26. Mai 2026, 17:10 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Wer bei 30 Grad ins Freibad will, sucht oft mehr als nur eine Abkühlung. Manche Anlagen bieten Panorama, Naturkulisse oder Architektur, die den Badetag fast zum Kurzurlaub machen. Vom Schwimmen mit Zugspitzblick bis zum Sonnenbaden direkt am Rhein: Diese 13 Freibäder stechen aus der Masse heraus – nicht wegen größerer Rutschen oder lautem Trubel, sondern wegen ihrer besonderen Lage und Atmosphäre.
Panoramabad Farchant, Bayern
Der Name ist im Panoramabad Farchant Programm. Während Gäste auf der Liegewiese entspannen oder im Becken ihre Bahnen schwimmen, ragen in der Ferne die Gipfel des Wettersteingebirges mit der Zugspitze auf. Das Freibad liegt nahe Garmisch-Partenkirchen und setzt beim Wasser auf eine Solarheizung, die für angenehme Temperaturen sorgt. Eine Rutsche ergänzt das Angebot.
Badeschiff Berlin
Für sportliche Langstreckenschwimmer, Sprungfans oder Rutschenliebhaber ist das Badeschiff in Berlin nur bedingt gemacht. Sein Reiz liegt woanders: im Blick auf vorbeiziehende Schiffe, den Fernsehturm in der Ferne und das Gefühl, mitten auf der Spree zu schwimmen. Direkt im Fluss zu baden, ist in Berlin verboten – auf dem Badeschiff wird die Spree trotzdem zur Bühne für sommerliche Abkühlung.
Zschonergrundbad, Dresden, Sachsen
Am Stadtrand von Dresden liegt das denkmalgeschützte Zschonergrundbad in einer grünen Umgebung aus Wald und Schilf. Gereinigt wird das Wasser durch Kiesfilter und Pflanzen. Neben dem naturnahen Konzept spielt auch Inklusion eine wichtige Rolle. Zur Anlage gehören außerdem ein Kräutergarten und ein Naturspielbereich mit Murmelbahn. Für Sprungfreudige gibt es die Sprunggrube, in der das Becken bis zu 3,60 Meter tief ist.
Bergbad Bückeburg, Niedersachsen
Die Stadt Bückeburg bezeichnet ihr Bergbad als „das schönste Freibad im Norden Deutschlands“. Ganz unbegründet ist dieses Selbstbewusstsein nicht: Die Lage mit Aussicht ins Weserbergland und der markante Sprungbereich, der schräg in das 50-Meter-Becken hineinragt, machen das Bad besonders. Dazu kommt ein geschwungener Zehn-Meter-Turm, der die geometrisch auffällige Anlage prägt.
Felsenbad Pottenstein, Bayern
Am Fuß einer Felswand liegt das Felsenbad Pottenstein zwischen Nürnberg und Bayreuth. Jugendstilmauern rahmen die Anlage ein, deren grünliches Wasser zu ihrer besonderen Wirkung beiträgt. Es handelt sich um einen Naturbadeteich, der ohne chemische Zusätze gereinigt wird. Diese Aufgabe übernehmen Pflanzen.
Panoramabad Bonn, Nordrhein-Westfalen
Das Panoramabad Bonn-Rüngsdorf punktet vor allem mit seiner Lage am Rhein und dem Blick auf das Siebengebirge. Auch architektonisch hat das Bad einiges zu bieten: Der ellipsenförmige Zehn-Meter-Turm wird nachts beleuchtet. Ein Gehweg führt über einen Teil des Kinderbeckens zu einer Plattform, von der aus sich die Sprünge vom Turm gut beobachten lassen. Von dort können Gäste auch zur Wasserrutsche abbiegen. Direkt hinter der Liegewiese am 50-Meter-Becken fließt der Rhein vorbei.
