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In diesen europäischen Ländern kann man kaum noch mit Bargeld zahlen

Frau am Parkscheinautomat in Großbritannien
In vielen europäischen Ländern ist es üblich, bargeldlos zu bezahlen Foto: Getty Images
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Anna Wengel
Freie Autorin

8. Februar 2026, 7:05 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Karten- vor Barzahlung nimmt vielerorts zu, doch gibt es auch Länder, in denen man gar nicht mehr mit Bargeld zahlen kann? TRAVELBOOK zeigt, wo in Europa Sie immer eine Karte statt Bargeld zur Hand haben sollten.

Obwohl es auch hierzulande inzwischen mehr und mehr Geschäfte gibt, die ausschließlich Kartenzahlungen verlangen, ist Bargeld weiterhin ein beliebtes Zahlungsmittel in Deutschland. Mitunter gibt es sogar Geschäfte, die gänzlich auf Kartenzahlungsgeräte verzichten. Wem das antiquiert vorkommt, der dürfte sich im Norden Europas besonders wohlfühlen. Denn in Skandinavien scheint das Bezahlen mit Bargeld zunehmend auszusterben, ebenso wie in einigen anderen europäischen Ländern.

Kaum Bargeld-Zahlung in Skandinavien

Schweden

Schweden gilt als Vorreiter des bargeldlosen Bezahlens. Und das geht so weit, dass Bargeld mitunter schlicht nicht angenommen wird. Das Auswärtige Amt erklärt in seinen Reisehinweisen zu dem skandinavischen Land: „In Schweden werden auch Kleinstbeträge mit Debit- (Girocard) oder Kreditkarte gezahlt.“ Und nicht nur das: „Viele, insbesondere kleinere Geschäfte, nehmen gar kein Bargeld an.“ Gleiches gilt laut des Auswärtigen Amts auch für Parkautomaten und den öffentlichen Nahverkehr. Entsprechend rät das Amt allen Schweden-Reisenden, eine „international gültige Kredit- oder Debitkarte“ mitzunehmen. Und woher weiß man, ob ein schwedisches Geschäft Bargeld annimmt? Oftmals an einem Schild mit dieser Aufschrift: „Vi hanterar ej kontanter“, zu Deutsch: „Wir akzeptieren kein Bargeld“.

Dänemark

Nachbar Dänemark hat ähnliche Hinweise zu den Zahlungsmitteln im Land in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts stehen wie Schweden. Demnach werden auch dort selbst Kleinstbeträge mit Geldkarten oder dem Smartphone bezahlt. An Parkautomaten wie im öffentlichen Nahverkehr ist gar keine Barzahlung mehr möglich. Allerdings weist das Amt auch darauf hin, dass die Bezahlung mit der MobilePay-App nur Inhabern einer dänischen Personenidentifikationsnummer offensteht. Entsprechend wichtig ist auch in Dänemark die Mitnahme einer im Ausland gültigen Kredit- oder Debitkarte.

Laut des European Consumer Center France hat Dänemark darüber hinaus ein paar sehr spezielle Regeln, was das Barzahlen betrifft. So darf, wer mit Münzen bezahlen möchte, pro Kauf maximal 25 Münzen nutzen. Der Höchstbetrag von Münzzahlungen liegt bei 962,50 DK, umgerechnet knapp 129 Euro. Außerdem sind 500-Euro-Scheine als auch 25-Øre-Münzen verboten. Darüber hinaus akzeptieren laut der Infoseite Visit Denmark „viele Kioske und Supermärkte nach 20.00 Uhr kein Bargeld.“ 

Finnland

Auch in Finnland ist das Bezahlen mit Kredit-/ und Debitkarten sowie mobilen Geräten wie dem Smartphone laut Auswärtigem Amt üblich. Selbst für Kleinstbeträge gilt Karte vor Cash. Laut dem französischen Verbraucherzentrum sind Händler in Finnland „nicht gesetzlich verpflichtet, immer Barzahlungen anzunehmen.“ Allerdings müssen sie das klar kommunizieren, etwa indem sie entsprechende Schilder anbringen.

In Finnland scheint das Kleingeld zudem sukzessive abgeschafft zu werden, prägt man dort laut dem Auswärtigen Amt nicht einmal mehr 1- oder 2-EUR-Cent-Münzen, sondern rundet stattdessen auf die nächsten 5 Cent auf oder ab. 

Island

Auch Island gehört zu den europäischen Ländern, in denen es mittlerweile eher unüblich ist, mit Bargeld zu bezahlen. So schreibt etwa der Geldtransfer-Service Wise: „Bargeldlose Zahlungen mit deiner EC-Karte sind in Island die gängigste und bequemste Option.“ Bargeld benötige man in Island wie in anderen skandinavischen Ländern dagegen meist nicht. Das Island-Portal Island Erlebnisreisen schreibt ergänzend: „Kreditkarten mit 4-stelligem PIN werden überall akzeptiert. Nicht immer werden Debit- oder EC-Karten akzeptiert.“

Wie steht es um Bargeld-Zahlungen in Norwegen?

Anders als seine Nachbarländer macht sich Norwegen für das Bargeld stark. Das skandinavische Land beschloss im Oktober 2024, dass „Verbraucher das Recht haben, Beträge bis zu 20.000 Kronen (ca. 1670 EUR) bar zu bezahlen“, heißt es seitens des Finanzdienstleister-Unternehmens Fiscal Solutions. Entsprechend müssen Restaurants und andere Geschäfte Bargeld bis zu dieser Summe annehmen. Darauf verlassen sollte man sich dennoch nicht immer, denn es gibt auch in Norwegen Geschäfte, die Bargeldzahlungen ablehnen. Mit Visa- und Master-Card und ein paar norwegischen Kronen in der Tasche ist man hier meist auf der sicheren Seite.

Auch interessant: Auf Reisen bargeldlos mit Kreditkarte bezahlen – Fehler und Vorteile

Diese europäischen Länder bevorzugen ebenfalls Kartenzahlung

Niederlande

Auch abseits Skandinaviens ist das Zahlen mit Bargeld mitunter verpönt. So wird etwa vielerorts in den Niederlanden die Kartenzahlung klar bevorzugt. Mitunter ist sie auch hier die einzige Möglichkeit, wie das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen zu dem deutschen Nachbarland schreibt. Das britische Faktencheck-Unternehmen Full Fact erklärt zudem, niederländische Ladenbesitzer dürften Bargeld ebenso wie Kartenzahlungen generell ablehnen, die Voraussetzung sei jedoch die Kennzeichnung durch ein entsprechendes Schild.

Großbritannien

Laut Full Fact dürfen auch Ladenbesitzer im Vereinigten Königreich selbst entscheiden, ob ihre Kunden mit Bargeld zahlen dürfen oder nicht. So ist es auch in Großbritannien Standard, bargeldlos zu bezahlen. Es kommt jedoch auch hier in seltenen Fällen vor, dass Kartenzahlungen nicht akzeptiert werden, etwa in kleineren Geschäften.

Anmerkung: Diese Liste ist nicht abschließend und soll lediglich eine Tendenz aufzeigen. Die aufgeführten Länder bevorzugen vielerorts die Kartenzahlung, das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht auch Ausnahmen gibt. Nimmt man international gültige Geldkarten und etwas Bargeld mit, ist man in der Regel auf der sicheren Seite.

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