30. September 2025, 16:07 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Deutschlands dritter Nacktwanderweg wurde kürzlich in Mecklenburg-Vorpommern eröffnet. Alle Infos rund um den Naturwanderweg am Rätzsee.
Klamotten runter und loswandern. Das geht jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern, genauer: an der Mecklenburgischen Seenplatte. Am dortigen Rätzsee südöstlich von Mirow hat kürzlich ein FKK-Rundwanderweg eröffnet. Der ist drei Kilometer lang und heißt offiziell: Naturwanderweg am Rätzsee. Auf dem dazugehörigen Schild steht: „Ein Weg für nackte und angezogene Wanderer“. Mecklenburg-Vorpommerns Nacktwanderweg ist einer von nur dreien in Deutschland. Und das, obwohl das textilfreie Gehen offenbar eine Trendsportart ist.
Nacktwandern als Trendsportart?
So sieht es zumindest Martin Löser, der einen FKK-Campingplatz in der Nähe besitzt. Laut Löser sind Nacktwanderungen bereits seit einigen Jahren zumindest eine Art Trend innerhalb der FKK-Bewegung („FKK“ ist kurz für „Freikörperkultur“), heißt es im „Nordkurier“. Die Betreiber des textilfreien Campingplatzes hatten sich für den neuen und ersten Nacktwanderweg in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt und diesen kürzlich gemeinsam mit Wustrows Bürgermeister Steffen Franz eröffnet.
Ob Trend oder nicht, laut des Naturismusvereins GetNakedGermany ist das Nacktwandern zumindest gesund. Dessen Vorsitzende Jeannette Langner wird vom Deutschen Verband für Freikörperkultur mit diesen Worten zitiert: „Wer nackt wandert, erlebt die Natur viel intensiver.“ Sie ist überzeugt, die Haut als größtes Sinnesorgan nehme „Wind, Luft, Druck und Sonne viel intensiver auf“, wodurch auch das Wandererlebnis selbst gesteigert werde.
Neben dem neuen Nacktwanderweg in Mecklenburg-Vorpommern gibt es in Deutschland zwei weitere FKK-Wanderwege: den Harzer Naturistenstieg sowie den Naturistenweg Undeloh in der Lüneburger Heide (TRAVELBOOK berichtete).
Darf man auch auf Nicht-FKK-Wanderwegen nackt sein?
Obwohl es diese klar ausgeschriebenen Nacktwanderwege gibt, ist das Nacktwandern laut dem Deutschen Verband für Freikörperkultur erst einmal nicht verboten. Man darf also auch auf Wanderwegen blank ziehen, die nicht explizit als FKK-Wanderwege gekennzeichnet sind. Allerdings nur mit Einschränkungen.
In den FAQs des Bußgeldkatalogs heißt es dazu: „Ein Gesetz gegen Nacktheit in der Öffentlichkeit gibt es nicht“, das Nacktwandern sei grundsätzlich erlaubt. Zugleich untersage das Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) „die Belästigung der Allgemeinheit und die Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung.“ Fühlen sich also andere durch den Verzicht auf Kleidung belästigt, kann das Nacktwandern untersagt und ein Bußgeld erhoben werden. Der Bußgeldkatalog rät: „Wählen Sie daher bestenfalls keine stark frequentierten Wanderrouten.“