23. August 2026, 7:23 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Alpen verändern sich spürbar: Höhere Temperaturen, schmelzender Permafrost und instabile Hänge machen viele Bergtouren anspruchsvoller als noch vor wenigen Jahren. Wer sicher unterwegs sein möchte, sollte sich nicht mehr allein auf Erfahrungen aus der Vergangenheit verlassen. Welche Faktoren heute bei der Tourenplanung entscheidend sind, erklären Experten des Deutschen Alpenvereins (DAV).
Risiken im Hochgebirge nehmen zu
Hitzeperioden in großen Höhen, Nullgradgrenzen von mehr als 4000 Metern und auftauender Permafrost verändern die Bedingungen in den Alpen deutlich. Nach Angaben des DAV reicht traditionelles Wissen über Routen und Jahreszeiten vielerorts nicht mehr aus. Eine sorgfältige Planung und die Bereitschaft, flexibel auf Veränderungen zu reagieren, seien deshalb wichtiger denn je.
Besonders oberhalb von 2500 Metern Höhe wandeln sich die Verhältnisse schnell. Steinschlag tritt häufiger auf, Geröllfelder werden instabiler und bekannte Zustiege können sich innerhalb weniger Jahre deutlich verändern. Auch größere Fels- und Bergstürze, wie sie zuletzt am Matterhorn oder in der Mont-Blanc-Region auftraten, gehören zu den möglichen Gefahren.
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Wetter, Warnungen und Sperrungen im Blick behalten
Durch den Klimawandel verschieben sich laut DAV ganze Bergsaisons, während Wetter- und Geländebedingungen schwerer vorhersehbar werden. Dennoch müssen Bergsportler nicht auf Touren verzichten, wenn sie ihre Vorbereitung an die neuen Gegebenheiten anpassen.
Wichtige Faktoren bei der Planung sind:
- aktuelle Wetterprognosen
- der Witterungsverlauf der vergangenen Tage und Wochen
- aktuelle Warnungen
- Wegsperrungen und erosionsbedingte Einschränkungen
Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, empfiehlt der DAV die Nutzung von Websites, Webcams und Social-Media-Kanälen von Berghütten oder regionalen Tourismusorganisationen. Aktuelle Informationen zur Tourenplanung stellt der Alpenverein zudem auf „alpenvereinaktiv.com“ unter der Rubrik „Aktuelles“ bereit.
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Hitze kann zur Belastung werden
Nicht nur Steinschlag oder instabile Hänge stellen ein Risiko dar. Auch hohe Temperaturen können Herz und Kreislauf belasten. Deshalb empfiehlt der DAV einen frühen Start in den Tag. Zudem sollte die aktuelle Situation während der gesamten Tour regelmäßig neu bewertet werden.
Entscheidend sei außerdem die Bereitschaft, ursprüngliche Pläne zu ändern. Wer sicher unterwegs sein möchte, sollte Alternativen bereits bei der Vorbereitung berücksichtigen. „Alternativrouten und ein Plan B sollten heute selbstverständlicher Bestandteil jeder Tourenplanung sein“, heißt es vom DAV.
KI kann helfen – aber nicht die Kontrolle übernehmen
Auch Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz können bei der ersten Orientierung nützlich sein, etwa bei Routenvorschlägen oder der Suche nach Unterkünften. Einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge haben dies bereits 15 beziehungsweise 17 Prozent der Befragten im Urlaub genutzt. 41 beziehungsweise 44 Prozent können sich einen solchen Einsatz bei der Reiseplanung vorstellen.
Bitkom weist jedoch darauf hin, dass KI-Informationen immer überprüft werden sollten. „Gerade bei Wanderungen können sich Bedingungen vor Ort schnell ändern. Deshalb sollten KI-Empfehlungen immer noch einmal mit aktuellen Karten, Wetterinformationen und Hinweisen zu Sperrungen abgeglichen werden“, so Lucy Czachowski, Bitkom-Referentin für Künstliche Intelligenz.
Ein Restrisiko bleibt damit auch künftig bestehen. Aktuelle Informationen, flexible Planung und die kontinuierliche Einschätzung der Lage vor Ort gehören heute zu den wichtigsten Voraussetzungen für Bergtouren in den Alpen.
Mit Material der dpa