23. Juli 2025, 17:45 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Balis paradiesische Strände locken jedes Jahr Millionen Touristen an – doch derzeit überschattet eine ernste Gesundheitswarnung die beliebte Ferieninsel: Die Zahl der Tollwut-Fälle steigt, insbesondere in Regionen, die für Urlauber besonders attraktiv sind. Wer einen Bali-Trip plant oder sich bereits vor Ort befindet, sollte jetzt besonders aufmerksam sein – nicht nur gegenüber streunenden Hunden, sondern auch Affen.
Auf Bali nehmen Tollwut-Erkrankungen zu, wie lokale Medien berichten. Besonders stark betroffen ist demnach der Bezirk Süd-Kuta, wo sich touristische Zentren wie Nusa Dua und Jimbaran befinden. Auch die bei Surfern beliebten Strände Pererenan und Seseh nahe Canggu zählen zu den Risikogebieten.
Hunde und Affen mögliche Tollwut-Überträger auf Bali
Wie die Zeitung „Bali Sun“ berichtet, hat das zuständige Veterinäramt sofortige Massenimpfungen für Straßenhunde in den betroffenen Regionen angeordnet. Zuvor waren mehrere Hundebisse durch nachweislich tollwütige Tiere registriert worden. Einige Länder, darunter die USA, Großbritannien und Australien, haben ihre Bürger bereits vor der zunehmenden Tollwut-Gefahr auf Bali gewarnt, wie australische Medien berichten.
Aber nicht nur Hunde, auch Affen gelten als mögliche Überträger des gefährlichen Virus. Zwar existieren in bekannten Touristenattraktionen wie dem Monkey Forest in Ubud und dem Uluwatu-Tempel umfassende Präventionsprogramme gegen Tollwut. Dennoch rät das Private Tropeninstitut Dr. Gontard auf seiner Website: Wer gebissen oder gekratzt wurde, sollte sich in ärztliche Behandlung begeben.
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Was ist Tollwut – und wie wird sie übertragen?
Tollwut ist eine Virusinfektion, die das zentrale Nervensystem befällt und meist durch Kontakt mit dem Speichel infizierter Tiere übertragen wird. Typischerweise passiert dies durch Bisse, aber auch durch Kratzer oder das Lecken offener Wunden oder Schleimhäute. Eine frühzeitige Behandlung kann die Erkrankung jedoch häufig verhindern.
Wichtig ist, sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen, wenn ein Kontakt mit einem potenziell infizierten Tier stattgefunden hat. Die Symptome sind tückisch: Denn sobald erste Krankheitssymptome aufgetreten sind – darunter Kopfschmerzen, Angstzustände, Fieber oder ein Kribbelgefühl in der Nähe der Biss-Stelle – verläuft die Tollwut sowohl bei Tieren als auch beim Menschen zumeist tödlich.
Impfung schützt effektiv
Der sicherste Schutz gegen Tollwut ist eine vorbeugende Impfung. Diese besteht üblicherweise aus drei Dosen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut empfiehlt daher Reisenden, die nach Indonesien oder in andere Tollwut-Endemiegebiete reisen, sich abhängig von geplanten Aktivitäten und lokalen Bedingungen impfen zu lassen. Wer unsicher ist, sollte sich rechtzeitig vor Reiseantritt in einem tropenmedizinischen Zentrum beraten lassen.
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2018 sterben jährlich mehr als 60.000 Menschen an Tollwut – die meisten davon in Asien und Afrika. In rund 99 Prozent der Fälle übertragen Hunde das Virus.
Mit Material von dpa

