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Wegen Massentourismus! Bewohner von Amsterdam verklagen die Stadt

Amsterdam ist eine Stadt wie aus dem Bilderbuch – jetzt klagen die Bürger gegen ihre Regierung wegen Massentourismus
Das verträumte Amsterdam wird vom Massentourismus überrollt – jetzt klagen die Bürger gegen ihren Stadtrat Foto: Getty Images
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Delia Krumhaar
Werkstudentin

26. September 2025, 16:56 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Bürger Amsterdams haben genug: Trotz Maßnahmen der Stadtverwaltung steigt der Tourismus in der schönen niederländischen Hauptstadt weiterhin an. Geschäfte für Einheimische werden durch Souvenir-Läden ersetzt, die authentischen Radwege sind blockiert und auf den eigentlich so charmanten Gassen tummeln sich Schlangen an Tiktok-Touris. Für die Anwohner ist der Massentourismus in Amsterdam kaum auszuhalten – jetzt schaltet sich eine Bürgerinitiative ein und verklagt die Stadtverwaltung. TRAVELBOOK klärt auf.

Amsterdam ist ein echter Touristenmagnet und weltweit beliebt. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre Authentizität – eine lebendige Mischung aus einzigartiger Kunst und Kultur, einem von Grachten, Gassen und Fahrrädern geprägten Stadtbild sowie dem unverwechselbaren Lebensgefühl voller Offenheit und Gemütlichkeit. Doch das geht allmählich verloren, denn ein großer Teil des Tourismus fokussiert sich auf Party, Sexarbeit und Drogenkonsum. Obwohl die Stadt dagegen bereits Kampagnen gestartet hat, passiert den Einwohnern zu wenig.

Bürgerinitiative startet Petition

Die Bürgerinitiative „Amsterdam hat eine Wahl“ („Amsterdam heeft een Keuze“) ist eine Gruppe aus Amsterdamer Aktivisten, die sich 2020 zusammenschloss. Durch die unzureichenden Maßnahmen der Stadtverwaltung sehen sie sich gezwungen, rechtliche Schritte einzuleiten. Auf ihrer Website konnten die Bewohner Amsterdams an einer Petition teilnehmen, um eine Anklage gegen den Massentourismus in Amsterdam zu unterstützen. Hier können sie auch ihre Sorgen offenbaren: „Wenn wir so weitermachen, wird Amsterdam das 2. Venedig, wenige Einwohner und nur Touristen“, meldet sich ein Amsterdamer besorgt zu Wort. Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, hat die Initiative bereits 50.000 Euro gesammelt, damit sich Anwälte finanzieren lassen. Zusammen mit zwölf anderen Bürgerorganisationen haben sie nun am Montag, dem 22. September, eine Klage gegen die Stadtverwaltung eingereicht.

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Maßnahmen des Stadtrats reichen nicht aus

Bereits im Jahr 2021 ging die Stadt gegen den Massentourismus in Amsterdam vor und setzte ein Limit von 20 Millionen Touristen pro Jahr fest. Doch das eingeführte Touristenlimit wurde zur Verärgerung der Bürger nicht eingehalten: Im vergangenen Jahr belief sich die Zahl der Touristen auf 22,9 Millionen – das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. In 2025 sollen die Zahlen weiterhin ansteigen. Für die Stadt bringen die Touristen hohe Einnahmen, welche sich auf ungefähr zehn Milliarden Euro jährlich belaufen.

Seit 2023 verlangt Amsterdam eine Touristensteuer von 12,5 Prozent – und diese ist die höchste in Europa. Zusätzlich gibt es eine Tagessteuer von 14,50 Euro für Kreuzfahrt-Passagiere, die in die Stadt kommen. Der Stadtrat erließ ebenfalls ein Verbot für die Neubauten von Hotels. Dennoch verlangt die Bürgerinitiative härtere Maßnahmen, wie eine noch höhere Touristensteuer: „Amsterdam könnte die beträchtlichen Mehreinnahmen aus der erhöhten Touristensteuer nutzen, um Grundstücke zu kaufen, um den Wohnungsmangel zu beheben oder um die Stadt vom Straßenmüll zu befreien, der zum Teil durch den Massentourismus verursacht wird“, fordert Van Dijk, Sprecher der Bürgerinitiative, gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“.

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