24. September 2025, 6:59 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Einfach da bleiben, wo es einem gefällt, mitten in der Natur übernachten und das eigene Zuhause immer mit dabeihaben: Campen hat so einige Vorteile und ist für viele Menschen die schönste Art des Reisens. Und das Gute ist, oftmals muss man gar nicht weit fahren, um einzigartige Gebiete zu erreichen. Eine der schönsten Camping-Regionen, die unser Nachbarland Polen zu bieten hat, ist die Kaschubische Schweiz. Bei der gestrigen Verleihung des TRAVELBOOK Awards in Berlin war sie deshalb auch als beste Camping-Region in Europa nominiert. Was sie so besonders macht, lesen Sie hier.
Wo liegt die Kaschubische Schweiz?
Die Kaschubische Schweiz liegt in der Region Kaschubei. Die Landschaft ist durch eiszeitliche Gletscher entstanden. Es gibt rund 250 Seen, die durch Kanäle miteinander verbunden sind. Die Region gilt als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Polen – bis nach Danzig sind es etwa 40 Kilometer.
Die höchste Erhebung ist mit 329 Metern der Berg Wieżyca, der gleichzeitig auch den Mittelpunkt der Kaschubischen Schweiz darstellt. Laut dem Polnischen Fremdenverkehrsamt wurde der Name Kaschubische Schweiz im 19. Jahrhundert von deutschen Touristen geprägt. Grund dafür ist die Landschaft, denn diese erinnerte die Urlauber an die der Schweiz. So wurde etwa einer der größten Seen der Region, der Ostrzyckie-See, mit dem Vierwaldstättersee in Luzern in der Schweiz verglichen.
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Das gibt es in der Kaschubischen Schweiz zu sehen
Natur-Liebhaber kommen in dieser Region Polens voll auf ihre Kosten. Es gibt zahlreiche ausgewiesene Routen für Radfahrer und das Gelände hat nur wenige Steigungen und ist daher perfekt für eine ausgiebige Radtour.
In der Kaschubischen Schweiz sind zahlreiche Seen mit dem Fluss Radunia und seinen Nebenflüssen miteinander verbunden. Dadurch kann man etwa mit dem Kajak lange Strecken zurücklegen. Laut dem Polnischen Fremdenverkehrsamt führt die beliebte Route vom Dorf Stężyca bis zum Lubowisko-See durch den schönsten Teil der Kaschubei. Die Strecke ist etwa 40 Kilometer lang, zwischendurch kann man anhalten, campen oder einfach nur die Natur genießen.
Der höchste Berg der Kaschubei ist der Wieżyca und definitiv einen Besuch wert. Denn auf dem Gipfel befindet sich ein 35 Meter hoher Aussichtsturm. Von dort aus hat man einen malerischen Blick über die Wälder und Seen, die sich durch die Landschaft schlängeln.
Wer sich ein wenig mit der Kultur der Kaschuben vertraut machen möchte, sollte das Freilichtmuseum in Wdzydze Kiszewskie besuchen. Dort stehen mehr als 50 historische Gebäude wie Bauernhöfe, adlige Herrenhäuser, alte Schulen, Windmühlen und Gasthäuser, die besichtigt werden können.
Gerade für Familien ist das Zentrum für Bildung und Förderung CEPR in Szymbark einen Besuch wert. Es ist ein Mix aus Museum, Kultur-, National- und Vergnügungspark und bietet zahlreiche Angebote für Groß und Klein. So gibt es etwa einen alten Bunker zu besichtigen, der eine Ausstellung beherbergt. Zudem gibt es die Kaschubische Märchenwelt, in der man alles über kaschubische Legenden und Erzählungen erfährt. Besonders beliebt bei Besuchern ist außerdem das Upside Down House – ein Haus, das auf dem Kopf steht und in dem auch innen alles einmal umgekehrt ist.
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Für Camper ein echter Geheimtipp
Für Camping-Fans ist die Kaschubische Schweiz noch ein echter Geheimtipp. Es gibt einige Campingplätze, die besonders idyllisch mitten in der Natur und direkt am See liegen. Nachdem man die Nacht praktisch in den eigenen vier Wänden verbracht hat, kann man am nächsten Morgen direkt in der Natur starten – mit einer Kajak- oder Radtour oder einer kleinen Wanderung. Auch die Nähe zum Meer ist ein großer Vorteil. So können Camper auch schnell noch einen Abstecher an die Küste machen.
Wichtig zu wissen ist allerdings, dass man in Polen grundsätzlich nicht wildcampen, sondern nur auf ausgewiesenen Campingplätzen stehen darf. Allerdings kann man auch um die Erlaubnis beim Waldeigentümer oder Besitzer eines Grundstücks bitten – mit etwas Glück kann man dann doch sein Lager aufschlagen. Außerdem gibt es online eine Karte, die einem anzeigt, wo man im Wald campen darf.
Methodik zum TRAVELBOOK AWARD
Wir sagen es jedes Jahr: Alle nominierten Regionen, Länder und Co. des TRAVELBOOK Awards sind bereits Gewinner. Auch dann, wenn es nicht zum Gesamtsieg gereicht hat. Das gilt auch für die Kaschubische Schweiz in Polen. Denn: Jedes Land hat es im Vorhinein bereits auf die Shortlist geschafft, wurde also aus einer großen Anzahl von Anwärtern in einer Kategorie ausgewählt.
Die TRAVELBOOK-Redaktion hat die Community auf Facebook und Instagram um Hilfe gebeten sowie Experten aus der Reisebranche zurate gezogen, um die Shortlist zu erstellen. Die TRAVELBOOK-Leser haben dann fast 150.000 Stimmen abgegeben und ihre Trendreiseziele 2026 gekürt.