Günstig, aber mit Haken

Was sind eigentlich Repositionierungs-Kreuzfahrten?

Kreuzfahrt
Überführungs- oder Repositioning-Kreuzfahrten sind oft sehr viel günstiger als vergleichbare „klassische“ Schiffsreisen, bieten aber den gleichen Komfort und nicht selten ungewöhnliche Strecken
Foto: Getty Images

Wer bei einer Kreuzfahrt großes Programm zum kleinen Preis möchte, der sollte es mal mit einer so genannten „Repositioning Cruise“ versuchen. Man bekommt alle Annehmlichkeiten, spart aber zum Teil richtig Geld. Allerdings gibt es auch Haken. TRAVELBOOK erklärt, wie das Kreuzfahrt-Konzept funktioniert.

Gemeint ist damit eine Kreuzfahrt, bei der ein Schiff vor Beginn oder nach dem Ende seiner regulären Saison an einen anderen Ort überführt wird. Daher heißen diese Reisen auch Überführungs-Kreuzfahrten, oder, auf Englisch: „Repositioning cruises“.

Solche Überführungsfahrten können mehrere Gründe haben, zum Beispiel die sich mit den Jahreszeiten ändernden Klimabedingungen. So macht eine Kreuzfahrt in Europa meist auch nur im europäischen Sommer richtig Spaß – damit die Reederei aber in der restlichen Zeit kein Geld verliert, kann sie ein Schiff auf einen anderen Kontinent überführen. Godja Sönnichsen, Pressesprecherin bei TUI Cruises, zu TRAVELBOOK: „Unsere Gäste möchten dem deutschen Winter entfliehen, daher bereisen wir im Winter wärmere Gebiete. Wenn die Schiffe vom Sommer- ins Wintergebiet und umgekehrt reisen, nehmen wir also auch Gäste an Bord.“

Fast jede Reederei unternimmt Überführungsfahrten

Für den sparsamen Reisenden hat das gleich mehrere Vorteile: Für so eine Überführungskreuzfahrt zahlt man meist nur einen Bruchteil des üblichen Preises für eine Kreuzfahrt – und kommt dennoch zu absoluten Traumzielen, von Europa aus zum Beispiel nicht selten in die Karibik, die USA oder nach Südamerika. Die Angebote variieren je nach Reederei, aber fast jede große Firma hat mittlerweile solche Repositioning-Fahrten im Angebot. Eine Sprecherin der Reederei Norwegian Cruise Line zu TRAVELBOOK: „Repositionierungsfahrten sind aufgrund ihres besonderen Routenverlaufs beliebte Kreuzfahrten.“

Ein weiterer Vorteil ist laut der Webseite „MyKreuzfahrt.de“, dass solche Fahrten nicht selten ungewöhnliche Routen nehmen, zum Beispiel durch den Suez- oder den Panamakanal. Für Erholungssuchende sei zudem eine solche Reiseart zu empfehlen, weil man im Vergleich zu normalen Kreuzfahrten weniger Ziele an Land anläuft, ergo auch mehr Seetage im Programm hat.

Nur EIN Kreuzfahrtschiff fällt beim Umweltranking nicht durch!

Karibik-Fahrten besonders beliebt

TUI-Cruises-Sprecherin Godja Sönnichsen sagt dazu: „Sehr beliebt sind bei uns die Überführungsfahrten von Europa in die Karibik und zurück. Das hat sicherlich mit der Faszination der Transatlantik-Überquerung zu tun.“ Man habe auf solchen Fahrten auch mehr die Möglichkeit, die Annehmlichkeiten des jeweiligen Schiffes zu genießen.

Die Webseite „Cruisetricks“ gibt aber zu bedenken, dass das Wetter bei solchen Fahrten gerade über den Atlantik teilweise windig und kühl sein könne. Auch solle man sich sein Schiff und dessen Ausstattung vor der Buchung gut anschauen – da ein gewisser Komfort natürlich gerade bei vielen Seetagen nicht zu vernachlässigen ist. Sönnichsen hat zudem noch einen Tipp für Erstbucher bei der Wahl ihrer Kabine: „Backbord oder steuerbord ist hier eine wichtige Frage, wenn man den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang von der eigenen Balkonkabine aus genießen möchte.“

Wissen sollte man auch noch, dass bei einer Repositionierungsfahrt an viel weniger Häfen Zwischenstopps eingelegt werden als bei normalen Kreuzfahrten, sodass man nur selten Landgänge unternehmen kann.

Wer sich jetzt für eine solche Repositioning-Kreuzfahrt interessiert, der sollte vor allem eines tun: früh buchen, denn nicht selten sind die Preise dann besonders niedrig. Bei all dem sollte man aber nicht vergessen, dass eine Kreuzfahrt, genau wie Fliegen, zu den besonders umweltschädlichen Reisearten gehört. Das zeigt auch das Kreuzfahrt-Ranking des Deutschen Naturschutzbundes NABU, bei dem etliche Schiffe durchgefallen sind. Am besten man informiert sich vorab, ob das anvisierte Schiff bestimmte Umweltstandards erfüllt.