Naturerlebnisbad Bingen, Rheinland-Pfalz
Im Naturerlebnisbad Bingen stehen ein chlorfreier Schwimmteich, zwei Sprungbretter und Holzstege im Mittelpunkt. Dahinter öffnen sich der Blick ins Rheintal und auf die Hügel des Taunus. Auch hier ist der Fluss der heimliche Star der Anlage. Wer länger bleiben möchte, findet im Sommercafé mit großer Sonnenterrasse einen Platz zum Verweilen.
Terrassenbad Frammersbach, Bayern
Das Terrassenbad Frammersbach liegt im schönen Naturpark Spessart im Nordwesten von Bayern und bietet vier Schwimmbecken auf vier Ebenen, darunter eine 50 Meter lange
Rutsche, Sprudelliegen und verschiedene Massagedüsen.
Kaifubad, Hamburg
Das Kaifubad am Kaiser-Friedrich-Ufer wurde 1895 erbaut und ist damit Hamburgs ältestes Bad. Aus dem Standort leitet sich auch der Name „Kaifu“ ab. Bei schlechtem Wetter bietet die Schwimmhalle im hanseatischen Backsteinstil einen Rückzugsort. Draußen gibt es ein 50-Meter-Becken und einen Sprungturm. Wer trotz Sommerhitze zusätzlich Wärme sucht, kann die Sauna besuchen oder sich im 32 Grad warmen Salzwasser der Solar-Therme treiben lassen. Dort fällt auch das sakral wirkende Deckengewölbe ins Auge.
Felsenbad Landsberg, Sachsen-Anhalt
In Landsberg unweit von Halle an der Saale ist die alte Doppelkapelle auf einer Klippe schon von Weitem sichtbar. Unterhalb davon liegt das Felsenbad Landsberg. Porphyrgestein und viele Bäume umgeben die beiden vieleckigen Schwimmbecken. Zur Anlage gehören eine 50-Meter-Bahn, ein Sprungturm und ein Bereich für Kinder. Besonders prägend ist die Spiegelung der Kapelle im Wasser.
Mineralfreibad Oberes Bottwartal, Baden-Württemberg
Das Mineralfreibad Oberes Bottwartal in Oberstenfeld deckt zahlreiche Wünsche eines Freibadbesuchs ab: Es gibt ein 50-Meter-Becken, drei große Rutschen, einen Sprungturm, ein Kinderbecken, Massageliegen und einen FKK-Bereich. Hinzu kommt die Lage in den Hügeln der Weinanbauregion südöstlich von Heilbronn.
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Waschmühle Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz
Im Eselsbachtal im Norden von Kaiserslautern liegt das Freibad Waschmühle. Mit 7.200 Quadratmetern Wasserfläche bietet der Badeweiher viel Platz. Ursprünglich befand sich dort eine Wäscherei, Anfang des 20. Jahrhunderts entstand daraus ein Bad – die „Wesch“, wie Einheimische sagen. Auffällig sind drei kleine Terrassen, die wie breite Finger in das große Becken hineinragen, sowie die Jugendstil-Umkleiden am Rand.
Nordsee-Lagune Burhave, Niedersachsen
Genau genommen kein Schwimmbad, sondern ein Badesee – aber ein ganz besonderer. Die Nordsee-Lagune in Burhave ist laut der offiziellen Internetseite der 6000-Einwohner-Gemeinde der weltweit einzige Meerwasser-Badesee, in dem es keine Ebbe und Flut gibt. Die Konstruktion liegt auf einer Halbinsel und ist zum größten Teil von Meer umgeben und somit direkt am Wattenmeer gelegen. Mithilfe von Pumpen wird kontinuierlich frisches und biologisch gereinigtes Nordseewasser in den See gepumpt. Dadurch ist dieser zu jeder Tageszeit gefüllt. Sogar dann, wenn das Meer ein paar Meter weiter vor der Halbinsel verschwunden ist.
Mit Material von dpa