Am Bug, am Heck oder doch zentral?

So finden Sie die optimale Kreuzfahrtschiff-Kabine!

Kreuzfahrtschiff von Royal Caribbean
Wer in einer ruhigen Kreuzfahrtschiffkabine schlafen will, muss bei der Buchung ganz genau aufpassen
Foto: Getty Images

Bei der Wahl einer Kabine auf einem Kreuzfahrtschiff gibt es viele Dinge zu beachten: Soll es ein Balkon mit Blick aufs Meer sein oder reicht ein kleines Fenster mit Aussicht aufs Schiffsinnere? Und noch viel wichtiger: Wo kriegt man den Trubel mit und in welcher Kabine herrscht absolute Ruhe? Die folgenden Details helfen Ihnen bei einer Buchung.

Bei einer Kreuzfahrt wollen Urlauber tagsüber vor allem eins: freie Sonnenliegen, Platz im Pool und gutes Essen. Nachts darf es nach dem Dinner und Abendprogramm dann in den eigenen vier Wänden aber gerne ruhiger zugehen. Das ist allerdings nicht allen Kabinenbewohnern vergönnt.

Hier ist es auf Kreuzfahrtschiffen lauter

Generell gilt, dass es in Zimmern, die in der Nähe von Sonnendecks, Fahrstühlen, Theatern oder Diskotheken liegen, sehr laut zugehen kann. Auch Kabinen, die mit einer Verbindungstür zu ihren Nachbarn versehen sind, sind durch diese oftmals schlechter isoliert und lassen Geräusche von nebenan leichter durchdringen.

Entscheidend für den Lautstärkepegel sind auch die Maschinen an Bord: Am Heck lärmen mitunter die Schiffsmaschine und -schraube, im unteren Deck im vorderen Teil kann die Ankerkette beim Ein- und Auslassen zu hören sein. Im vorderen Drittel des Schiffes verursacht das Bugstrahlruder, ein eingebauter Antrieb zum besseren Manövrieren, Krach.

Zusammengefasst:

Auf Nachfrage von TRAVELBOOK gibt Nicolas Goelen, der General Manager des neuen Schiffes AIDAnova, einen weiteren Tipp: „Die ruhigste Kabine ist die Einzelkabine. Da ist man ganz für sich alleine.“

Die besten Reise-Storys kostenlos vorab lesen! Jetzt für den TRAVELBOOK-Newsletter anmelden!

Auch darauf sollten Sie bei einer Buchung achten

Nicht allein die Lautstärke kann darüber entscheiden, ob die Reise erholsam wird oder nicht, auf Kreuzfahrtschiffen gibt es noch einige andere Faktoren, die die Urlaubsfreude trüben können.

Wellenbewegungen

Reisende, die schnell seekrank werden, sollten weder am Bug noch am Heck wohnen – dort wären sie den Wellenbewegungen stärker ausgesetzt. Bei einem empfindlichen Magen empfehlen sich Kabinen im Zentrum des Schiffes.

Ruß

Bei Kabinen auf älteren Schiffen, die zum Heck ausgerichtete Balkone haben, kann der Schornstein zum Problem werden. Es können Rußbrocken herunterfallen, die ein Sonnenbad auf der privaten Liege zu einem staubigen Unterfangen werden lassen. Erkundigen Sie sich vor einer Buchung unbedingt nach möglichen Rußproblemen.

Fahrtwind

Auf Balkonen, die nach vorne ausgerichtet sind, könnte der mitunter starke Fahrtwind das Betreten erschweren.

Zigarettenrauch

Nichtraucher sollten in Erwägung ziehen, ihre Kabine mit Balkon nicht in der Nähe eines öffentlichen Decks zu wählen. Wenn Passagiere sich dort eine Zigarette anstecken, kann der Qualm auf die daneben liegenden Balkone ziehen und Bewohner stören.

