9. August 2025, 14:58 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Internet im Zug – für viele Bahnreisende noch immer ein Geduldsspiel. Doch jetzt will die Deutsche Bahn mit einem innovativen Projekt für deutlich schnelleres WLAN auf der Schiene sorgen. Ein speziell umgebauter ICE wird zum rollenden Testlabor für Gigabit-Verbindungen. Das Ziel: stabiles und schnelles WLAN – sogar bei Tempo 300.
In Mecklenburg-Vorpommern erprobt die Deutsche Bahn auf einer eigens vorbereiteten Teststrecke zwischen Karow und Malchow den Mobilfunkempfang in Zügen unter realen Bedingungen. Dafür hat man laut einem Bericht von BILD einen ICE technisch aufgerüstet. Dieser fährt dieselelektrisch, also ohne Oberleitung. Der Zug ist mit dem herkömmlichen ICE-WLAN ausgestattet, zusätzlich hat man auf dem Dach Antennenvorrichtungen montiert. Einige Scheiben wurden so modifiziert, dass sie durchlässiger für Mobilfunkwellen sind. Andere entsprechen dem Standard. So lassen sich Empfangsunterschiede direkt messen.
WLAN in Zügen der Deutschen Bahn soll schnelller werden
Entlang der Teststrecke sind laut Bahn dreizehn Masten mit neuen Antennen installiert. Diese senden überwiegend im 3,6-Gigahertz-Bereich im 5G-Standard. Diese Frequenz kommt bislang kaum auf Bahnstrecken zum Einsatz – vor allem wegen ihrer geringen Reichweite von nur etwa einem Kilometer. Nun kombiniert man sie erstmals mit niedrigeren Frequenzen, die größere Distanzen abdecken können.
Auch auf der wichtigen Verbindung zwischen Hamburg und Berlin sind neue Mobilfunkmasten geplant. Dort soll vorrangig der neue Bahnkommunikationsstandard FRMCS eingeführt werden. Die Infrastruktur soll zugleich auch von Mobilfunkanbietern genutzt werden können, um Fahrgästen Gigabit-Datenraten bereitzustellen.
Gemeinsames Testprojekt mehrerer Anbieter
Das Besondere am Projekt: Alle vier deutschen Netzbetreiber sind beteiligt. „Erstmals testen wir Mobilfunktechnik, die gezielt für Bahnstrecken entwickelt wurde und allen Netzbetreibern offensteht – ein Novum in Deutschland“, betonte Mallik Rao, Vorstandsmitglied bei o2 Telefónica. Neben o2 Telefónica sind auch Telekom, Vodafone und 1&1 eingebunden.
Das Projekt trägt den Namen „Gigabit Innovation Track XT“ (GINT XT) und war im vergangenen Jahr mit ersten Messfahrten gestartet. Es läuft vorerst bis Ende 2025. Bis dahin will man auf der Teststrecke umfassende Erkenntnisse für die künftige Versorgung der Bahn mit Hochgeschwindigkeitsinternet gewinnen.