24. August 2026, 7:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Jahrelang war für TRAVELBOOK-Autor Matthias Bieder klar: Sommerurlaub bedeutet Nordsee. Doch inzwischen sieht das ganz anders aus. Wo er an der polnischen Ostsee besonders gerne Urlaub macht und was seine besten Tipps sind, erfahren Sie hier.
Als Jugendlicher verbrachte ich mit Freunden jede freie Minute auf Sylt, während ich die Ostsee eher belächelte. Das änderte sich erst, als meine heutige Frau mir ihr ganz persönliches Ostsee-Paradies auf der polnischen Insel Wollin zeigte. Seitdem zieht es mich regelmäßig an die polnische Küste. Inzwischen ist Polen für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Doch obwohl immer mehr deutsche Urlauber die Region entdecken, gibt es dort noch einige besondere Orte und Erfahrungen, die meinen Urlaub jedes Mal aufs Neue prägen.
Warum ich immer wieder nach Wollin fahre
Seit mehr als zehn Jahren verbringe ich regelmäßig meinen Urlaub an der polnischen Ostsee. Die Kombination aus langen Stränden, herzlicher Gastfreundschaft und abwechslungsreichen Freizeitmöglichkeiten begeistert mich immer wieder. Gleichzeitig beobachte ich, dass die Region bei deutschen Urlaubern zunehmend beliebter wird.
Allerdings steigen auch hier die Preise. Der wirtschaftliche Aufschwung macht sich deutlich bemerkbar. Trotzdem finde ich noch immer genügend Möglichkeiten, einen schönen Familienurlaub zu verbringen, ohne das Budget zu sprengen.
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Hausmannskost wie früher
Einer meiner liebsten Tipps gilt nicht nur für die Ostseeküste, sondern für ganz Polen. Schon Ende des 19. Jahrhunderts entstanden dort günstige Gaststätten, die sogenannten „Bar Mleczny“. Aus diesen „Milchbars“ wurden während der Ostblock-Zeit einfache Kantinen für Arbeiter. Oft stand eine „Babcia“ mit Kittelschürze hinter der Essensausgabe und bereitete traditionelle Hausmannskost zu.
Viele dieser Lokale gibt es bis heute. Sie sind moderner geworden, aber häufig immer noch erstaunlich preiswert. In Międzyzdroje, also Misdroy, gehe ich besonders gerne ins Bistro 777. Dort habe ich für drei Gerichte für einen Erwachsenen und zwei sehr hungrige Kinder, dazu Krautsalat, ein Getränk, zwei Fruchtjoghurt-Shakes, eine große Portion Blaubeer-Piroggen und eine Cola rund 140 Zloty bezahlt. Das entspricht etwa 32 Euro.
Eis kostet inzwischen fast so viel wie in Deutschland
Nach dem Essen gehört für mich im Urlaub oft ein Eis dazu. Bei den Preisen erlebt man allerdings mittlerweile eine Überraschung. In den vergangenen Jahren sind die Kosten deutlich gestiegen. Für weniger als neun Zloty, also etwa zwei Euro, bekommt man kaum noch eine Kugel.
Wenn ich mir schon ein Eis gönne, dann am liebsten etwas Besonderes. Deshalb fahre ich gerne nach Wisełka, dem Nachbarort von Misdroy. Bei „Miód Malina“ gibt es außergewöhnliche Sorten wie „Apfelkuchen“ oder „Zitronentorte“. Die Eisdiele liegt an einem kleinen Dorfplatz mit Spielplatz und kleinen Geschäften. Dort geht es deutlich entspannter zu als in den großen Touristenorten.
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Hossoland hat meine Familie überzeugt
Freizeitparks schießen an vielen Urlaubsorten aus dem Boden. Manche sind überteuert oder bieten wenig Neues. Umso positiver überrascht war ich vom neuen Freizeitpark Hossoland.
Der Park liegt etwa eine Autostunde von Misdroy entfernt auf dem Weg nach Kolberg. Die Anlage ist als Wikingerdorf gestaltet und bietet Attraktionen für unterschiedliche Altersgruppen. Es gibt mehrere Achterbahnen, Wikingerschiffe mit Wasserattraktionen und zahlreiche weitere Fahrgeschäfte.
Für Kinder ist das ein echtes Highlight. Mein Tipp: Vor dem Besuch nach Rabattaktionen und Gruppentarifen schauen. Wir haben zu viert für einen ganzen Tag rund 100 Euro bezahlt.
Die Seen von Wollin sind ein Geheimtipp
Viele Urlauber denken bei Wollin ausschließlich an das Meer. Dabei gibt es auf der Insel zahlreiche wunderschöne Seen. Einige liegen mitten im Nationalpark und bieten eine ruhige Alternative zu den oft überfüllten Stränden.
Dort kann man baden, angeln oder Tretboot fahren. Gerade an heißen Sommertagen genieße ich die entspannte Atmosphäre an den Seen. Eines sollte man allerdings nicht vergessen: Mückenspray gehört unbedingt ins Gepäck.
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Wisente und Wölfe im Nationalpark
Wenn wir mit den Kindern unterwegs sind, führt uns ein Ausflug häufig in das Schaugehege des Nationalparks Wollin. Es liegt nur wenige Gehminuten vom Zentrum Misdroys entfernt.
Dort lassen sich Wisente, Wölfe, Adler und Rehe beobachten. Geöffnet ist die Anlage vom 1. Mai bis zum 30. September täglich von 10 bis 18 Uhr. Kinder bis sieben Jahre haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen sieben Zloty, also etwa 1,60 Euro.
Wo ich dem Trubel am Strand entkomme
Die Strände von Misdroy sind in der Hochsaison oft komplett überfüllt. Dafür finden Familien dort Strandbars, Restaurants und Spielplätze direkt am Sand.
Wenn ich Ruhe suche, laufe ich ein Stück an der Küste entlang oder fahre etwas weiter und gehe anschließend durch den Wald zum Strand. Mit etwas Geduld findet man noch immer abgelegene Abschnitte, an denen deutlich weniger Menschen unterwegs sind.