22. Juli 2025, 10:39 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Er sieht harmlos aus und ist kaum größer als eine Kaffeebohne – doch seine Auswirkungen auf die Natur können verheerend sein. Der Japankäfer breitet sich laut Bundeslandwirtschaftsministerium zunehmend in Süd- und Mitteleuropa aus. Noch gilt Deutschland als nicht befallen – und das soll auch so bleiben.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium richtet einen dringenden Appell an Reisende: Sie sollten keine Pflanzen, Erde, Samen oder Rollrasen aus befallenen Regionen mit nach Deutschland bringen – „vor allem aus Norditalien oder der Südschweiz“. Der Grund: Die ursprünglich aus Ostasien stammenden Käfer könnten als unerkannte blinde Passagiere in diesen Materialien eingeschleppt werden.
Zusätzlich sei es wichtig, vor der Rückreise Gepäck, Fahrzeuge und Campingausrüstung gründlich zu überprüfen, denn „hiesige Pflanzen, Natur und Ernten zu schützen“ habe höchste Priorität.
Gefährlicher Schädling mit großem Appetit
Warum ist der Japankäfer so gefährlich? Die im Boden lebenden Larven greifen Wurzeln an, während die erwachsenen Käfer Blätter, Blüten und Früchte von über 400 Pflanzenarten fressen – darunter Apfelbäume, Weinreben und Kirschlorbeer. Besonders problematisch ist der sogenannte „Skelettierfraß“, bei dem die Käfer nur das Blattgewebe zwischen den Adern fressen. Dadurch können ganze Pflanzen absterben.
Japankäfer bereits mehrfach in Deutschland gesichtet
Wie unsere Kollegen von myHOMEBOOK im vergangenen Jahr berichteten, wurde bereits 2021 ein männliches Exemplar des Käfers auch in Deutschland entdeckt, genauer in Freiburg (Baden-Württemberg). 2024 fand man demnach in Bayern drei weitere Exemplare des Japankäfers.
Bei einem Verdacht auf Japankäfer im eigenen Garten empfiehlt das Landwirtschaftsministerium, umgehend den Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes zu informieren – „am besten mit Foto oder mit einem sicher verpackten Exemplar des Käfers“, rät das Ministerium. Online stellt die Behörde zusätzliche Informationen zum Schädling zur Verfügung.