13. September 2026, 15:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Laufen zählt zu den beliebtesten Sportarten überhaupt. Ob nach einem langen Arbeitstag, nach einem gemütlichen Nachmittag auf der Couch oder gleich früh am Morgen, eine Runde Joggen bringt den Kreislauf direkt wieder in Schwung. Mittlerweile gilt der Sport jedoch nicht mehr nur als Ausgleich zum Alltag, sondern zunehmend auch als Urlaubserlebnis. Unter dem Begriff „Run-cation“, einer Kombination aus den englischen Wörtern „Running“ und „Vacation“, entwickelt sich das Laufen immer mehr zum festen Bestandteil von Reisen.
Der Trend passt zu einer Entwicklung, die sich seit einigen Jahren im Tourismus beobachten lässt. Reisende möchten im Urlaub nicht mehr nur entspannen, sondern auch aktiv sein. Statt den ganzen Tag am Pool zu verbringen, suchen viele nach Erlebnissen, bei denen Bewegung und Natur im Mittelpunkt stehen. Laufreisen bieten beides gleichzeitig. Wer laufend unterwegs ist, sieht oft mehr von einer Region als bei einer klassischen Bus- oder Autotour und erlebt Orte deutlich intensiver.
Laut Statista gehen rund 38 Prozent der Deutschen zumindest gelegentlich joggen. Damit gehört Deutschland international zu den laufbegeisterten Ländern im oberen Mittelfeld.
In unserem digitalen Alltag wird eine Auszeit vom Bildschirm immer wichtiger. Laufen bringt nicht nur den Körper in Bewegung, sondern kann auch die Stimmung verbessern. Eine Studie zeigt: Wer in Gruppen läuft, fühlt sich wohler und knüpft leichter Kontakte. Gerade dieser Gemeinschaftsgedanke spielt bei vielen Laufreisen eine wichtige Rolle.
Was genau steckt hinter einer Run-cation?
Run-cations können sehr unterschiedlich aussehen. Während einige Reisende einen Marathon oder Halbmarathon in einer anderen Stadt mit einem Kurzurlaub verbinden, stehen bei anderen mehrtägige Laufcamps oder Trailrunning-Reisen im Mittelpunkt.
Besonders beliebt ist dabei das Trailrunning. Der Unterschied zum klassischen Roadrunning liegt vor allem im Untergrund. Während beim Roadrunning meist auf Asphalt, Pflaster oder Tartan gelaufen wird, führt Trailrunning über unbefestigte Wege, Schotterpisten, Waldpfade oder Wiesen.
Bei einer Run-cation geht es jedoch meist nicht um Bestzeiten oder Leistungsdruck. Stattdessen geht es darum, eine Region beim Laufen zu erkunden. Ob entlang einer Küste, durch Weinberge, über Bergpfade oder durch historische Altstädte, die Umgebung wird aus einer ganz neuen Perspektive erlebt.
Zugleich bietet der Trend die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Viele Anbieter organisieren Laufgruppen nach Leistungsniveau, sodass Anfänger und erfahrene Läufer gemeinsam verreisen können. Neben den sportlichen Aktivitäten spielen oft auch Naturerlebnisse, regionale Küche und Erholung eine wichtige Rolle. Eine Run-cation mag zunächst sehr sportlich klingen, kann aber für viele eine entspannte Alternative zum klassischen Badeurlaub sein.
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Diese Laufreisen lohnen sich
Ob ein Trip in die Toskana, eine Laufwoche im bergigen Südtirol oder eine Trailrunning-Tour durch die österreichischen Alpen – fast jede beliebte Urlaubsregion hat mittlerweile spezielle Angebote für Läufer.
Besonders gefragt sind Reiseziele mit abwechslungsreicher Landschaft und gut ausgebauten Wegenetzen. Die Dolomiten, die portugiesische Algarve oder die Küstenregionen Spaniens bieten dafür ideale Bedingungen. Aber auch Städtereisen lassen sich mit dem Laufsport verbinden. Immer mehr Urlauber ziehen morgens ihre Laufschuhe an und erkunden Metropolen wie Lissabon, Kopenhagen oder Amsterdam auf eigene Faust.
Wie man sich ideal auf einen Laufurlaub vorbereitet
Wichtig ist vor allem, sich vor der Buchung über das Niveau der jeweiligen Laufgruppe zu informieren. Wer sich überschätzt, hat meist weder sportlich noch im Urlaub besonders viel Spaß. Die meisten Veranstalter geben deshalb an, welche Distanzen, Höhenmeter und Geschwindigkeiten zu erwarten sind.
Auch die Ausrüstung spielt eine entscheidende Rolle. Neue Laufschuhe sollten vor der Reise bereits mehrmals getragen und getestet worden sein. Nichts verdirbt einen Laufurlaub schneller als schmerzhafte Blasen nach wenigen Kilometern. Ebenso lohnt es sich, stark abgenutzte Schuhe rechtzeitig auszutauschen. Gerade in Regionen mit wechselhaftem Wetter können wasserdichte oder besonders griffige Modelle sinnvoll sein.
Beim Packen gilt zudem häufig das Motto „Weniger ist mehr“. Zu viel Gepäck macht Reisen oft unnötig kompliziert. Wer in einer Gruppe unterwegs ist, kann sich meist mit anderen Teilnehmern abstimmen, damit bestimmte Ausrüstungsgegenstände nicht mehrfach mitgenommen werden müssen. Wasser und der nötige Proviant sind trotzdem zu empfehlen.
Wer sich offen auf das Erlebnis einlässt, kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: neue Landschaften entdecken, in Bewegung bleiben und den Kopf freibekommen.