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Klimawandel bedroht einzigartiges Monument

Warum der englische Penis-Riese jetzt ein Facelifting bekommt

Cerne Abbas Giant
Der Cerne Abbas Giant zählt zu den bekanntesten Scharrbildern Großbritanniens Foto: AFP via Getty Images
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

16. Juni 2026, 6:46 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Nahe dem kleinen Dorf in der englischen Grafschaft Dorset befindet sich eines der berühmtesten Monumente Großbritanniens. Die 55 Meter große, mit Kreide in die Landschaft geritzte Figur eines Riesen mit einem gewaltigen Phallus. Deren Ursprünge liegen vermutlich Jahrhunderte zurück, ansonsten aber im Dunkel der Geschichte. Doch der Klimawandel bedroht nun womöglich das ikonische Bild, weswegen aktuell eine beispiellose Rettungsaktion für den Cerne Abbas Giant läuft. 

Niemand weiß, woher er kommt, wie alt er ist, oder wer ihn geschaffen hat – und doch ist er eine absolute britische Ikone. Nahe dem englischen Dorf Cerne Abbas in der Grafschaft Dorset findet sich in den Hügeln das 55 Meter große Scharrbild eines Riesen mit einer Keule und einem wahrhaft gigantischen Phallus. Sieben Meter ist das beste Stück des unbekannten Mannes lang, wurde – wie die ganze Figur auch – womöglich schon in grauer Vorzeit von Menschen mit Kreide in die Landschaft geritzt. Doch nun ist der Riese in Gefahr, weshalb aktuell eine beispiellose Hilfsaktion läuft, um ihn zu retten.

Bedroht wird der Cerne Abbas Giant aber nicht etwa von aufgebrachten Sittenwächtern, sondern womöglich vom Klimawandel, wie unter anderem die „BBC“ berichtet. Demnach macht der National Trust, der den Riesen seit 1920 „betreut“, unter anderem veränderte Wetterbedingungen dafür verantwortlich, dass das Scharrbild schneller als bislang zu verblassen droht. So waschen heftige Regenfälle im Winter die Kreide schneller aus, während milderes, feuchtes Klima Algenwachstum begünstigt. In heißen Sommern wächst dagegen das Gras auf den Hügeln um den Riesen langsamer nach, weswegen die Kreide stärker der Erosion ausgesetzt ist.

Regelmäßiges Facelifting

Und genau aus diesem Grund sind aktuell Helfer des National Trust im Einsatz, um dem Cerne Abbas Giant eine Art Facelifting zu verpassen. Diese rücken mit insgesamt 17 Tonnen Kreide an, um das Bild des Riesen wieder nachzuziehen, und ihm so zu altem Glanz zu verhelfen. Doch was vielleicht nach einer dramatischen Rettungsaktion klingen mag, ist für den National Trust tatsächlich Routine. So wird das gigantische Bild bislang etwa alle zehn Jahre einer solchen „Schönheitsoperation“ unterzogen. Aufgrund der veränderten Wetterbedingungen dürfte dies in Zukunft allerdings regelmäßiger nötig werden, wie die „BBC“ die Organisation zitiert.

Und so konnte auch die aktuelle Verschönerung aufgrund von unberechenbarer Witterung anfänglich nicht wie geplant durchgeführt werden. Wetterwechsel mit Starkregen, heftigem Wind und extremer Hitze hielten die Arbeiten am Riesen von Cerne Abbas vergangene Woche zunächst auf. Diese hatten bereits Ende Mai begonnen und sollten ursprünglich etwa zwei Wochen andauern. Ob der Gigant mittlerweile aber wieder vollständig hergestellt ist, darüber gibt es aktuell keine Information. Der National Trust setzt für den Job Freiwillige ein.

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Herkunft unbekannt

Die Figur ist 55 Meter groß und besteht aus Linien, die in den Boden geritzt wurden. Weißer Kalkstein zeigt eine stehende Figur mit einem verhältnismäßig kleinen Kopf, dafür aber umso größerem Phallus – von einer beachtlichen Länge von sieben Metern. Die riesige Keule in ihrer Hand lässt die ganze Figur auf mehr als 60 Meter anwachsen. Außerdem sind Rippen und Brustwarzen zu sehen. Der Riese ist als „Cerne Abbas Giant“ bekannt, also der „Riese von Cerne Abbas“. 

Wer das gewaltige Kunstwerk geschaffen hat und warum, ist bis heute nicht bekannt. Der nackte Mann soll schon in Schriftstücken aus dem 17. Jahrhundert aufgetaucht sein, wie unter anderem die „BBC“ schreibt. Es wird aber auch vermutet, dass das Scharrbild ein Relikt der Keltenzeit (ab etwa 300 v. Chr.) sein könnte.

Den Riesen besuchen

Wen genau die Männerfigur darstellen soll, ist ebenfalls unklar. Die Theorien reichen von einer Darstellung des antiken Herkules über eine Karikatur des Lordprotektors Oliver Cromwell bis hin zu einem westgermanischen Fruchtbarkeitsgott. Laut einer Sage sollten Frauen mit Kinderwunsch eine Nacht bei dem gut bestückten Kalkstein-Herren verbringen, und schon sollte das mit dem Nachwuchs klappen. Eine weitere Theorie besagt, dass unterhalb der in den Boden geritzten Linien ein echter Riese begraben liegt.

Ob nun aus Kinderwunsch oder schlichtem Interesse: der Riese kann besucht werden. Am besten ist die riesige Figur aus der Luft zu sehen, aber auch vom Aussichtspunkt „Giant’s View“ bekommt man einen guten Eindruck ihrer erstaunlichen Dimensionen. Cerne Abbas liegt im Süden Englands, mit dem Auto etwa eine Viertelstunde von der Stadt Dorchester entfernt.

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