30. Juli 2026, 15:13 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ist die Zeit des entspannten Urlaubs vorbei? Zumindest bei vielen jüngeren Reisenden scheint es da einen Switch zu geben. Statt mit einem Buch am Pool zu liegen, wollen sie aus jeder Reise möglichst viel herausholen: mehr Erlebnisse, mehr Orte, mehr Erinnerungen – und das oft mit begrenztem Budget. Hinter diesem Ideal steckt ein Trend, der in sozialen Netzwerken zunehmend Aufmerksamkeit erhält: Travel-Maxxing.
Der Begriff reiht sich in eine Reihe von „maxxing“-Trends ein, die vor allem unter der Generation Z kursieren. Dabei steht das Suffix für die Optimierung oder Maximierung eines bestimmten Lebensbereichs.
Inzwischen wird der Begriff jedoch längst nicht mehr nur ernsthaft verwendet. In sozialen Netzwerken tauchen immer neue, teils scherzhafte Varianten auf, mit denen bestimmte Gewohnheiten oder Lebensstile beschrieben werden. Das Prinzip bleibt dabei dasselbe: etwas möglichst konsequent auszureizen oder zu maximieren.
Immer wieder tauchen auch problematische Ausprägungen auf. So wird aktuell beim „Tanmaxxing“ eine intensive Sonnenaussetzung provoziert, um möglichst schnell braun zu werden – trotz der bekannten Gesundheitsrisiken.
Beim Trip-Maxxing wird der Weg zum Ziel
Trip-Maxxing verfolgt ein vergleichsweise harmloses Ziel: möglichst viel aus einer Reise herauszuholen. Mehr Orte, mehr Erlebnisse, mehr Erinnerungen – und das oft mit kleinem Budget.
Der klassische Strandurlaub verliert dabei an Bedeutung. Für viele junge Reisende stehen heute einzigartige Erfahrungen im Vordergrund. Laut einer aktuellen TUI-Reisestudie sind für 40 Prozent der Gen Z Erlebnisse wichtiger als Entspannung. Statt Luxus-Hotels suchen sie nach besonderen Momenten. Für mehr als 30 Prozent liegt der wahre Luxus sogar darin, etwas zu erleben, das anderen verborgen bleibt.
Hinter Travel-Maxxing steckt ein größerer Wandel. Für viele junge Reisende zählt längst nicht mehr nur das Ziel – sondern auch der Weg dorthin. Der Trend stellt eine alte Reise-Regel infrage: dass Zeit unterwegs verlorene Zeit ist. Statt möglichst schnell anzukommen, werden Roadtrips, Nachtzüge oder Interrail-Reisen selbst zum Erlebnis.
Nicht nur die Destination soll Erinnerungen schaffen, sondern die gesamte Reise. Travel-Maxxing bedeutet deshalb nicht unbedingt, mehr Orte zu besuchen. Sondern das Beste aus jeder Stunde unterwegs herauszuholen.
So können auch Sie zum Travel-Maxxer werden!
Extreme-Tagestrips
Morgens nach Mailand fliegen, einen Tag durch die Stadt ziehen und abends wieder zurück? Was nach Stress klingt, wird zum Freizeitmodell. Laut der britischen „The Times“ sind Suchanfragen nach internationalen Flügen mit Hin- und Rückflug am selben Tag im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent gestiegen. Solche „Extreme Day Trips“ sind eine der konsequentesten Formen des Travel-Maxxing.
Mehr Ziele in weniger Zeit
Statt zwei Wochen an einem Ort zu verbringen, können mehrere Städte oder sogar Länder in einer Reise kombiniert werden. Dank günstiger Flüge, Bahnverbindungen und digitaler Planungstools mit KI lässt sich ein Urlaub heute deutlich flexibler gestalten als noch vor wenigen Jahren.
Erlebnisse statt Hotelsterne
Gespart wird bei Unterkunft und Komfort – nicht jedoch bei Aktivitäten. Das Budget fließt lieber in Bootstouren, Wanderungen, Street-Food-Touren oder Festivals als in ein größeres Hotelzimmer.
Nachtzüge und Nachtbusse nutzen
Während andere schlafen, sind Sie unterwegs. Nachtzüge und Fernbusse dienen dann nicht nur als Transportmittel, sondern ersetzen gleichzeitig eine Hotelnacht. So bleibt mehr Zeit und Geld für Erlebnisse vor Ort.