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Illas Cíes

Die spanischen Trauminseln, die kaum jemand kennt

Dieser traumhafte Strand befindet sich auf den Illas Cíes
Dieser traumhafte Strand befindet sich auf den Illas Cíes Foto: Getty Images
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TRAVELBOOK Redaktion

31. Juli 2026, 17:15 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Weiße Sandstrände, türkis schimmerndes Wasser und spektakuläre Natur erwarten Besucher nicht nur in der Karibik. Vor der Küste Galiciens liegt ein Archipel, den selbst viele Spanien-Urlauber kaum kennen. Doch wer die Illas Cíes besuchen möchte, muss sich an strenge Regeln halten. Genau das trägt dazu bei, dass die Inseln bis heute ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben.

Mallorca und Gran Canaria zählen zu den bekanntesten Reisezielen Spaniens. Deutlich weniger bekannt sind dagegen die Illas Cíes im Atlantik vor Galicien. Bereits die Ankunft mit der Fähre sorgt bei vielen Besuchern für Staunen: Direkt am Anleger erstreckt sich die Praia das Rodas, ein nahezu perfekt geformter Halbmondstrand mit feinem, schneeweißem Sand und glasklarem, smaragdgrünem Wasser (siehe großes Foto oben).

Der rund eineinhalb Kilometer lange, sichelförmige Sandstreifen verbindet die beiden Hauptinseln Monteagudo und Do Faro. Die Praia das Rodas gilt als einer der schönsten Strände Spaniens. Die britische Zeitung „The Guardian“ bezeichnete sie vor einigen Jahren sogar als schönsten Strand der Welt. Trotz dieser Auszeichnung ist der große internationale Besucheransturm bislang ausgeblieben.

Inselwelten: Blick von Do Faro auf die Nachbarinsel San Martino
Inselwelten: Blick von Do Faro auf die Nachbarinsel San Martino Foto: Getty Images

Nationalpark mit begrenzten Besucherzahlen

Gemeinsam mit Ons, Sálvora und Cortegada gehören die Cíes-Inseln zum 2002 gegründeten Nationalpark der Galicischen Atlantikinseln. Um die empfindlichen Lebensräume zu schützen, dürfen in den Sommermonaten höchstens 2200 Menschen pro Tag die Illas Cíes besuchen. Zusätzlich gilt eine besondere Regel: Sämtliche Abfälle müssen von den Besuchern wieder zurück aufs Festland gebracht werden.

Die Inseln liegen unmittelbar vor den Fjorden des galicischen Festlands. Der hier stattfindende Austausch zwischen dem salzigen Atlantik und dem süßen Flusswasser der Fjorde sorgt für eine hohe Wasserqualität und Nährstoffkonzentration.

Dadurch entstand ein artenreiches Ökosystem mit mehr als 200 Algenarten sowie zahlreichen Fischen, Kraken und Krustentieren. Auch Delfine, Meeresschildkröten und Wale kommen in den Gewässern rund um die Inselgruppe vor. Für Schnorchler und Taucher bieten die Illas Cíes daher ideale Bedingungen.

Wälder, Dünen und der „Strand der Deutschen“

Wer lieber an Land unterwegs ist, findet auf Monteagudo ein gut ausgebautes Netz an Wanderwegen. Diese führen durch Kiefern- und Eukalyptuswälder, vorbei an wildem Thymian sowie immer wieder zu Aussichtspunkten über Dünen und versteckte Buchten.

Zu den bekanntesten Strandabschnitten gehört die Praia de Figueiras. Sie trägt auch den Namen „Strand der Deutschen“. In den 1950er Jahren soll eine auf der Festlandseite in Vigo lebende norddeutsche Familie namens Steimbrügge die Bucht inoffiziell zum ersten FKK-Strand Spaniens gemacht haben.

Die Praia de Figueiras war angeblich Spaniens erster FKK-Strand
Die Praia de Figueiras war angeblich Spaniens erster FKK-Strand Foto: Getty Images

Bedeutendes Refugium für Seevögel

An der dem offenen Atlantik zugewandten Seite steigen die Klippen deutlich an. Die zerklüfteten Felswände bieten zahlreichen Vogelarten ideale Brutplätze. In den Steilhängen befinden sich wichtige spanische Brutgebiete für Kormorane, Basstölpel und Trottellummen.

Mit dem Fernglas lassen sich dort unter anderem Krähenscharben, Sturmschwalben und Mittelmeermöwen beobachten. Noch vor wenigen Jahren lebten hier rund 20.000 Möwenpaare, womit die Inseln zu den größten Möwenkolonien weltweit zählten.

Aussichtspunkte mit Blick auf die „Inseln der Götter“

Ein beliebtes Wanderziel ist der Alto do Príncipe. Der Weg dorthin führt an den Überresten einer alten Steinruine vorbei. Bereits vor etwa 3000 Jahren lebten Menschen auf den Inseln. Vom Aussichtspunkt aus reicht der Blick über den Atlantik ebenso wie über die fjordartige Küste Galiciens und die übrigen Inseln des Nationalparks. Hier wird deutlich, weshalb die Römer den Archipel einst „Inseln der Götter“ nannten.

Ab dem zweiten Jahrhundert nach Christus siedelten sich Römer auf den Cíes-Inseln und benachbarten Eilanden an. Im Mittelalter nutzten vor allem Mönche die Inseln und verteidigten sie gegen Normannen und Wikinger. Seit dem 18. Jahrhundert ist die Inselgruppe unbewohnt.

Leuchtturmwanderung und Übernachtung im Zelt

Die Insel San Martiño darf wegen ihres Status als Vogelschutzgebiet nicht besucht werden. Von der Nachbarinsel Do Faro aus eröffnet sich jedoch auf einer rund dreieinhalb Kilometer langen Wanderung zum Leuchtturm ein beeindruckender Blick auf die geschützte Insel. Der Leuchtturm stammt aus dem 19. Jahrhundert und markiert mit 175 Metern den höchsten Punkt der Insel.

Wer Unterhaltung, Partys und Nachtleben sucht, wird auf den Illas Cíes nicht fündig. Hotels gibt es ebenfalls nicht. Übernachtungen sind ausschließlich auf dem Campingplatz möglich. Nach vorheriger Registrierung im Nationalpark können Besucher dort Zelte mieten, die unter großen Kiefern an einer Lagune hinter der Praia das Rodas stehen.

Illas Cíes Camping
Die Zelte des Campingplatzes stehen unter Pinienbäumen Foto: Getty Images
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Galicische Spezialitäten auf dem Campingplatz

Auch kulinarisch haben die Inseln einiges zu bieten. Das Restaurant des Campingplatzes serviert frischen Barsch, Schwertmuscheln und die für die Region typischen Kraken-Gerichte. Galicien gilt in Spanien als eine der führenden Regionen für Fisch und Meeresfrüchte. Entsprechend hoch ist der Ruf der Küche, die selbst auf den abgelegenen Atlantikinseln gepflegt wird.

Noch entdecken vor allem spanische Urlauber die Illas Cíes für sich. Die Kombination aus naturbelassenen Stränden, geschützter Landschaft und begrenzter Besucherzahl macht den Archipel weiterhin zu einem vergleichsweise ruhigen Reiseziel. Sobald die letzten Fähren am Abend Richtung Festland ablegen, kehrt auf den Inseln weitgehend Ruhe ein.

Anreise

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Mit Lufthansa, Iberia oder Air Europa über Madrid oder Barcelona nach Vigo. Von hier oder anderen Häfen (Cangas do Morrazo oder Baiona) mit der Fähre weiter.

Mit Material von dpa

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