Der Traumurlaub in Thailand beginnt für viele Reisende mit Freiheit auf zwei Rädern und spektakulären Küstenstraßen. Doch was als idyllisches Abenteuer startet, endet für manche im Krankenhaus – und sorgt zunehmend für ernste Probleme im thailändischen Gesundheitssystem. Nun reagiert die Regierung mit konkreten Plänen, die Urlauber künftig stärker in die Pflicht nehmen könnten – es ist von einer Pflichtversicherung die Rede.
Unbezahlte Krankenhauskosten nehmen deutlich zu
In beliebten Ferienregionen wie Phuket, Koh Samui und Chiang Mai häufen sich Unfälle mit Touristen. Viele Besucher steigen dort erstmals auf einen Roller oder ein Motorrad, nicht selten unter Einfluss von Alkohol oder Drogen. Die Folge: schwere Verletzungen und kostenintensive Behandlungen, wie auch BILD (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet.
Thailands öffentliche Krankenhäuser sind verpflichtet, in Notfällen zu helfen – unabhängig davon, ob Patienten zahlungsfähig sind oder nicht. Das bedeutet: Ärzte leisten zunächst lebensrettende Maßnahmen, ohne nach finanziellen Garantien zu fragen. Erst im Anschluss zeigt sich häufig das Problem: Zahlreiche Touristen sind nicht ausreichend versichert und können die Behandlungskosten nicht begleichen.
Die Konsequenzen sind erheblich. Schätzungen zufolge bleiben Krankenhäuser jährlich auf unbezahlten Rechnungen von mindestens 100 Millionen Baht sitzen – umgerechnet rund drei Millionen Euro.
Regierung plant verpflichtende Absicherung für Einreisende
Um diese finanzielle Belastung zu reduzieren, arbeitet die thailändische Regierung an neuen Regelungen. Künftig könnte es für Urlauber verpflichtend werden, bei der Einreise eine Kranken- oder Unfallversicherung nachzuweisen.
Mit dieser Maßnahme will das Land sicherstellen, dass Behandlungskosten im Ernstfall gedeckt sind und nicht länger von staatlichen Einrichtungen getragen werden müssen. Gleichzeitig verweist die Regierung darauf, dass entsprechende Versicherungsnachweise in vielen Ländern bereits zum Standard gehören – etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Russland oder Kuba.
Neben der Versicherungspflicht steht weiterhin eine Touristenabgabe im Raum. Seit Jahren wird über eine Gebühr von 300 Baht – etwa acht Euro – diskutiert, deren Einführung bislang jedoch mehrfach verschoben wurde.
Aktuell gilt die verpflichtende Versicherung als gezieltere Lösung, da sie unmittelbar bei entstehenden Gesundheitskosten greift und nicht nur pauschal Einnahmen generiert.
Gesetzgebung noch nicht abgeschlossen
Noch ist die geplante Regelung nicht verabschiedet. Allerdings treiben sowohl die Regierung als auch das Gesundheitsministerium die Einführung voran und drängen auf eine zeitnahe Umsetzung. Ziel bleibt es, die finanzielle Belastung für Krankenhäuser zu reduzieren und gleichzeitig die medizinische Versorgung im Land langfristig abzusichern.
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