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Flixtrain, Fernbus, Mietwagen, ...

Welche Alternativen zur Deutschen Bahn sinnvoll sind

Bahn-Alternativen
Trotz Bahn-Streik gibt es einige Möglichkeiten, noch von A nach B zu kommenFoto: dpa picture alliance / Collage TRAVELBOOK

Die Lokführergewerkschaft GDL streikt wieder, diesmal im Personenverkehr von Donnerstag (2. September) bis Dienstag (7. September). Ob es noch weitere Streiks geben wird? Bislang nicht absehbar. Wer in den nächsten Tagen dennoch verreisen muss, braucht nun Alternativen. TRAVELBOOK nennt sechs Möglichkeiten.

Das Management der Deutschen Bahn habe den dritten Streik in diesem Tarifkonflikt provoziert, da es sich weigere, ein neues Angebot vorzulegen, erklärte GDL-Chef Claus Weselsky. Daraufhin legte die DB ein verbessertes Angebot vor. Weselsky lehnte auch dieses Angebot ab. Resultat: Der Nah- und Fernverkehr wird von Donnerstagmorgen 2 Uhr bis Dienstagmorgen 2 Uhr lahmgelegt. Aber: Das Frankfurter Arbeitsgericht will noch am Donnerstag (2. September) über einen Eilantrag entscheiden, mit dem die Deutsche Bahn den laufenden GDL-Lokführerstreik stoppen will.

Aktuell gibt es einen Notfahrplan. Dennoch werden deutschlandweit erhebliche Behinderungen und zahlreiche Zugausfälle erwartet. Wer kann, sollte eine Reise deswegen möglichst auf einen späteren Zeitraum verschieben. Doch nicht immer ist das möglich.

Welche Alternativen haben Reisende, die nicht auf einen eigenen PKW zurückgreifen können? TRAVELBOOK nennt sechs Alternativen zur Deutschen Bahn und erklärt, welche wirklich sinnvoll sind – und welche eher eine Notlösung darstellen.

Flixtrain

Oft muss Flixtrain als kleiner Konkurrent der DB zurückstecken – etwa bei Streckenfreigaben oder neuen Trassen. Im Fall eines Streiks bei der Deutschen Bahn ist das Unternehmen nun aber im klaren Vorteil, denn die Züge von Flixtrain fahren weiter. Wer von Berlin über Frankfurt/Main nach Stuttgart, von Hamburg nach Köln oder von Leipzig über Berlin, Hannover und Dortmund nach Aachen reisen möchte, kann also auf die grünen Züge zurückgreifen. Allerdings sind die Ticket-Preise stark gestiegen.

Normalerweise gibt es Tickets bei Flixtrain schon ab 4,99 Euro, auf längeren Strecken wie Berlin bis Köln ab 9,99 Euro. Preise, die im Vergleich zur Deutschen Bahn deutlich günstiger sind, dem Standard der grünen Züge aber durchaus angemessen, handelt es sich hier nämlich um umgebaute Regionalzüge, die z. B. keine Klimaanlage haben. Doch aktuell haben sich die Preise teilweise verzehnfacht, auf bis zu 90 Euro pro Ticket. FlixTrain sagt auf TRAVELBOOK-Nachfrage, das Preissystem sei dynamisch und die aktuellen Streiks hätten die Preisspanne nicht verändert. Ob diese Preise noch zu der angebotenen Leistung passen, ist nach Meinung der TRAVELBOOK-Redaktion fraglich.

Andere Eisenbahngesellschaften

Eine weitere Alternative können auf einzelnen Strecken ausländische Zug-Unternehmen sein. So teilt die Bahn hier genau mit, auf welchen Strecken noch Züge, etwa von TGV, fahren werden. Wer es nicht ganz so weit hat, sollte einen genauen Blick auf die Regionalzüge im Landkreis werfen. Da die Bahn in den vergangenen Jahren immer wieder Strecken an private Unternehmen abgegeben hat, sind S-Bahnen und Regionalzüge in einigen Ecken eine gute Alternative. Beispiele für andere Eisenbahngesellschaften sind zum Beispiel Züge von Abellio in Nordrhein-Westfalen, oder der Metronom in Hamburg, Bremen und Niedersachsen.

