Portugals Süden

Top-Reisetipps! 13 Dinge, die Sie an der Algarve tun sollten

Die Algarve im Süden Portugals hat eine dramatisch-schöne Küste mit zahlreichen zerklüfteten Klippen. Im Bild: Ponta Da Piedade in Lagos
Foto: Getty Images

Dramatische Klippen an traumhaften Stränden und meterhohe Wellen, malerische kleine Häuser und tellerweise Meerefrüchte – die Algarve in Portugal ist aus jeder Menge Gründen ein beliebtes Ziel bei Urlaubern. TRAVELBOOK-Autorin Anna Wengel hat zwei Jahre im schönen Süden Portugals gewohnt und für uns eine Liebesliste an Dingen aufgeschrieben, die Urlauber machen und sehen sollten, wenn sie Aljezur und Umgebung erkunden.

Klippentour zwischen Bordeira und Amado

Die dramatischen, meterhohen Klippen an der Westküste Südportugals machen diese Region so einzigartig, aufregend und wahnsinnig anziehend. Finde ich zumindest. Wer Lust auf jede Menge Klippen-gucken hat, fährt zum Praia da Bordeira. Der mehr als drei Kilometer lange Strand allein ist schon hübsch. Direkt hinter dem letzten Parkplatz beginnt aber die wohl aufregendste Scenic Route, die die Algarve zu bieten hat. Rund fünf Kilometer schlängelt sich die ungepflasterte Staubstraße neben dem Meer entlang und offenbart eine dramatischere Klippe nach der nächsten. Holzstege führen zu Aussichtsplattformen. Kletterer finden hier auch jede Menge Abenteuer, was keine Empfehlung, weil mitunter ziemlich gefährlich ist. Nehmen Sie sich für die Klippenstraße unbedingt Zeit, nicht nur, weil Sie hier langsam fahren wollen – wegen Aussicht und Auspuff – und folgen Sie ihr bis zum Ende. Dort erwartet Sie der wunderbare Strand Praia do Amado. Surfbeach und übrigens einer der schönsten der ganzen Algarve. Werden Sie auf dem Hin- oder Rückweg hungrig, halten sie im Mini-Ort Carrapateira und gehen Sie in die Microbar. Hier gibt es jede Menge leckere und typisch portugiesische Kuchen, köstliche Riesenburger und Dinge mit Ziegenkäse und andere große und kleine Speisen.

Essen, ganz viel essen

Klar, Essen ist Geschmacksache. Ich persönlich liebe aber kaum eine Küche so sehr wie die portugiesische und die dort angesiedelte. Will sagen: An der Algarve gibt es zahlreiche alteingesessene aber auch zugezogene Restaurants, die unbedingt probiert werden sollten. Meine Favoriten: Chaparro in Odeceixe – das beste Seafood, mindestens in Portugal. Die Pizzeria Arte Bianca und die peruanische Küche im La Preferida in Vale da Telha und O Sargo mit seinem Traumblick auf den Praia de Monte Clérigo. Oder eben die schon erwähnte Microbar.

Party, People, Pizza

Tanzen unter dem Sternenhimmel zu Electro, Ragga und diversen anderen Beats und die Tanzpausen mit All-you-can-eat-Pizza und -Lasagne, Kuchen und Waffeln füllen – das sind Freitagabende in Tojeiro. Der deutsche Auswanderer Rudolf Strehlow hat im Gebirge von Monchique vor Jahren eine alternative Kommune geschaffen, in der die Menschen selbstbestimmt und fast unabhängig leben. Normalerweise verwandelt sich der alternative Lebensort unter dem Namen „Friday Happiness” jede Woche in ein kleines Hippiefestival mit mehreren Tanzflächen, Bars und jeder Menge Rückzugsorte zum Quatschen, Knutschen, Trinken, Joints rauchen oder was den Feiernden sonst noch für gute oder schlechte Ideen kommen. Das Ganze verwandelt sich in den Morgenstunden in einen riesigen Campingplatz, fahren längst nicht alle nach Hause, sondern schlafen rund um das Gelände in ihren Autos oder auch direkt im Straßenstaub.

Sonnenuntergang auf den Klippen

Dass die Klippen für mich das Beste an der Algarve sind, ist vermutlich klar geworden. Nochmal schöner und wahnsinnig romantisch – manch einer würde auch sagen kitschig – sind die am Abend, genau dann, wenn über dem Meer die Sonne untergeht. Denn Portugal kann Sonnenuntergänge – und steht da Honeymoon-Destinationen wie Gili Air in Indonesien in nichts nach. Und das gilt die gesamte Westküste der Algarve entlang. Meine persönlichen Lieblingsspots befinden sich alle in Odeceixe, um Monte Clérigo und Arrifana herum – aber auch weiter im Süden gibt es wunderhübsche Klippenplätze mit garantierter Sonnenuntergangs-Traum-Aussicht.

