18. August 2026, 17:48 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Eine mittelalterliche Altstadt, ein UNESCO-Welterbe und die Schweizer Bundespolitik. Eigentlich hätte Bern schon genügend Gründe für einen Städtetrip. Das eigentliche Highlight fließt jedoch mitten durch die Stadt: Die türkisgrüne Aare ist nicht nur Kulisse, sondern im Sommer einer der beliebtesten Treffpunkte überhaupt. Wer sich von der Strömung treiben lässt, erlebt die Bundesstadt aus einer völlig neuen Perspektive.
Besonders an warmen Sommertagen scheint sich in Bern vieles um die Aare zu drehen. Der Fluss schlängelt sich in einer engen Schleife um die Altstadt und lockt Tausende Menschen ins Wasser. Für viele Berner gehört das sogenannte Aareschwimmen längst zum Alltag: Nach Feierabend, in der Mittagspause oder am Wochenende springen sie ins erfrischende Wasser und lassen sich von der Strömung mitziehen. Für Besucher wirkt das zunächst ungewohnt, ist aber eine der schönsten Möglichkeiten, die Stadt kennenzulernen.
Treibenlassen beim Aareschwimmen in Bern
Anders als an vielen anderen Orten ist die Aare in Bern nicht bloß Landschaftsverschönerung. Überall entlang des glitzernden Flusses finden sich beliebte Einstiegsstellen, von denen aus sich Schwimmer mehrere hundert Meter weit treiben lassen können. Dank der kräftigen Strömung gleitet man fast mühelos flussabwärts.
Die Aare entspringt eigentlich hoch oben in den Berner Alpen am Unteraargletscher. Bevor sie Bern erreicht, fließt sie jedoch durch den Thunersee, wo sich das eiskalte Gletscherwasser etwas erwärmt. Das sorgt selbst an heißen Sommertagen für eine angenehm erfrischende Badetemperatur.
Dabei zeigt sich Bern dann von seiner besten Seite. Hoch über dem Wasser erhebt sich die zum UNESCO-Welterbe gehörende Altstadt mit ihren Sandsteinfassaden und Kirchtürmen. Kurz vor der Nydeggbrücke liegt der berühmte Bärenpark, in dem die Wappentiere der Stadt leben. Mit etwas Glück können Schwimmer die Bären sogar direkt vom Fluss aus entdecken. Wenige Meter weiter ragt das Berner Münster in den Himmel, während sich historische Häuser an die Ufer schmiegen. Dazwischen passieren Schwimmer alte, hohe Steinbrücken, grüne Uferpromenaden und idyllische Kiesbänke. Den wohl schönsten Blick auf die Altstadt und die markante Aareschleife gibt es anschließend vom Rosengarten.
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Die wichtigsten Begleiter am Fluss
Die kostenlosen Freibäder, oder „Badis“, wie man in der Schweiz sagt, eignen sich ideal als Ein- und Ausstieg. Hier kann man sich nach der Tour abduschen, noch ein paar Bahnen ziehen oder auf den gepflegten Liegewiesen entspannen. Natürlich gehören auch die obligatorischen Freibad-Pommes dazu. Für eine Altstadt-Tour der anderen Art empfiehlt sich die Strecke vom Freibad Marzili bis zum Lorrainebad. Wer sich einfach treiben lässt, ist rund eine Stunde unterwegs.
Unverzichtbar ist dabei ein Schwimmsack. Schließlich steigt man an einem anderen Ort wieder aus, als man ins Wasser gegangen ist. Handtuch, Kleidung und Wertsachen lassen sich darin trocken und sicher verstauen. Der in Bern allgegenwärtige „Wickelfisch“ hält den Inhalt trocken und hat noch einen weiteren Vorteil: Er sorgt für Auftrieb und macht das Treibenlassen ohne Schwimmbewegungen deutlich entspannter.
Von Thun bis Bern beim Aareböötle
Wer etwas mehr Zeit mitbringt und das Berner Mittelland vom Wasser aus erkunden möchte, packt ein Schlauchboot und ausreichend Proviant ein und fährt mit dem Zug Richtung Thun. Dort beginnt das beliebte Aareböötle.
Über mehrere Stunden lässt man sich von dort aus auf der Aare treiben, vorbei an Wäldern, Wiesen und idyllischen Uferabschnitten. Dazu erhascht man immer wieder Ausblicke auf die Alpen und das Schweiz-typische Bergpanorama. Die entspannte Fahrt fühlt sich an wie eine Mischung aus Naturausflug, Picknick und kleinem Abenteuer.
Wenn die Mittagssonne zu stark wird, springt man einfach kurz ins Wasser und klettert anschließend wieder ins Boot. Unterwegs laden zahlreiche Kiesbänke und Uferstellen zu einer Pause ein. Besonders beliebt sind kleine Grillstopps direkt am Fluss, bevor die Reise auf dem Wasser weitergeht.
Viele starten ihre Tour nicht direkt in Thun, sondern in den umliegenden Orten entlang der Aare, etwa in Uttigen. Dort können Besucher bei verschiedenen Anbietern Schlauchboote mieten und diese nach der Fahrt bequem in Bern wieder zurückgeben. Das macht das Aareböötle auch für Urlauber unkompliziert, die kein eigenes Boot dabeihaben.