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Grenzübergang mit Vorgeschichte

Warum heißt der Brennerpass eigentlich so?

Der Brennerpass verläuft an der Grenze zwischen Österreich und Italien. Aber warum heißt er eigentlich so? Foto: Getty Images

Der Brennerpass verläuft an der Grenze zwischen Österreich und Italien und gilt als Tor der Alpen. Doch wer ihn durchquert, fragt sich mitunter, woher er eigentlich seinen Namen hat. TRAVELBOOK kennt die Antwort.

Vom Brennerpass hört man häufig in den Nachrichten. Warum? Er markiert nicht nur den Grenzübergang zwischen Österreich und Italien, sondern ist zudem eine der wichtigsten Verkehrsachsen Europas, die Norden und Süden verbinden. Seit den 1960er Jahren verläuft hier eine Autobahn – stark frequentiert wurde der Brenner aber schon seit Jahrhunderten.

Brannten am Brennerpass mal Kohlen?

Benannt wurde der Brennerpass und die Autobahn nach einem Ort in Südtirol, der an der Strecke liegt: Brenner. Auch auf der österreichischen Seite der Straße liegt eine Gemeinschaft, die denselben Namen trägt. Aber woher kommt der unübliche Name des Gebiets?

Der Ursprung reicht möglicherweise bis in die Antike zurück. Denn damals sollen in der Region die „Breuni“ oder „Brenni“ gelebt haben. Die Mitglieder des Volkes wählten ihre Niederlassung taktisch, denn der Gebirgszugang wird mindestens seit der Steinzeit regelmäßig passiert. Sein Name leitet sich wahrscheinlich aus einem Gewerbe ab, das hier betrieben wurde. Beleg dafür soll ein Gebäude sein, das als „der Hof eines Prennerius“ bekannt ist und seit 1288 in dem italienischen Dorf steht. Ableiten lässt sich der Name des Hofes vom Gewerbe des Kohlebrennens. In einer Zeit, in der Berufe über die Nachnamen von Menschen entschieden, hießen wohl auch einige Bewohner des Ortes Prennerius, also Brenner. Am wahrscheinlichsten ist es daher, dass der Ort und später der gesamte Pass ihren Namen durch Kohlebrenner erhalten haben, wie etwa das Austria-Forum, ein wissenschaftliches Informationsportal aus Österreich, schreibt.

Hat der Brenner was mit Bernstein zu tun?

Erwähnenswert ist außerdem die Ähnlichkeit des Namens mit dem Bernstein. Diesen Namen trägt der Schmuckstein, der auch Brennstein genannt wird, weil er sich anzünden lässt. Der Handel mit ebendiesem Stein verlief früher teilweise über den Brennerpass, die Haupthandelsroute allerdings lag an einem anderen Ort. Einige Sprachwissenschaftler sind der Überzeugung, dass der Brenner seinen Namen vom Bernstein hat, es handelt sich aber um eine Theorie, die zum Beispiel von den Experten im Austria-Forum als eher unplausibel betrachtet wird.

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Sicher ist allerdings, welch großen Einfluss der Brenner seit Jahrhunderten auf Europa hat. Bereits die Römer versuchten von hier aus Einfälle anderer Völker zu verhindern und kontrollierten das Gebiet. So war es mit Lucius Septimius Serverus auch ein römischer Kaiser, der den Ausbau einer ersten Straße veranlasste. Und das bereits zwischen 146 und 211 n. Chr. Zum meistbenutzten Alpenpass wurde der Brenner bereits im Mittelalter und ist es bis heute. Herzstück der Strecke ist die Europabrücke, die das Wipptal in Tirol quert und die höchste Brücke Europas ist.

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