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Sonnenaufgang auf Aljezurs Castelo

Die Sonne geht über dem Meer unter und über dem Gebirge wieder auf. Ungestört kann man ihr zum Beispiel von den Ruinen des Castelo de Aljezur dabei zuschauen, ebenso wie von anderen, höher gelegenen Stellen der Altstadt von Aljezur. Je nach Jahreszeit kann der Sonnenaufgang in dichten Nebel fallen, der die ganze Stadt aus der Höhe fast gespenstisch wirken lässt. Stehen Sie unbedingt früh genug auf und erleben Sie diese schönen, facettenreichen Morgenstunden.

Aljezur in Portugal im Nebel

Aljezur versinkt früh am Morgen mitunter in dichtem Nebel
Foto: Anna Wengel

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Aljezur

Und wenn Sie schon einmal in Aljezur sind, können Sie da auch gleich bleiben. Aljezur ist eine der schönsten kleinen Städte der Algarve mit ihren typisch weißen Häusern und ihrer klaren Aufteilung in Alt- und Neustadt. Im neuen Teil stehen die Gebäude ordentlich in Reih und Glied, was aus dem alten wiederum gut zu sehen ist, dessen Häuser kreuz und quer den Hang hochgebaut wurden. Die kleine Stadt hat ein paar Restaurants und Cafés, die meisten Supermärkte (fünf) der Umgebung, eine Tankstelle, Surf- und Souveniershops sowie praktische Geschäfte wie Post, Banken & Co.

Von hier aus fahren Sie den Hügel hoch nach Vale da Telha, wo sich zahlreiche Zugezogene aus Deutschland, England, Italien und anderen Ländern niedergelassen und viele Gäste- und Surfhäuser eröffnet haben. Zahlreich ist in Aljezur und Umgebung aber immer relativ. Hier leben gerade einmal rund 4000 Menschen und so bleibt die kleine Stadt mit ihren umliegenden Dörfern trotz aller Weiterentwicklung immer authentisch portugiesisch und charmant verschroben. Was genau so toll an Aljezur ist, lesen Sie in meiner Liebeserklärung an den Auswanderer-Hotspot.

Lagos

Eine ebenfalls sehr schöne und etwas größere Stadt ist Lagos, im Süden der Algarve. Als Touristen-Hotspot ist Lagos gerade im Sommer normalerweise sehr überlaufen, gibt es hier nicht nur jede Menge Hotels, Hostels, Outdoor-Aktivitäten und Shopping-Möglichkeiten, Lagos ist auch eine der „Partymeilen” in Portugals Süden. Wo Städte wie Aljezur, Odeceixe und Sagres gerade mal eine Handvoll Bars haben und tendenziell immer nur ein oder zwei ein abendliche Event ausrichten, zu dem dann alle gehen, gibt es in Lagos eine größere Auswahl. Partys finden –außer zu Corona-Zeiten – in Sommermonaten schon auf den Straßen statt.

Aber auch unabhängig vom Feiern lohnt sich der Besuch in der kleinen Stadt. Die Innenstadt mit ihren typischen fliesengepflasterten Straßen und Häusern und alten Gebäuden, an denen der Putz abblättert, ergibt jede Menge hübsche Fotokulissen. Die Strände sind anders als an der Westküste wellenarm, so dass man hier gut schwimmen kann und dabei nicht von Surfern überfahren wird. Die Umgebung ist teilweise spektakulär, allen voran Ponta da Piedade, eine schroffe Klippengegend mit jeder Menge dramatischen Felsformationen und Höhlen, die teilweise nur mit dem Boot erreicht werden können. Wie die Klippentour zwischen Bordeira und Amado erinnert auch dieser Teil der Küste schnell an die weltberühmten Zwölf Apostel in Australien.

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Odeceixe

Eine andere sehenswerte, wenn auch ungleich ruhigere Stadt ist Odeceixe, im Norden der Algarve und an der Grenze zur Region Alentejo. In meiner Kindheitserinnerung war in der kleinen Stadt deutlich mehr los, heute wirkt sie häufig fast ausgestorben. Das kleine Odeceixe mit seinen alten, kreuz und querstehenden Häusern, das man von Aljezur kommend über eine sehr kurvige, baumgesäumte Straße erreicht, lohnt sich besonders für Strand und Fisch. Hier befindet sich das bereits erwähnte beste Seafood-Restaurant der Gegend, in dem Sie mit zahlreichen Einheimischen an kleinen Tischen auf der Straße sitzen können. Die Stadt selbst ist niedlich und schnell erlaufen. Ein oder das Highlight ist hier der knapp vier Kilometer entfernte Praia de Odeceixe. Der verändert sich jedes Jahr massiv, nehmen hier parallel der tosende Atlantik und der Süßwasserfluss Seixe Einfluss. So kann es in einem Jahr eine riesige Strandfläche geben, die im nächsten schon deutlich kleiner ist. Und stehen Klippen, die da gefühlt immer waren, plötzlich an einer anderen Stelle oder sind deutlich kleiner. Bei Ebbe kann man bis zum nahegelegenen Nacktbadestrand Praia das Adegas – Naturismo laufen, einer kleinen Bucht, die man je nach Jahres- und Tageszeit auch ganz für sich allein haben kann.

