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Verlockende Option

Reisen auf Raten – neuer Trend oder Schuldenfalle?

Urlaub buchen, aber nicht direkt bezahlen? Für viele scheint das eine attraktive Option zu sein
Urlaub buchen, aber nicht direkt bezahlen? Für viele scheint das eine attraktive Option zu sein Foto: Getty Images
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TRAVELBOOK Redaktion

26. April 2026, 7:24 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Fernweh trifft auf leeres Konto – ein Dilemma, das viele kennen. Doch immer häufiger scheint es dafür eine einfache Lösung zu geben: Reisen jetzt buchen und später bezahlen. Was nach einer bequemen Abkürzung zum Traumurlaub klingt, wirft eine entscheidende Frage auf: Ist Urlaub auf Ratenzahlung wirklich eine gute Idee?

Trend aus dem Onlinehandel erreicht Reisen

Die Idee ist nicht neu: „Buy now, pay later“ hat sich im Onlinehandel etabliert – nun schwappt das Prinzip auch in die Reisebranche. Die Reisesuchmaschine Kayak führt „book now, pay later“, also jetzt buchen und später zahlen, in ihrem aktuellen Trendreport auf.

Das Reiseportal Urlaubsguru bewirbt das Modell offensiv: „Ein Urlaub auf Raten gibt euch die Möglichkeit, eure Reise zu finanzieren, die leeren Speicher wieder aufzufüllen und voller Energie zurück in den Alltag zu starten.“ Besonders Reisende mit begrenztem Budget würden laut Kayak verstärkt auf solche Zahlungsoptionen setzen und erwarten, dass Anbieter diese integrieren.

Zurückhaltung bei großen Reiseveranstaltern

Ein Blick in die Branche zeigt jedoch: Die großen Anbieter bleiben vorsichtig. Weder der Deutsche Reiseverband noch Marktführer Tui bieten klassische Ratenzahlungen für Urlaubsreisen an. Auch bei Schauinsland-Reisen sind zwar Dienste wie Paypal oder Amazon Pay verfügbar, deren Ratenzahlungsfunktionen werden jedoch ausdrücklich ausgeschlossen.

Was hingegen üblich ist: eine Anzahlung bei der Buchung und die spätere Begleichung des Restbetrags. Ein echter Urlaub auf Kredit gehört bei etablierten Veranstaltern bislang nicht zum Standard. Laut Vergleichsportal Check24 bietet keiner der untersuchten Reiseanbieter eine klassische Ratenzahlung an.

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Reiseportale setzen auf Finanzierungsmöglichkeiten

Anders sieht es bei einigen Onlineportalen aus. So ermöglicht etwa „fluege.de“ die Zahlung in Raten über Klarna – zumindest für Reisen bis zu 2.500 Euro. Urlaubsguru geht noch einen Schritt weiter und kombiniert Informationen zu Ratenreisen direkt mit Kreditvergleichen.

Ein Beispiel: Für einen Kredit über 2000 Euro mit einer Laufzeit von zwölf Monaten und einem effektiven Jahreszins von 8,7 Prozent ergibt sich eine monatliche Rate von rund 174 Euro. Insgesamt würden etwa 2.090 Euro zurückgezahlt – also rund 90 Euro mehr als der ursprüngliche Betrag. Ob sich dieser Aufpreis für einen sofortigen Urlaub lohnt, bleibt eine individuelle Entscheidung.

Auch interessant: Die besten Tipps für das Buchen von Urlaub im Internet

Risiken: Wenn der Traumurlaub zur Schuldenfalle wird

Verbraucherschützer sehen die Entwicklung kritisch. Sie warnen davor, das eigene Budget zu überschätzen – mit dem Risiko, in eine Schuldenfalle zu geraten. Zahlungsaufschübe oder Finanzierungen sollten nur bei „unaufschiebbaren wichtigen Anschaffungen“ genutzt werden.

Ein kaputter Kühlschrank gilt hier als klassisches Beispiel. Ein Urlaub hingegen sei zwar wichtig, aber nicht dringend notwendig – und vor allem flexibel gestaltbar. Statt Fernreise könnten auch günstigere Ziele infrage kommen, etwa ein Aufenthalt an der Müritz oder am Möhnesee.

Wer langfristig plant, kann sich den Urlaub auch ohne Kredit ermöglichen. Ein strukturierter Sparplan – etwa mit monatlichen Einzahlungen auf ein Tagesgeldkonto – kann helfen, das Reisebudget Schritt für Schritt aufzubauen. In ein bis zwei Jahren lässt sich so möglicherweise die Traumreise realisieren – ganz ohne zusätzliche Kosten durch Zinsen oder Ratenzahlungen.

Mit Material der dpa

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