31. August 2026, 7:22 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Vietnam gilt als eines der schönsten Länder der Welt. Ein Grund von vielen, weshalb TRAVELBOOK-Autorin Julia Mähl sich entschieden hat, es auch mal auf eigene Faust zu erkunden. Was sie dabei alles erlebt hat und ob sie es empfehlen kann, alleine als Frau durch Vietnam zu reisen, erfahren Sie hier.
Wenn man mich fragen würde, welche Länder man als Frau relativ gefahrlos bereisen kann, dann würde sich Vietnam mit ziemlicher Sicherheit irgendwo in meiner Aufzählung wiederfinden. Tatsächlich war „Frankfurt – Hanoi“ sogar der erste Langstreckenflug meines Lebens, die Landung dort auch gleichzeitig der Start in meine erste lange Reise.
Südostasien ist, meiner Meinung nach, sowieso und generell ein perfekter Einstieg, wenn es darum geht, die Welt zu entdecken. Vor allem als Frau. Denn sind wir mal ehrlich: Für viele Länder und die Reisen dorthin braucht es einfach ein gewisses Know-how und vor allem gute Nerven. Südostasien fühlt sich zwar gerne mal chaotisch und überfordernd an, aber eben auch immer relativ sicher.
Zuverlässige Infrastruktur
Bevor ich 2019 zum ersten Mal nach Vietnam gereist bin – mittlerweile war ich 2023 sogar schon ein zweites Mal dort – habe ich mich überall schlau gemacht. Reiseführer, Blogeinträge, Erfahrungen von Freundinnen und Freunden. Gerade in der Rückschau auf diese Zeit und meine beiden Reisen kann ich sagen: Einen Vietnam-Trip zu planen und dann auch durchzuziehen, ist vor allem dank der Infrastruktur sehr angenehm. Bus, Zug, Flieger, alles klappt verhältnismäßig ohne Probleme. Websites wie „12Go Asia“, auf denen man sich zum Beispiel Busse oder Fähren buchen kann, sowie Apps wie „Grab“, in denen man Auto- oder Roller-Taxis für wenig Geld bestellen kann, sind Gold wert und bringen einen relativ zuverlässig von A nach B.
Tatsächlich kommt man auch, was die Sprache angeht, einfach durchs Land. Englisch ist hier weit verbreitet und in jeder Region, die auch nur ansatzweise touristisch ist, findet man jemanden, der einem weiterhelfen kann. Was übrigens gut ist, denn Vietnamesisch zählt zu den schwierigsten Sprachen, die man als Deutsch sprechende Person erlernen kann. Schon kleine Tonänderungen können einem Wort eine völlig neue Bedeutung verpassen. Auch wenn ich normalerweise immer versuche, mir auf meinen Reisen einen kleinen Wortschatz anzueignen, hat das hier nicht ganz so geklappt. Ein Glück also, dass ich mir Pho und Co. auch ganz ohne Vietnamesisch-Kenntnisse bestellen konnte und trotzdem nicht auf den kleinen Plausch mit Taxifahrern oder Menschen im Café verzichten musste.
Falls sich nun aber jemand fragt, wo in Vietnam ich denn eigentlich gewesen bin: Hier kommen die Highlights meiner beiden Reisen.
Hanoi als Start oder Ziel
Mit Sicherheit würde ich jedes Mal wieder in Hanoi starten oder enden. Die Stadt ist – genauso wie Ho-Chi-Minh-City – relativ einfach von überall aus anzufliegen und war deswegen auf meinen beiden Reisen durch Vietnam der perfekte Startpunkt. Hanoi ist ziemlich voll und chaotisch, aber dabei irgendwie stets charmant. Vor allem das Altstadtviertel mit den Gebäuden im kolonialen Stil, den engen Gassen und Straßenhändlern hat es mir angetan. Dort würde ich auch als Frau jederzeit wieder mein Hostel oder Zimmer nehmen, gerade auch, wenn man vorhat, abends mal alleine zum Restaurant zu gehen oder von der Bar nach Hause zu laufen. Kleiner „Geheimtipp“: Ich habe damals eine Food-Tour durch Hanoi gemacht und mir von einer einheimischen Studentin die Altstadt und vor allem das Essen zeigen lassen. Eine Erfahrung, die ich wirklich jedem uneingeschränkt empfehlen kann.
