Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Deutschland-Urlaub in Zeiten von Corona

Shutdown in Mecklenburg-Vorpommern – die Folgen für Tagestouristen und Dauercamper

Deutschland Corona Reisen Lockdown Mecklenburg-Vorpommern
Vor allem die Küsten von Mecklenburg-Vorpommern locken viele Urlauber aus Deutschland an – aktuell ist es aber aufgrund des Corona-Virus kaum möglich, hier Urlaub zu machenFoto: Getty Images

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich wieder zu. Mecklenburg-Vorpommern reagiert und geht ab Montag, 19. April, in den Shutdown. Was bedeutet das für Urlauber wie Tagestouristen oder Dauercamper? TRAVELBOOK beantwortet die wichtigsten Fragen für Reisende in Deutschland während des Lockdowns.

Bund und Länder haben in der Nacht vom 22./23. März 2021 die Verlängerung des Lockdowns bis mindestens zum 18. April beschlossen. Aktuell berät das Parlament über das neue Infektionsschutzgesetz – kommt die „Notbremse“ für ganz Deutschland? Noch bevor ein Ergebnis der Beratungen bekannt ist, handelt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und verordnet einen Shutdown von Montag an für zunächst vier Wochen. Was gilt aktuell für Reisen in Deutschland? Ein Überblick:

Shutdown in Mecklenburg-Vorpommern

Ab dem 19. April dürfen in Mecklenburg-Vorpommern landesweit private Treffen nur noch mit höchstens einer Person außer dem eigenen Hausstand stattfinden, kündigte Schwesig an. Ausgenommen seien Kinder bis 14 Jahre. Schulen (mit Ausnahme der Abschlussklassen), die meisten Geschäfte, Museen und Freizeiteinrichtungen schließen. Ausnahmen gelten für Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien, Baumärkte, Buch- und Blumengeschäfte sowie Friseure. Außerdem gilt: Wer außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern lebt, soll während des Shutdowns seinen Zweitwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommer nicht aufsuchen dürfen. Das soll auch für Dauercamper und Tagestouristen von außerhalb gelten, sagte Schwesig.

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte verschärft Maßnahmen bereits von Freitag an. Es gibt dann Ausgangsbeschränkungen im Landkreis von 21 Uhr bis 6 Uhr. Private Zusammenkünfte sind nur noch im Kreise des eigenen Haushaltes sowie einem weiteren Menschen erlaubt. Viele Einrichtungen müssen schließen, darunter auch Zoos, Tierparks und Museen. Die Einreise in den Landkreis ist ohne triftigen Grund nicht mehr erlaubt.

Welche Regeln gelten in Deutschland bei Restaurant-Besuchen?

Nach Rheinland-Pfalz und dem Saarland dürfen seit Montag (12. April) auch die Restaurantbesitzer in Schleswig-Holstein wieder Gäste bewirten. Allerdings nur draußen und unter strengen Auflagen. Für einheimische Gäste wie auch für Besucher von außerhalb gelten in den drei Bundesländern folgende Regeln für Besuche der Außengastronomie:

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein darf die Außengastronomie in Kreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt, seit Montag wieder öffnen. Die aktuellen Kontaktbeschränkungen sind allerdings auch hier gültig. Demnach dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen, Kinder unter 14 werden nicht mitgezählt, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes Schleswig-Holstein. Gastronomen sind verpflichtet, die Kontaktdaten ihrer Gäste zu erheben, die Abstände müssen in allen Bereichen gewährleistet sein. Zudem besteht in der Außengastronomie Maskenpflicht (FFP2- oder medizinische Masken). Gäste dürfen den Mund-Nasen-Schutz nur am Tisch abnehmen. Die Landesregierung Schleswig-Holsteins rät dazu, vor dem Besuch der Außengastronomie einen Schnell- oder Selbsttest zu machen. Verpflichtend sind die Tests jedoch nicht. Alkohol darf in den Außenbereichen von Restaurants, Cafés und Lokalen nur bis 21 Uhr ausgeschenkt werden. Ab 50 gleichzeitig anwesenden Gästen bedarf es der Anzeige des Hygienekonzeptes beim zuständigen Gesundheitsamt.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz ist die Außengastronomie bereits seit dem 22. März (mit Ausnahme der Osterfeiertage) wieder geöffnet. Allerdings nur in Kreisen oder Städten mit vergleichsweise niedriger Inzidenz. Gäste müssen ein gültiges negatives (Schnell-)Testergebnis vorweisen und die allgemeinen Schutzmaßnahmen beachten. Derzeit dürfen maximal fünf Personen aus höchstens zwei Hausständen gleichzeitig im Außenbereich eines Restaurants oder Cafés zusammenkommen. Außerdem besteht für Gäste und Personal Maskenpflicht (medizinische Gesichtsmaske oder eine Maske der Standards KN95/N95 oder FFP2), heißt es in einer Pressemitteilung des Landes Rheinland-Pfalz. Gäste dürften die Masken nur unmittelbar am Platz abnehmen. Der Zutritt zur Außengastronomie ist nur über eine Vorausbuchung möglich, eine Bewirtung darf nur am Tisch mit festem Sitzplatz erfolgen. Die Wirte sind verpflichtet, die Kontaktdaten der Gäste aufzunehmen.

