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Angeblich eine Keimschleuder

Sollte man das gefaltete Toilettenpapier im Hotel besser nicht benutzen?

Gefaltetes Toilettenpapier Hotel
Angeblich soll das dreieckig gefaltete Toilettenpapier, wie man es oft im Bad des Hotelzimmers vorfindet, ein Tummelplatz für Keime seinFoto: Getty Images

Das zu einem Dreieck gefaltete Ende der Toilettenpapierrolle ist als Hinweis darauf zu werten, dass das Bad Ihres Hotelzimmers gereinigt wurde. Doch was ansprechend und ordentlich aussehen soll, bringt offenbar einige Gesundheitsrisiken mit sich. Denn auf dem Papier sollen Keime lauern können. TRAVELBOOK hat beim Arzt nachgefragt.

Das Toilettenpapierende faltet sich natürlich nicht von selbst. Dahinter stecken Reinigungskräfte, die zu dieser kleinen Aufmerksamkeit vom Arbeitgeber angehalten sind. Dabei ist natürlich nicht beabsichtigt, das gefaltete Toilettenpapier mit Keimen zu kontaminieren. Doch die Wahrscheinlichkeit darauf, dass es passiert, ist dennoch hoch.

So gelangen Keime auf das gefaltete Toilettenpapier

Reinigungskräfte in Hotels haben pro Zimmer nur rund 20 Minuten zur Verfügung. Das mag zunächst nach nicht so wenig klingen – in diese kurze Zeit müssen sie jedoch alle rund 20 Arbeitsschritte unterbringen, die zu einer umfassenden Hotelzimmerreinigung fallen. Also Möbel abstauben, Betten machen, angefallen Müll entsorgen, die Minibar auffüllen, etc. Die Reinigung des Badezimmers ist „nur“ ein Teil dieser To-dos, und zwar ein beträchtlicher.

Rein rechnerisch bleibt also für ein gründliches Händewäschen zwischen etwa dem Putzen einer durch andere Gäste verunreinigten Toilette und dem Falten des Toilettenpapier-Dreiecks keine Zeit. Klar, dass sich somit verschiedenste Keime auf dem gefalteten Ende befinden können – von Salmonellen über Darmbakterien bis hin zu (Noro-)Viren.

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Wirklich eine Gefahr für die Gesundheit?

Appetitlich ist die Vorstellung schon mal nicht. Aber birgt die Nutzung des gefalteten Toilettenpapiers auch ein echtes Gesundheitsrisiko?

„Es ist in der Tat so, dass das von Fremden berührte Toilettenpapier mit Keimen kontaminiert sein kann“, bestätigt auf TRAVELBOOK-Nachfrage Gynäkologe Dr. med. Christian Albring. Wie infektiös der Kontakt letztendlich sei, hänge zwar davon ab, wie viel Zeit zwischen dem potenziellen Befall und der Nutzung des Toilettenpapiers vergangen ist. Denn nach einer gewissen Weile werden verschiedene Bakterien unschädlich. Jedoch gibt es auch Erreger, die besonders lange auf Papier überleben können – etwa Pilzsporen. Und im tendenziell feuchten Intim- und Analbereich herrschen für die Ansiedlung eines Hautpilzes ideale Bedingungen.

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Experte rät zum Einschlagen oder Wegwerfen

Die Ansteckung mit z. B. sexuell übertragbaren Krankheiten ist durch die Nutzung von fremdberührtem bzw. gefaltetem Toilettenpapier relativ unwahrscheinlich. Aber: nicht ausgeschlossen. Und eine Pilzinfektion ist zwar in der Regel nicht gefährlich, aber dafür unangenehm und oft langwierig, also sicherlich kein gewünschtes Urlaubssouvenir. Dr. Albring rät deshalb, das gefaltete Toilettenpapier zu entsorgen oder zumindest unter frische Blätter einzuschlagen.

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