27. Oktober 2026, 10:21 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wenn es draußen kalt wird und die Tage kürzer werden, beginnt die ideale Zeit für einen Sauna-Urlaub. In Europa reicht die Auswahl von jahrhundertealten Traditionen bis zu außergewöhnlicher Architektur: Saunen schwimmen auf Seen und Fjorden, verstecken sich unter der Erde oder stecken sogar in einem goldenen Ei.
Estland: Traditionelle Rauchsauna ohne Schornstein
Saunieren gehört in Estland fest zum Alltag. Eine besonders lange Tradition hat die Rauchsauna in Võromaa im Südosten des Landes. Die dort gepflegte Saunakultur wurde 2014 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Anders als gewöhnliche Saunen kommt die traditionelle Rauchsauna ohne Schornstein aus. Der Innenraum wird zunächst über mehrere Stunden mit Rauch aufgeheizt. Erst anschließend lässt man den Rauch abziehen, bevor die Saunagäste den Raum betreten.
Finnland: Schwitzstuben auf Seen
Kaum ein Land wird so stark mit Sauna verbunden wie Finnland. Fast drei Millionen Saunen gibt es dort. Eine besondere Rolle spielt Tampere: Die Stadt ist seit 2018 als finnische Sauna-Hauptstadt bekannt. In der Region stehen inzwischen fast 70 öffentliche Saunen zur Auswahl.
Neben klassischen Angeboten gibt es moderne Saunahütten direkt am See und schwimmende Saunaboote. Das Naturerlebnis gehört dabei zum Saunagang dazu. Nach der Hitze geht es zur Abkühlung ins Wasser, im Winter bei entsprechenden Angeboten sogar in ein Eisloch.
Norwegen: Saunieren zwischen Fjord und Großstadt
Eine Alternative zur klassischen Waldkulisse bietet Norwegens Hauptstadt Oslo. Direkt im Hafen liegen schwimmende Saunen mit Aussicht auf das bekannte Opernhaus. Dort treffen die Wärme des Holzofens, das kalte Fjordwasser und die Skyline der Stadt aufeinander.
Deutlich abgeschiedener liegt ein weiteres außergewöhnliches Sauna-Ziel in der Region Telemark. In Dalen befindet sich die Soria-Moria-Sauna auf dem Bandak-See. Durch ihre ungewöhnliche Architektur wirkt die Sauna wie ein glitzerndes Kunstobjekt auf dem Wasser.
Island: Heiße Quellen und geothermische Wärme
Auf Island kommt die Wärme vielerorts direkt aus der Erde. Geothermische Energie versorgt zahlreiche Badeplätze, an denen sich das Baden im warmen Wasser teilweise mit Sauna- und Dampfbadbesuchen verbinden lässt.
Zu den besonderen Anlaufstellen zählen die Vök-Baths am See Urriðavatn im Osten des Landes. Dort ragen beheizte Becken über die Wasserfläche des Sees hinaus. Das Wasser erreicht Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius.
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Schweden: Sauna im „Solar Egg“ und unter der Erde
In Kiruna, Schwedens nördlichster Stadt, wartet eine Sauna, die bereits von außen auffällt. Das „Solar Egg“ der Künstler Bigert & Bergström besteht aus 69 Edelstahlplatten, die mit einer goldfarbenen Titanbeschichtung versehen sind. Im Inneren werden Temperaturen von etwa 75 bis 85 Grad Celsius erreicht.
Ein vollständig anderes Saunaerlebnis gibt es in der schwedischen Region Dalarna. In der Adventure Mine können Besucher eine ehemalige Mine erkunden und anschließend tief unter der Erde in einer Sauna entspannen.
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Schottland: Holzbefeuerte Sauna am Findhorn Beach
Auch an der schottischen Moray-Küste lässt sich der Saunagang mit einem besonderen Naturerlebnis verbinden. Direkt am Findhorn Beach befindet sich die holzbefeuerte „Watershed Sauna“. Untergebracht ist sie in einem umgebauten Pferdeanhänger. Nach dem Saunieren geht es hinaus an die Küste und in die frische Meeresluft.
Lettland: Jahrhundertealte Pirts-Tradition
In Lettland steht weniger außergewöhnliche Architektur als eine jahrhundertealte Tradition im Mittelpunkt. Die lettische Sauna trägt den Namen „Pirts“ und ist tief in der Kultur des baltischen Landes verwurzelt. Saunieren verbindet hier die Hitze mit Naturheilkunde nach überlieferten Ritualen. Dabei geht es nicht ausschließlich ums Schwitzen: Auch die Reinigung und Entspannung von Körper und Geist spielen eine zentrale Rolle.