Saarland

Im Saarland ist die Außengastronomie seit dem 6. April wieder geöffnet, jedoch nur dort und so lange die 7-Tage-Inzidenz stabil bei unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegt. Wie auch in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz sind Wirte verpflichtet, die Kontaktdaten ihrer Gäste zu erheben. Im Saarland ist der Besuch der Außengastronomie im Rahmen der aktuellen Kontaktbeschränkungen ohne Test möglich. Darüber hinaus dürfen maximal 10 Personen an einem Tisch zusammenkommen, wenn alle Gäste einen negativen Test vorlegen können.

Ist Reisen in Deutschland trotz Lockdown möglich?

Theoretisch ist das Reisen in Deutschland trotz Lockdown möglich, denn ein generelles Reiseverbot gibt es nicht. Hotels & Co. bleiben jedoch weiterhin geschlossen. Das heißt, Reisen geht, Übernachten nicht, solange man dort keine eigene Ferienwohnung oder Verwandte/ Freunde hat.

Während des Lockdowns gilt weiter der Appell, auf „nicht zwingend notwendige Reisen“ zu verzichten. Dazu zählen private Reisen und Besuche – auch von Verwandten. Das gilt auch in Deutschland und für überregionale tagestouristische Ausflüge.

Eine Ausnahme bildet Schleswig-Holstein: Das Bundesland im Norden testet ab Montag (19. April) in einigen Modellregionen, wie ein Corona-konformer Urlaub möglich sein kann und nimmt dort wieder Touristen auf. Mehr dazu lesen hier.

Auch interessant: Darf ich trotz Corona jetzt Urlaub auf dem Campingplatz machen?

Testpflicht für Reiserückkehrer

Sind Reisen in Deutschland im Lockdown weiterhin schwierig, gilt das nicht unbedingt für beliebte Urlaubsländer, wo sich mitunter wieder viele Menschen aus verschiedenen Regionen tummeln können. Bund und Länder haben jetzt beschlossen, dass alle Reiserückkehrer vor dem Rückflug nach Deutschland einen Coronatest machen müssen. Die neue Testpflicht gilt unabhängig davon, ob der oder die Reisende in einem Risikogebiet war oder nicht.

Ausführliche Informationen zu Bahnreisen während Corona finden Sie hier

Strengere Regeln bei Inzidenz über 100

Bei den letzten Verhandlungen Anfang März wurde eine „Notbremse“ vereinbart, mit der die von der Inzidenz abhängigen Öffnungsschritte wieder rückgängig gemacht werden können, wenn die Infektionszahlen steigen. Demnach treten die Regeln, die bis zum 7. März 2021 galten, wieder in Kraft, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 steigt. Heißt, die Kontakte werden wieder auf einen Haushalt und eine weitere Person beschränkt und die bereits passierten Öffnungsschritte werden rückgängig gemacht.

In Landkreisen, in denen die Sieben-Tages-Inzidenz über 100 liegt, sollen außerdem weitere Maßnahmen eingeführt werden. Dort können Ausgangsbeschränkungen beschlossen werden, ebenso wie eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen und eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken von nicht zum Hausstand gehörenden Mitfahrern im privaten Pkw. Auch tagesaktuelle Schnelltests sollen an Orten verlangt werden können, an denen Abstandsregeln und Maskenpflicht nicht konsequent eingehalten werden können.

Mehr Tests und Probeöffnungen

Seit dem 8. März kann sich jeder einmal pro Woche einem kostenlosen Corona-Schnelltest unterziehen. Schnelltests sollen auch verstärkt an Schulen, Kitas und in Betrieben eingesetzt werden und dann mit Selbst-Schnelltests ergänzt werden. Laut dem Beschlusspapier werden so bald wie möglich zwei Tests pro Woche bei Beschäftigen im Bildungsbereich und in Kitas sowie Schülerinnen und Schülern durchgeführt.

In vereinzelten Regionen sind künftig zeitlich begrenzte Modellprojekte geplant, bei denen unter Einhaltung strenger Schutzmaßnahmen und Testkonzepten bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen können.

(mit Material von dpa und Reuters)