 

Sagres

Der Leuchtturm Farol do Cabo de São Vicente an der südwestlichsten Spitze Europas steht vermutlich in jedem Portugal-Reiseführer. In dessen Nähe befindet sich eine ebenfalls bekannte Wurstbude, die die letzte Bratwurst vor Amerika anbietet (auf Deutsch!) und wieder gibt es hier dramatische Klippen. Und Wind. Gefühlt ist es in Sagres immer windig. Wer die Algarve besucht, sollte hier auf jeden Fall einmal vorbeikommen, ist die Gegend definitiv sehenswert. Machen Sie sich hier allerdings keine Illusionen, Sie werden nicht allein sein. Reisebusseweise werden hier Menschen hergekarrt, andere parken kilometerweit die Straße entlang. Sind Sie schon einmal im Süden der Algarve, nutzen Sie die Zeit am besten, um auch hier Strände zu sehen. Schöne Buchten sind etwa Praia do Beliche und Praia do Tonel.

Leuchtturm Sagres

Der Leuchtturm Farol do Cabo de São Vicente in Sagres steht am südwestlichsten Zipfel Europas
Foto: Anna Wengel

Monchique-Gebirge

Kaum irgendwo ist der spezielle Duft der Algarve so intensiv wie in der Serra de Monchique. Und nicht nur deshalb gehört das wildgewachsene Gebirge dringend mit auf die Algarve-To-Do-Liste. Sie fahren hier über teils staubige, löchrige Schotterstraßen, vorbei an alten, verfallenen Häusern, kleinen Höfen, wunderschönen, von der Natur inspirierten Retreat-Zentren. Hin und wieder versperren Kühe, Schafe und Hunde den Weg. Von Handyempfang ist an vielen Stellen keine Spur. Ein bisschen Vorsicht ist an zahlreichen Stellen geboten, werden die Straßen teils eng und fallen an den Seiten steil ab, während es kaum Abgrenzungen zum tiefen Abgrund gibt. Wer keine oder nicht nur Lust aufs Fahren hat, findet im Monchique-Gebirge zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern.

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Den Algarve-Lieblingsstrand finden

Die Algarve ist besonders bei Surfern extrem beliebt, bietet sie an vielen Stränden für jedes Level noch Herausforderungen. Doch auch wer keine Ambitionen hat, sich auf irgendein Brett zu stellen, findet in Portugals Süden ganz sicher mindestens einen Lieblingsstrand zum Rumliegen, Spazieren gehen, Laufen, Yoga machen, Picknicken oder was einem noch so alles an Strandaktivitäten einfällt. Und dank der zerklüfteten Küste ist fast jeder Strand hier aufregend und atemberaubend schön. Hier finden Sie eine Liste mit Traumstränden an der Algarve.

Wandern an der Costa Vicentina

Der Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina erstreckt sich im Norden von São Torpes in der Region Alentejo bis runter in den Süden nach Burgau in der Algarve. Der Naturpark ist wild gewachsen und bis auf wenige Stelle unbebaut – und bietet jede Menge Wanderwege für Lauffreudige. Die eingangs erwähnte Klippentour ist nur ein Teil der vielen Wandermöglichkeiten, auch die Klippengegenden rund um Arrifana oder Sagres bieten schöne Laufstrecken.

Steilklippe Algarve, Portugal

Dramatische und zum Teil steil abfallende Klippen prägen das Bild an der Westküste Südportugals
Foto: Anna Wengel

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Die Höhle von Benagil entdecken

Im Süden der Algarve, zwischen Albufeira und Portimão liegt der kleine Ort Benagil mit einer der spektakulärsten Felsformationen der gesamten Süd- und Westküste: Algar de Benagil. Die Höhle ist nur vom Meer aus sichtbar oder durch das große Sonnenloch in ihrer Decke. Wer das Innere der gewaltigen Höhle sehen möchte, schwimmt vom nahegelegenen Praia do Benagil, fährt mit dem Boot oder paddelt mit einem Stand Up Paddle Board. Informieren Sie sich aber unbedingt vorher, wann die Flut einsetzt, damit Sie von dieser nicht in der Höhle überrascht werden.