29. November 2025, 14:50 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Einmal quer durch Europa – und das in Hochgeschwindigkeit. Die EU-Kommission hat ambitionierte Pläne vorgestellt, mit denen sie den Schienenverkehr revolutionieren und zugleich Kurzstreckenflüge unattraktiver machen will. Doch das Projekt, Europa mit einem Schnellbahnnetz zu verbinden, steht vor gewaltigen finanziellen Herausforderungen.
Anfang November hat die EU-Kommission ihre Strategie für ein europaweites Schnellbahnnetz präsentiert. Ziel ist es, Großstädte effizienter zu verknüpfen und den Bahnverkehr als umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug zu etablieren. Der Plan laut einem Bericht von BILD: Ein europaweites Schnellbahnnetz, das bis 2040 stehen soll. Auf den neu geplanten Trassen sollen die Züge mit mindestens 200 Kilometern pro Stunde unterwegs sein. Das soll nicht nur die Reisezeiten massiv verkürzen, sondern auch den Tourismus fördern.
Deutlich kürzere Reisezeiten durch neue Trassen
Mehr Tempo auf der Schiene soll auch bedeuten: weniger Zeit im Zug. Der Entwurf des Schnellbahnnetzes zeigt, welche Strecken in Zukunft besonders profitieren könnten. So soll die Strecke zwischen Berlin und Kopenhagen statt 7 nur noch 4 Stunden dauern, von Sofia nach Athen fährt man statt aktuell fast 14 Stunden nur noch 6. Auch neue Verbindungen wie Paris–Lissabon über Madrid sowie schnellere Bahnverbindungen durch das Baltikum sind Teil der geplanten Infrastruktur-Offensive.
Das geplante Schnellbahnnetz durch Europa im Überblick:
Finanzierung des Mega-Projekts unklar
Trotz der ehrgeizigen Pläne ist die Realisierung noch keineswegs gesichert. Grund dafür ist die enorme Summe, die für das Projekt aufgebracht werden muss. Denn laut EU-Kommission kostet der Ausbau des Highspeed-Netzes geschätzt 546 Milliarden Euro. Wer für diese Investitionen aufkommt, ist bisher allerdings offen. Viele Mitgliedsstaaten kämpfen mit eigenen Haushaltsproblemen und dürften kaum in der Lage sein, die Kosten alleine zu tragen.
Die EU-Kommission wolle zwar laut dem Nachrichtenportal „Die Presse“ zusätzliche Mittel bereitstellen, doch ohne Unterstützung von außen wird es kaum gehen. Das Prestigeprojekt sei voraussichtlich auf private Investoren angewiesen.
Ob das Schnellbahnnetz bis 2040 tatsächlich Realität wird, hängt somit nicht nur vom politischen Willen ab – sondern auch davon, wer am Ende bereit ist, den Hochgeschwindigkeitszug mitzufinanzieren.