21. August 2025, 17:02 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Wer auf Mallorca spontan eine Strandliege nutzen möchte, schaut inzwischen oft in die Röhre. Immer mehr Gemeinden der Baleareninsel setzen auf ein digitales Reservierungssystem – und das sorgt bei Touristen wie Einheimischen für Ärger. Denn auch wenn eine Liege leer ist, darf man sich ohne Online-Buchung nicht darauf legen.
Ob in Calvià, Alcúdia oder Santa Ponça – an vielen Stränden auf Mallorca hat sich das neue System laut einem Bericht von BILD bereits etabliert. Über Online-Plattformen wie „Beach Manager“ können Besucher ihre Strandliegen samt Zeitfenster und exaktem Standort auf einer digitalen Karte im Voraus buchen – teils sogar mehrere Wochen im Voraus. Die Zahlung erfolgt online, Barzahlung vor Ort ist nicht mehr vorgesehen.
Wer hingegen ohne Reservierung am Strand erscheint, wird vom Personal häufig abgewiesen. Freie Liegen sind dann mit roten Plastikbändern und dem Hinweis „Reservado“ markiert – unabhängig davon, ob sie tatsächlich genutzt werden oder nicht.
Premium-Service kostet bis zu 50 Euro am Tag
Ein Standard-Set aus zwei Liegen und einem Sonnenschirm kostet rund 18 Euro täglich. Viele Anbieter haben jedoch ihr Angebot erweitert und bieten inzwischen kostenpflichtige Zusatzleistungen wie Polsterauflagen, Handtücher oder abschließbare Fächer an. Für diesen sogenannten Premium-Service werden teilweise mehr als 50 Euro pro Tag verlangt.
Besonders viel Kritik gibt es daran, dass zahlreiche Hotels Liegen in Strandnähe in großen Mengen über das System reservieren – insbesondere in der ersten Reihe. Diese Plätze bieten sie dann exklusiv ihren Gästen an. Das zwar zum offiziellen Preis, jedoch oftmals nur intern buchbar. Urlauber ohne Hotelanbindung haben dadurch kaum eine Chance auf eine der begehrten Liegen in den vordersten Reihen.
Öffentliche Strände, aber kein freier Zugang?
Sowohl Einheimische als auch spontane Besucher fühlen sich durch das Reservierungssystem benachteiligt. Zwar gelten die Strände Mallorcas als öffentliches Gut, doch das digitale System sorgt bei vielen für das Gefühl, ausgeschlossen zu werden.
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Noch problematischer: Manche Buchungsportale sind nur zwischen 16 und 6 Uhr freigeschaltet, was kurzfristige Besuche zusätzlich erschwert – besonders für diejenigen, die ihren Strandtag spontan planen möchten.