24. September 2025, 7:28 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
Portugal-Liebhaber finden in der Region Alentejo ursprüngliches Portugal, wunderschöne Strände, beeindruckende Klippen und nicht zuletzt tolle Orte zum Campen. Aus diesem Grund war die Region auch als beste zum Campen beim diesjährigen TRAVELBOOK Award nominiert. TRAVELBOOK-Autorin Anna Wengel (Chiodo) gibt Tipps für einen Urlaub im Alentejo.
Wird Ihnen die Algarve trotz all Ihrer Schönheit langsam ein bisschen zu viel, weil zu voll? Verständlich. Wer trotzdem nicht auf seine Portugal-Reise südlich von Lissabon verzichten möchte, könnte dem Alentejo eine Chance geben. Die Region grenzt im Norden an die Algarve und besitzt ähnliche Strände und Klippen, ist dabei aber weniger touristisch überladen. Und nicht zuletzt eignet sie sich hervorragend zum Campen.
Übersicht
Camping in Portugals Region Alentejo
Spätestens seit der Coronapandemie und dem immer beliebter werdenden Vanlife-Trend, tummeln sich auch in Portugal mehr und mehr Camper. Das gilt auch für das Alentejo. Während Wildcamping vielerorts verboten und dank des Fehlverhaltens etlicher Camper bei vielen Bewohnern zunehmend verpönt ist, gibt es etliche offizielle Camping- und Stellplätze, die ein naturnahes Übernachten unterm Sternenhimmel ermöglichen.
In der Ruhe des Alentejo übernachtet man zwischen Bäumen auf dem Waldboden, auf weiten, zunehmend naturbelassenen Flächen oder auch in asphaltierten Anlagen mit Pool und Co. Neben den klassischen Campingplätzen gibt es zudem Plätze, die zum Glamping oder auch zum FKK-Camping einladen. Mitunter gibt es auch ein paar private Häuser, die Campern einen Stellplatz anbieten. Campingfreunde jeder Couleur werden in Portugals Alentejo entsprechend fündig.
Neben einer kleineren Zahl an Campingplätzen im hügeligen Inland sind die meisten Campingplätze Alentejos in der Nähe der Atlantikküste angesiedelt. So kann man nicht nur ohne lange Fahrten die etlichen charmanten Fischerdörfer entlang der beeindruckenden Küste entdecken, man kann den Camping- auch wunderbar mit einem Surfurlaub verbinden.
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8 Dinge, die man in Portugals Region Alentejo tun sollte
Neben dem Schlafen in der Natur gibt es in Portugals Alentejo etliche weitere Dinge zu erleben. TRAVELBOOK-Autorin Anna Wengel (Chiodo) gibt im Folgenden neun Tipps für Dinge, die man während eines Campingurlaubs im Alentejo nicht verpassen sollte.
Alle Tipps und Inspirationen aus diesem Artikel gibt es in der folgenden Podcast-Folge von In 5 Minuten um die Welt auch zum Hören – erzählt von TRAVELBOOK-Autorin Anna Wengel (Chiodo):
Odemira
Für mich ist Odemira ein Highlight im Alentejo. Die kleine Stadt liegt von der Küste aus gesehen etwas im Inland und ist sehr charmant. Vom Süden aus kommend fährt man jede Menge Kurven runter und anschließend über eine hübsche Brücke. Rechts dahinter ist das Café Chocolates de Beatriz, mit jeder Menge leckerer handgemachter Schokoladen. Das allein lohnt den Besuch in Odemira.
Festival Músicas do Mundo in Sines
Wer im Sommer nach Alentejo fährt, sollte seinen Urlaub – wenn möglich – so timen, dass das Weltmusik-Festival in Sines (Festival Músicas do Mundo oder kurz FMM) in die Zeit fällt. Das findet im Juli statt. Da kommen jede Menge Künstler hin und überall in der Stadt ist was los. Dann wird es in Sines ziemlich trubelig, aber es lohnt sich sehr.
Traumstrand aussuchen
Wie die Algarve hat auch Alentejo jede Menge traumhafte Strände. Und mit etwas Glück (und zur richtigen Jahreszeit), ist man hier fast oder sogar ganz allein unterwegs. Tatsächlich habe ich im Alentejo noch nie einen hässlichen Strand gesehen. Deshalb gebe ich diesen Tipp: Schauen Sie sich möglichst viele Strände an. Denn können gewaltige Klippen, hohe blau-grüne Wellen und weicher Sand jemals langweilig werden? Eben.
Das Hinterland
Neben den Stränden ist auch das Innere des Alentejo schön und teils sehr aufregend. Allein wenn man von Lissabon in den Süden fährt und sich abseits der Autobahn hält, kommt man durch teils endlos scheinende, wüstenartig anmutende Landschaften. Fährt man zum Beispiel hinter São Teotónio ins Inland, führen die Wege gern mal über rumpelige, enge Straßen durchs Gebirge, das teils steil an den Seiten abfällt. Ein Ausflug weg von der Küste und ins Inland lohnt sich – vor allem für alle, die wirkliche Ruhe erleben wollen. Denn oft gibt es auf den Straßen im Inland nicht einmal Handy-Empfang.