Eine Übersicht über europäische Zugverbindungen ab Deutschland finden Sie hier.

Fernbusse

Eine Alternative zur Bahn und Zügen jeglicher Art stellen Fernbusse dar. Mit den Anbietern Flixbus und den Fernbussen von Blablacar ist in Deutschland ein wirklich großes Streckennetz vorhanden. Wer genügend Zeit mitbringt, kann so in fast alle Großstädte Deutschlandweit reisen – denn ein Nachteil ist hier definitiv, dass die Reise mit den Bussen oft mehrere Stunden länger als mit der Bahn dauert.

Beim Anbieter Blablacar hat man entschieden, trotz des Streiks auf Preiserhöhungen zu verzichten. „BlaBlaCar garantiert, dass 75 Prozent der Bustickets unter 25 Euro liegen werden“, heißt es in einem Statement, das TRAVELBOOK vorliegt.

Doch auch bei Busreisen sollte beachtet werden, dass aufgrund des Bahnstreiks der Verkehr auf den Straßen, vor allem auf den Autobahnen, stark zunehmen kann. Dort kann es dann zu Staus und somit längeren Reisezeiten kommen.

Auch interessant: Blablacar-CEO Brusson: »Kann sein, dass in diesem Sommer mehr Leute reisen als vor der Pandemie

Mitfahrzentralen

Wer an einen Ort muss, an den wirklich nur die Deutsche Bahn fährt, kann sein Glück bei Mitfahrzentralen versuchen. Dort kann man sich mit anderen Reisenden auf der gleichen Strecke zusammentun. Mögliche Anbieter sind BlaBlaCar, mitfahren.de oder hitchhikers.de. Gerade bei Streiks sind Mitfahrgelegenheiten eine gute Alternative zur Bahn, da hier besonders flexibel und schnell reagiert werden kann – heißt, mit einer gesteigerten Nachfrage gibt es oft auch ein gesteigertes Angebot. Auch bei den Mitfahrgelegenheiten hat BlaBlaCar übrigens mitgeteilt, man wolle die Preise gering halten. „Wir haben unsere Community zur Solidarität aufgerufen, und die Fahrer reagieren darauf, indem sie Plätze in ihren Autos anbieten, ohne ihre Preise zu erhöhen. Auch unsere normalerweise üblichen Gebühren für Anbieter von Mitfahrgelegenheiten bleiben, wie schon seit Beginn der Corona-Pandemie, weiterhin ausgesetzt“, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Mietwagen

Die vielleicht offensichtlichste Alternative zur Bahn ist ein Mietwagen. Allerdings ist diese Option vergleichsweise kostenintensiv und auch nicht für jeden geeignet – schließlich ist dafür ein Führerschein erforderlich, oft braucht man ein bestimmtes Mindestalter und während der Fahrt kann nicht gearbeitet werden. Wer dennoch auf Mietwagen ausweichen möchte, sollte sich vorab auf Vergleichs- und Buchungsportalen informieren. Außerdem empfehlenswert sind diese Tipps vom Experten, wie man Fehler man beim Mietwagen-Buchen vermeiden kann.

Auch für Mitfahrzentralen und Mietwagen gilt: Erhöhte Staugefahr, weil aufgrund des Streiks Autobahnen voller sein können.

Flüge, z. B. mit Lufthansa oder Eurowings

Kurzstreckenflüge sind natürlich, im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes, eigentlich zu vermeiden. Wer auf einen Flug zurückgreifen muss, kann aktuell vor allem bei Lufthansa und der Tochter-Airline Eurowings fündig werden. Beide Fluggesellschaften wollen 7000 zusätzliche Plätze anbieten, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Bei insgesamt 150 Flügen wollen die Airlines größere Maschinen als ursprünglich geplant einsetzen. Die Lufthansa werde außerdem 22 Extraflüge von und nach Frankfurt und München anbieten. Auch Eurowings plane Zusatzflüge auf den wichtigsten innerdeutschen Strecken.

Mit Material von Reuters

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