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Neues Buchungstool im TRAVELBOOK-Test

Wie gut ist die neue Hotelsuchmaschine „Google Travel“?

Hotelbuchung
Viele Urlauber buchen ihre Hotels im Internet. Mit „Google Travel" ist nun ein weiteres Buchungstool hinzu gekommen. TRAVELBOOK hat es getestet.Foto: Getty Images

Einschlägige Hotel-Buchungsportale wie Booking.com, trivago, hotels.com oder HRS haben vor wenigen Tagen einen neuen Konkurrenten bekommen. Mit seinem Tool „Google Travel“ bietet der Internet-Riese Google Usern ab sofort die Möglichkeit, neben Flügen auch Hotels und Ferienunterkünfte für bestimmte Destinationen im Netz ausfindig zu machen. Doch wie funktioniert die neue Hotelsuchmaschine und wie unterscheidet sie sich von anderen? TRAVELBOOK hat das neue Google-Tool unter die Lupe genommen.

Seit vergangener Woche ermöglicht es Google nach eigenen Aussagen, „weltweit allen Hotels und Reiseunternehmen, kostenlos mit Buchungslinks für Hotels auf google.com/travel zu erscheinen“, schreibt das Unternehmen auf seinem Blog. Was aber bietet „Google Travel“ Kunden und worin unterscheidet sich das Tool von anderen Buchungsportalen? TRAVELBOOK hat die neue Hotelsuchmaschine getestet.

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„Google Travel“ – der etwas längere Weg zur Hotelbuchung

Hotels im Internet zu suchen, dürfte für die meisten Deutschen inzwischen ein gewohnter Akt sein. Einfach in die Google-Suchmaske „Hotels Spanien“, „Hotels Thailand“ oder „Hotels USA“ eingeben – und schon werden in den Google-Suchergebnissen die Links zu den Seiten diverser Hotelbuchungsportale angezeigt. Ganz vorne und obenan meist bezahlte Anzeigen-Links sowie die Seiten großer Anbieter wie Booking.com, trivago, Tripadvisor, hotels.com, HRS oder Expedia. Daneben taucht seit kurzem nun auch eine neue, Google-eigene Hotelsuche auf. Diese besteht u. a. aus Eingabemasken für das An- und Abreisedatum, Fotos sowie mehreren Buttons zum Filtern der Suche. Hat man alles eingegeben und bei Bedarf die gewünschten Filter gesetzt, landet man zunächst auf der Hotelangebotsseite von „Google Travel“. Neben Fotos und Preisen werden dort auch die allseits bekannten, goldgelben Bewertungssternchen angezeigt.

Filter zum Eingrenzen der Hotelsuche

Des Weiteren finden sich auf der Seite eine Reihe weiterer Filter, mit denen man die Hotelsuche zusätzlich eingrenzen kann. Dazu zählen u. a. ein Schieberegler zum Festlegen der Preisunter- und -obergrenze sowie ein Button zum Filtern der Hotel-Ausstattungsmerkmale. Über eine Google Maps-Karte können außerdem die Hotelsuche örtlich weiter eingegrenzt sowie zusätzliche Hotels-Details abgerufen werden.

Bis hierhin unterscheidet sich das Angebot von „Google Travel“ nicht wesentlich von dem anderer Hotelbuchungs- und -preisvergleichsportale. Wie aber kann man nun über „Google Travel“ das Hotel seiner Wahl buchen? Dazu muss man neben dem jeweiligen Hotelangebot zunächst den Button „Weitere Informationen“ anklicken. Wer hofft, jetzt direkt mit der Reservierung fortfahren zu können, wird enttäuscht. Denn stattdessen landet man auf einer weiteren „Google Travel“-Seite. Diese enthält eine Auflistung der für den Reisezeitraum verfügbaren Zimmer nebst Preisen und Anbietern. Klickt man nun einen der nebenstehenden Buttons mit der Aufschrift „Zur Webseite“ an, findet man sich meist auf der Seite eines der bekannten Hotelbuchungsportale wieder.

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Wie mehrere Stichproben von TRAVELBOOK für die Hotelsuche u. a. für Mallorca, Thailand oder die USA ergaben, handelte es sich dabei meist um große Portale und Reiseveranstalter, wie Booking.com, trivago, Expedia oder Tui. In nur wenigen Fällen, wie beim Hotel Sheraton Grande in Bangkok, fand sich auf „Google Travel“ auch ein Link zur hoteleigenen Webseite. Allerdings erst an fünfter Stelle.

Hotel über „Google Travel“ buchen: Fazit

Den meisten Kunden dürfte es bei gleichen Preisen und Bedingungen zwar letztlich egal sein, über welches Portal sie ihr Hotel am Ende buchen. Für das Hotel jedoch, das üblicherweise an die Buchungsportale Provisionen abführen muss, hingegen nicht. Für die Hotelbetreiber ist es in aller Regel profitabler, wenn Buchungen über die hoteleigene Webseite vorgenommen werden. Wer auf „Google Travel“ mit seinem Link jedoch nicht weit oben gelistet ist, wird vermutlich kaum eine Chance auf eine Direktbuchung haben. Fragt sich also, in welchem Maße die Hotels am Ende wirklich von dem neuen Tool profitieren werden.

Internetuser*innen hingegen bietet „Google Travel“ eine umfassende Hotelangebots- und -preisübersicht mit diversen Filter-Möglichkeiten. Alles weitere, wie der entscheidende Buchungsvorgang, spielt sich dann aber in aller Regel auf den Webseiten allseits bekannter Buchungsportale ab. Allerdings ist der Weg dorthin via „Google Travel“ mit zusätzlichen Klicks verbunden.

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Was halten Hotels und Branchenverbände von „Google Travel“?

Soweit die Einschätzung von TRAVELBOOK zum neuen Google-Tool. Was aber halten Hotels und Branchenverbände von „Google Travel“? Könnte es für Hotelbetreiber beispielsweise profitabler sein als die Teilnahme an Programmen konkurrierender Buchungsportale wie etwa booking.com oder HRS? „Google hat eine neue Funktion für Hoteliers eingeführt, um die organische Sichtbarkeit durch ihr Metasearch-Produkt, Google Travel, zu verstärken. Jedoch wird weiterhin sowohl bezahlte als auch nicht bezahlte Visibility auf Google Travel existieren und nur jene Hoteliers werden in diesem Bereich angezeigt, die einen Hotel Ads Feed haben“, schreibt Accor, eine der größten Hotelketten weltweit, auf TRAVELBOOK-Nachfrage. Dies sei vergleichbar mit Paid Search und der organischen Suche bei Google. „Es ist eine zusätzliche Option, die Klickrate zu maximieren und damit die Wahrscheinlichkeit, dass eine Buchung getätigt wird, zu erhöhen.“

Branchenverbände wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) oder der Deutsche Reiseverband (DRV) wollten gegenüber TRAVELBOOK kein Statement zu „Google Travel“ abgeben. „Wir bitten um Verständnis, dass wir Ihnen keine konkreten Antworten auf google travel geben können – zu einzelunternehmerischen Aktivitäten können wir Ihnen leider keinen Kommentar geben“, so die schriftliche Antwort des DEHOGA.