Sonnenauf- und -untergänge auf Bergen und Klippen
Die Sonne geht im Alentejo über den Bergen auf und über dem Meer unter. Wer also gern früh aufstehen und den Sonnenaufgang sehen möchte – und ich empfehle es sehr – sollte ein bisschen erhöhter wohnen oder auf einen der Berge steigen. Die sind nicht allzu hoch und im Monchique-Gebirge geht das tendenziell gut.
Für den Sonnenuntergang empfehle ich ganz klar die Klippen. Die sind an vielen Stellen in Portugal zu finden und ziehen sich auch einen Teil der Alentejoküste entlang. Und von ihnen aus kann man von fast überall die wunderschönen, besonderen portugiesischen Traumsonnenuntergänge sehen.
Auto mieten oder mitbringen
Dieser Tipp ist für Camper vielleicht ein wenig redundant, aber: Im Alentejo empfiehlt es sich, ein Auto zu haben. Zumindest wenn man etwas sehen und vor allem auch mal abseits der Küsten-Hauptstraße erleben möchte. Es gibt auch Busse und auch Trampen ist weiterhin normal, doch am einfachsten ist es mit dem Auto. Das bringt einen zu den diversen Traumstränden, in die charmanten Städtchen und auch ins lohnenswerte Hinterland mit seinen rumpeligen Schotterstraßen.
Ein Geheimtipp? Das Landhotel Reguengo
Für alle, die zwischendrin eine naturnahe Pause vom Camping haben wollen: Ein vielleicht nicht mehr ganz so geheimer Geheimtipp ist das Landhotel Reguengo. Da bin ich schon als Kind mit meinen Eltern immer wieder hingefahren und der Kontakt besteht bis heute. Die ursprünglich drei Besitzer haben dort einen wunderschönen Ort in einem kleinen Tal mitten im Nirgendwo des Monchique-Gebirges geschaffen. Mit jeder Menge Ruhe, sehr schönen, hochwertigen Unterkünften, Naturpool, Yoga, Pferden und vielem mehr. Reguengo ist super für Familien mit Kindern, aber auch alle anderen.
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Essen
Ich persönlich liebe die portugiesische Küche und kann entsprechend auch für einen Campingurlaub im Alentejo empfehlen: Probieren Sie sich durch die diversen lokalen Restaurants. Mich zieht es meist in die einfachen, aber sehr netten und leckeren Fisch-Restaurants an der Küste. Die gibt es in größeren Orten wie auch in ganz kleinen. Ich nenne hier Vila Nova de Milfontes und Azenha do Mar, das sind aber nur zwei von vielen guten Beispielen. Einfach mal in Wassernähe schauen, wo Sie gerade sind. Aber auch, wer nicht so gern Fisch isst, wird auf jeden Fall fündig und kann sich zum Beispiel auf gegrilltes Huhn (frango grelhado), Schweinefleisch, leckeres frisches Brot, Oliven und natürlich Vinho Verde sowie diverse sehr schmackhafte, teils kräftige Käsesorten einstellen.
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Wie kommt man am besten in Portugals Region Alentejo?
Viele Camper reisen natürlich mit dem eigenen Fahrzeug an. Wollen Sie das nicht, können Sie auch mit dem Flugzeug nach Faro oder Lissabon fliegen und von dort mit dem Mietwagen oder Camper weiterfahren. Je nach Ziel sollte man mit mehr oder weniger guten Schotterstraßen rechnen, die können teilweise aufregend werden, wenn sie wahlweise klein, steil oder beides sind. Wollen oder können Sie nicht Auto fahren, gibt es auch immer noch die Option, mit dem Bus zu fahren. Von Lissabon aus kommt man ganz gut in den Alentejo, und auf den Hauptstraßen habe ich auch zuletzt mehr und mehr Busse gesehen, da hat sich auf jeden Fall was getan. Außerdem gibt es Taxis.
Methodik zum TRAVELBOOK AWARD
Wir sagen es jedes Jahr: Alle nominierten Regionen, Länder und Co. des TRAVELBOOK Awards sind bereits Gewinner. Auch dann, wenn es nicht zum Gesamtsieg gereicht hat. Das gilt auch für Alentejo in Portugal. Denn: Jedes Land hat es im Vorhinein bereits auf die Shortlist geschafft, wurde also aus einer großen Anzahl von Anwärtern in einer Kategorie ausgewählt.
Die TRAVELBOOK-Redaktion hat die Community auf Facebook und Instagram um Hilfe gebeten sowie Experten aus der Reisebranche zurate gezogen, um die Shortlist zu erstellen. Die TRAVELBOOK-Leser haben dann fast 150.000 Stimmen abgegeben und ihre Trendreiseziele 2026 gekürt.