. Noch heute kann man im Bunkermuseum Frauenwald vieles aus der damaligen Zeit im Originalzustand sehen.

Bereits 1997 wird die ehemalige DDR-Festung in das Bunkermuseum Frauenwald umgebaut, wie eine Mitarbeiterin des Waldhotel Rennsteighöhe auf TRAVELBOOK-Anfrage erzählt. Und seit 2007 ist es auch möglich, im Rahmen einer 16-stündigen Sonderführung in der alten Anlage zu übernachten. „Reality-Erlebnis“ heißt es ganz modern auf der Website des Hotels. „Die Nachfrage ist sehr hoch, wir sind quasi permanent ausgebucht. Die Gäste erwartet eine 16-stündige Zeitreise in das Jahr 1989.“ Viel mehr möchte die Dame dann auch gar nicht preisgeben, man wolle die Gäste ja überraschen. Auf der Website sind aber verschiedene Programmpunkte aufgeführt, zum Beispiel ein gemeinsames Kochen und eine Nachtwache.

Übernachtung im Kasernenbett

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Übernachtet wird in 3-stöckigen Kasernenbetten, Wasser gibt es nur kalt. Natürlich besichtigt man auch, wie bei der „normalen“ 70-minütigen Führung, das Bunkermuseum Frauenwald sehr ausführlich. „Wer möchte, kann auch eine alte NVA-Uniform anziehen.“ Allzu gemütlich darf man es sich aber nicht machen, denn am Morgen nach der Übernachtung stehen bereits um 7:30 Uhr das Wecken und der Frühsport auf dem Programm. Für die anschließende Körperpflege steht dann aber der Saunabereich des Hotels zur Verfügung, wo auch ein abschließendes Frühstück stattfindet.

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Wichtig ist der Mitarbeiterin zu betonen, dass man hier bewusst keine ostalgischen Veranstaltungen durchführen wolle. „Unsere Gäste sind bunt gewürfelt, und wir wollen Geschichte so zeigen, wie sie tatsächlich auch war.“ Wer das selbst einmal erleben möchte, kann das Bunkermuseum Frauenwald täglich besuchen. Die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit und sind der offiziellen Website zu entnehmen. Der reguläre Eintritt kostet für Erwachsene 15 Euro. Wer nicht gleich das 16-stündige Programm mitmachen möchte, kann auch die bis zu dreistündige Sonderführung buchen. Das Übernachtungs-Intensiv-Erlebnis kostet ab einer Gruppe von vier Personen 129 Euro pro Gast. Achtung: Die Teilnahme ist erst ab 21 Jahren bzw. ab 14 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen möglich.

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