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Paartherapeutin erklärt

Warum Paare öfter an fremde Orte reisen sollten

Warum Paare öfter zusammen reisen sollten
Zusammen zu verreisen macht vielen Menschen Spaß. Speziell Paare profitieren davon jedoch auch auf einer anderen Ebene. Foto: Getty Images
Laura Pomer
Freie Autorin

2. September 2026, 10:28 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wer gerne reist, braucht dafür im Zweifelsfall keine zusätzlichen Argumente. Doch in einer Beziehung – vor allem in einer, die mit der Zeit ein wenig eingeschlafen ist – können Reisen wahre Wunder bewirken. Das erklärte TRAVELBOOK eine Paartherapeutin. Mit dem Ferienhäuschen an der Ostsee ist es dabei aber nicht getan. Lesen Sie weiter, wenn Sie erfahren möchten, wie Sie Ihr Sexleben mit Reisen wieder in Schwung bringen können.

Vielleicht hatten Sie auch schon mal einen sogenannten Airport Crush, haben sich also spontan in eine wildfremde Person am Flughafen verknallt. Die Weichen hierfür legt ein emotionaler Cocktail aus Aufbruchstimmung, Nervosität, Reiz des Unbekannten und einem gemeinsamen Ziel. In dieser Verfassung wird man emotional empfänglicher, erklärte TRAVELBOOK dazu die Paartherapeutin Susanne Brümmerhoff. Und ähnliche Zutaten können der Expertin zufolge auch langjährigen Paaren guttun.

Reisen ist gut für das Sexleben – wenn Sie Folgendes beachten

Stichwort Flughafen. Von dort aus könnten Paare natürlich auch an altbekannte und geschätzte Reiseziele gelangen – etwa auf die schöne Baleareninsel Mallorca, wo man vielleicht jedes Jahr in derselben Finca oder im liebgewonnenen Hotel Urlaub macht. Klingt schön und vertraut? Ist aber genau das Falsche!

„Es geht darum, eine Beziehung lebendig zu halten, indem man unterschiedliche Dinge tut“, führt die Expertin näher aus. Man solle sich gemeinsam ab und zu ein wenig Spannung zumuten. Das müsse nicht unbedingt z. B. Campen in der Wildnis bedeuten. Kann es aber durchaus!

Das Wichtigste ist die neue Erfahrung bei der gemeinsamen Unternehmung. Nehmen wir als Beispiel eine Reise in ein Land, das Sie noch nicht kennen. Fremde Sprachen, Gerüche und Eindrücke sprechen die Sinne an – Gefühle von Routine und Trott kommen da nicht auf. Die ungewohnte Umgebung kann für Spannung und Kribbeln sorgen, und diese Erregung kann sich schnell auf das sexuelle Begehren übertragen.

Reisen und Sex haben eine interessante Verbindung

Der Begriff „Geosexualität“ beschreibt den Zusammenhang zwischen sexueller Aktivität und dem Ort, an dem sie stattfindet. Ein Ortswechsel kann demnach auch beeinflussen, wie wir flirten, begehren und mit unserer Sexualität umgehen. Umgangssprachlich nennt man jemanden geosexuell, wenn er im Urlaub oder generell auf Reisen sexuell aufgeschlossener ist. Näheres zu dem Thema erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Es stockt im Bett? Planen Sie ein Abenteuer!

Frau Brümmerhoff empfiehlt ihren Patienten oft, mal etwas Neues zu probieren, wenn es in der Sexualität stockt. Und damit sind nicht nur Aktivitäten im Schlafzimmer gemeint. „Es geht darum, sich auch mal einer kleinen Aufregung auszusetzen. Zum Beispiel einen Segelkurs zu belegen oder Achterbahn zu fahren. Alles, was etwas ungewöhnlich ist und wo es etwas gemeinsam zu meistern gibt, kann wieder mehr zusammenschweißen“, erklärt die Therapeutin.

Als aufregend oder gar gefährlich empfundene Situationen können die Ausschüttung von Adrenalin und Dopamin ankurbeln. Dann wirkt das Prinzip der sogenannten Affektübertragung, das die US-amerikanischen Psychologen Aron und Dutton in den 1970er-Jahren aufgezeigt haben: Intensive Gefühle, die in einer aufregenden oder nervenaufreibenden Situation entstehen, können mit der Person verknüpft werden, mit der wir sie erleben. Genau das können sich Paare zunutze machen. „Wenn man zum Beispiel glücklich ist, weil man gerade eine wilde Kajaktour hinter sich gebracht hat, bezieht man dieses Glücklichsein nicht nur auf die Kajaktour, sondern auch auf die Person, die dabei war“, veranschaulicht Paartherapeutin Brümmerhoff.

Wenn Sie es nicht so wild mögen, ist das auch kein Problem

Nun sind nicht alle Menschen geborene Abenteurer. Wenn Sie weder Achterbahnfahren noch Fernreisen oder die anderen Vorschläge reizvoll finden, muss das natürlich nicht bedeuten, dass Ihr stagnierendes Sexleben genau das bleiben muss.

Laut Susanne Brümmerhoff wäre es bereits eine gute Idee, einfach mal ohne fest geplante Unterkunft loszufahren. Also etwa einen Roadtrip zu unternehmen – und sei es nur durch Deutschland. Schon der kleine Ungewissheitsfaktor, verbunden mit der Frage „Wo schlafen wir wohl heute?“, kann für einen Adrenalinschub sorgen. Und wenn man schließlich gemeinsam etwas gefunden hat, folgt das Erfolgserlebnis. Das dabei entstehende Glücksgefühl kann sich wiederum positiv auf die Beziehung auswirken und damit auch der Intimität zugutekommen.

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