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Ausgerechnet im Urlaub krank

„Leisure Sickness“ – was das ist und was Sie dagegen tun können

Leisure Sickness Krankheit Frau Schnupfen
Viele Menschen arbeiten bis zu ihrem Urlaub an der Belastungsgrenze. Fällt der Stress dann ab, sind oft Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Infektionen die Folge.Foto: Getty Images

Krank wenn man es am wenigsten möchte: Gerade zu Urlaubsbeginn werden viele Menschen von einer Krankheit heimgesucht. „Leisure Sickness“ heißt das Phänomen. Was man dagegen tun kann.

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Psychologe Roland Raible kennt das Phänomen, dass Menschen pünktlich mit Ferienstart krank werden: „Die Leute machen sich, wenn sie entspannen, gewissermaßen frei für Krankheiten“, sagt der Experte. Auch wenn es kein bewusster Prozess sei, den ein Mensch steuern könnte.

Bei Anspannung nutzt man die Reserven

Anfällig sind vor allem Menschen, die auf der Arbeit unter großer Anspannung stehen. Sie versuchen, durchzuhalten und diese Belastung auszuhalten. „Das bringt den Organismus dazu, dass er seine Reserven bereitstellt“, erklärt Raible. Fällt die Belastung weg, müsse sich der Organismus nicht mehr anstrengen. Der Körper ist dann anfälliger, die Widerstandskraft schwächer. Das kann sich mental, aber auch körperlich auswirken.

Pause am Fenster
Öfter mal eine Pause einlegen – auch im Arbeitsalltag – das hilft gegen Leisure SicknessFoto: Getty Images

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Viele schuften bis zu ihrem Urlaub an der Belastungsgrenze. Dabei sorgen Stresshormone dafür, dass der Körper funktioniert, sagt Prof. Thomas Löscher. Fällt der Stress von einem ab, werden die Hormone nicht mehr ausgeschüttet. „Dann kann man in ein Loch fallen“, sagt der Experte für Infektionskrankheiten. Folgen können Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen sein. „Stresswegfall-Reaktionen“ nennt Löscher diese. Auch Infektionen sind möglich. Häufig seien das eher harmlose Erkältungen, die einige Tage dauern.

Die niederländischen Wissenschaftler von der Universität Tilburg sahen in einer Studie Risikofaktoren für Leisure Sickness in hoher Arbeitsbelastung und gewissen Merkmalen der Persönlichkeit. Sie nannten etwa ein hohes Leistungsbedürfnis und Schwierigkeiten, in der Freizeit abzuschalten.

Kurze Pausen im Arbeitsalltag

Auch Raible hält die Kombination aus beruflicher Beanspruchung und persönlichen Eigenschaften für die Ursache des Übels. Vorbeugend rät er, regelmäßig Pausen bei der Arbeit einzulegen und nicht stundenlang am Stück durchzuarbeiten. Im Job sollte man zudem lernen, Belastungen zu erkennen und bewusst zu entspannen. „Zurücklehnen, einen Kaffee trinken und die Arbeit kurz liegen lassen“, sagt der Psychologe.

Joggen Laufen Running
Auch Sport kann dabei helfen, der Leisure Sickness entgegen zu wirkenFoto: Getty Images

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Wer verreist, sollte sich davor Zeit geben, langsam zur Ruhe zu kommen. Starker Stress bis unmittelbar vor einer langen Autofahrt oder einem Flug sei nicht gut für den Körper, sagt Löscher. „Lieber fährt man erst ein, zwei Tage nach Urlaubsbeginn weg.“ In den Ferien rät der Professor, ein wenig Sport zu treiben. So könne man den Fall in ein hormonelles Loch verhindern.

Ein weiterer Tipp von Raible: Vom geplanten Urlaub nicht zu viel erwarten. „Viele konzentrieren ihre Hoffnung auf Entspannung auf diesen Zeitraum.“ Doch der Schuss könne nach hinten losgehen: Wenn der Urlaub die gesamte Maloche der Monate zuvor kompensieren soll, sei eine Enttäuschung nahezu vorprogrammiert. Das belaste den Urlaub. Stattdessen sollte man auch im normalen Alltag entspannen und Dinge machen, die einem Spaß machen. So geht man die Ferien mit weniger Druck an. Und bleibt im Idealfall die ganze Zeit gesund.

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