Zu lange Wege

Zu Fuß eingeschränkte Reisende sollten bei ihrer Buchung auf die Länge der Verbindungswege achten. Ihre Kabine sollte nicht allzu weit von Treppenhäusern, Aufzügen, Restaurants oder dem Poolbereich entfernt sein, um unnötige Fußmärsche vermeiden zu können.

Neue Kreuzfahrtschiffe, Routen und Attraktionen

Diese Kabinen-Kategorien stehen zur Auswahl

Bei einer Buchung kann zwischen verschiedenen Arten von Kabinen gewählt werden. „Als erstes ausgebucht und dementsprechend am beliebtesten sind die Suiten an Bord der Mein Schiff Flotte“, erklärt Godja Sönnichsen, Pressesprecherin von TUI Cruises, auf TRAVELBOOK-Nachfrage. Allerdings müssten für diese Räumlichkeiten auch die größten Geldbeträge ausgegeben werden. Der Preis pro Kabine würde grundsätzlich aber je nach Route und Reisedauer variieren. Hier die Kategorien in der Übersicht:

Die Innenkabine

Innenkabinen sind preisgünstig und werden aufgrund ihrer kleinen Größe vorrangig als schlichte Übernachtungsmöglichkeit genutzt. Wer dort wohnt, hat oftmals keinen Balkon, geschweige denn einen Ausblick aufs Meer. Bei moderneren Schiffen wird manchmal ein virtueller Balkon mit simuliertem Meerblick angeboten. Viel wahrscheinlicher ist aber ein Fenster mit Blick auf die schiffseigene Shopping-Meile.

Die Außenkabine

Bewohner dieses Zimmertyps haben ein Bullauge oder Fenster, das nach draußen gerichtet ist. Dabei ist aber die Beschreibung besonders zu beachten: Wenn von einer „eingeschränkten Sicht“ die Rede ist, wurden vor dem Fenster zum Beispiel Rettungsboote befestigt, die den Ausblick stören. Alternativ gibt es auch Kabinen mit kleinen französischen Balkonen, die einen Schritt nach draußen ermöglichen, oder die größere Variante, auf denen auch Liegen, Tische und Stühle bereitstehen.

Auch interessant: Die besten Kreuzfahrtschiffe der Welt

Die Suite

Die Suiten sind die Crème de la Crème der Kreuzfahrtschiffskabinen. Häufig sind sie 100 Quadratmeter groß, verfügen über ein voll ausgestattetes Inventar und sogar nette Extras wie ein Klavier oder einen eigenen Whirlpool. Bewohnern dieser Kabinen werden in den meisten Fällen besondere Concierge-Services rund um die Uhr angeboten.

Suiten werden noch einmal unterteilt in „normale“ Suiten, Junior-Suiten und Premium-Suiten. Auf der neuen AIDAnova gibt es sogar eine Penthouse-Suite. „Die neue Penthouse Suite erstreckt sich auf 73 Quadratmeter verteilt auf zwei lichtdurchfluteten Decks. Spektakuläre Ausblicke bieten sich durch die Panoramascheiben und vom 20 Quadratmeter großen Sonnendeck“, beschreibt AIDAnova-General-Manager Goelen die Luxuszimmer.

Die Stornokabine

Für Sparfüchse und spontane Urlauber würde sich eine Stornokabine anbieten. Die werden oft sehr kurzfristig frei, wenn das Kreuzfahrtschiff nicht gänzlich ausgebucht ist oder bereits gebuchte Reisen nicht angetreten werden können. Das Gute ist gleichzeitig auch das Schlechte daran: Kabinen können in jeder Kategorie frei werden – es gibt die Chance auf eine Suite oder eine Innenkabine.

Ein unschlagbares Argument stellt trotzdem der Preis dar. Oft sind die Angebote für stornierte Zimmer um fünf bis 70 Prozent günstiger als im Normalfall. „Manche Gäste warten lange mit der Buchung, weil sie hoffen, noch einen besseren Preis zu erzielen. Ich empfehle dann zu buchen, wenn der Preis, das Schiff und die Route zusagen. Der Preis für eine Kabine kann sinken und wieder steigen“, gibt Goelen zu bedenken.