Der nächste Stopp, den ich guten Gewissens weitergeben möchte, ist Sa Pa. Die Region im Norden von Vietnam ist vor allem bekannt für ihre leuchtend grünen Reisterrassen. Von Hanoi aus ist Sa Pa ohne Probleme mit dem Nachtzug oder dem Sleeper-Bus zu erreichen. Einmal angekommen, gibt es in der gleichnamigen Hauptstadt des Distrikts einige Homestays, bei denen man unterkommen kann und die ich fast noch besser als die Hostels finde. Von den Betreibern kann man sich auch Tipps zum Trekking abholen, denn neben eigenen Ausflügen auf dem Roller ist Sa Pa vor allem eine Region, die man am besten in Wanderschuhen entdecken kann. Ich war damals in einer kleinen Gruppe, angeleitet von Einheimischen, unterwegs, die uns durch die Hügel und Reisterrassen geführt haben.
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Vietnam – die schönsten Reiseziele und besten Tipps
Geheimtipp Cát Bà
Nicht nur sehens-, sondern auch erlebenswert ist die Insel Cát Bà in der berühmten Halong-Bucht, die seit 1994 offizielles UNESCO-Weltkulturerbe ist und zu den „neuen sieben Weltwundern der Natur“ zählt. Ganz schön große Titel also – aber zu Recht! Denn in der Bucht befinden sich tausende, mit Regenwald bedeckte Kalksteininseln, die man am besten erlebt, indem man sich von Cát Bà aus eine Bootstour bucht. Je nach Lust und Zeit kann man entweder eine Nacht- oder Tagestour wählen, bei der man dann, gemeinsam mit einer Gruppe, durch die Bucht schippert, schwimmt, schnorchelt und Kajak fährt. Ein Tipp von mir: Die Bootstour ist ein Muss und ich würde in jedem Fall auf der Insel übernachten und nicht auf dem Festland in Haiphong. Denn auf Cát Bà ist es nicht nur wesentlich schöner, man fühlt sich auch sicherer.
Da Nang und Hoi An lohnen sich
Zwei Tipps, die man während einer Reise durch Vietnam auf jeden Fall mitnehmen sollte, habe ich noch. Und sie liegen beide ziemlich nah beieinander. Der eine Tipp ist Da Nang, eine Küstenstadt, die vor allem für ihr Großstadtflair und ihre Sandstrände bekannt ist. Ich hatte damals fast ein bisschen Miami-Vibes, mit den Hochhäusern, die direkt an die Promenade, die Palmen und den Strand grenzen. Da Nang ist ein Paradies für digitale Nomaden und Expats, was es ziemlich leicht macht, Leute kennenzulernen oder schöne Cafés mit WLAN zu finden. Alles fühlt sich sehr modern an, gleichzeitig ist die Stadt auch nicht weit von My Son entfernt, einer alten, hinduistischen Tempelanlage, die man besichtigen darf.
Last but not least: Hoi An. Besser bekannt als „die Schneiderstadt“. Mit ihren bunten Häuserfassaden, den vielen kleinen Boutiquen und Läden, Restaurants und Lampions, wohin man schaut, ist sie ein richtiges Paradies. Ihren Namen trägt sie nicht umsonst, denn hier kann man sich nahezu alles maßanfertigen lassen, was man möchte. Schuhe, Röcke, Kleider, Hosen, Anzüge – schlendert man hier durch die Straßen, warten Schneidereien an quasi jeder Ecke, die es schaffen, in oft unter 48 Stunden das perfekte Outfit herzustellen. Weil die Stadt vom Tourismus lebt, ist es dort quasi zu jeder Tages- und Nachtzeit recht sicher und man muss sich auch als Frau und zu Fuß keine Sorgen machen.
Würde ich Vietnam generell als Reiseland für Frauen empfehlen? Ja! Ist es ein gutes Land, um ins Backpacker-Business einzusteigen? Ebenfalls ja. Und gerade, wenn man sich selbst noch etwas unsicher ist, ist dieser Artikel vielleicht ja ein kleiner Schubs in die Richtung, die sagt: Irgendwo muss man anfangen – warum also nicht in Vietnam?